Ausgabe: 05-2010
Gewächshausarchitektur
Tropicarium Tübingen
Der Botanische Garten der Universität Tübingen erfreut seine Besucher nicht allein mit seiner blühenden Pflanzenpracht. Ein bemerkenswertes Kleinod ist auch das hexagonal konstruierte Tropicarium, das einen bedeutenden architektonischen Akzent setzt. Konstruktiv wird das Tübinger Glasdach, das durch Stahlstreben hexagonal geteilt wird, durch eine zentrale massive Betonsäule gestützt. Das Gesamtensemble erinnert an einen aufgespannten Schirm. Da die Säule durch die Pflanzen größtenteils verdeckt wird, scheint das Dach im Raum zu schweben. Die Bodenplatte besteht ebenfalls aus Stahlbeton, die Fassade komplett aus Glas.
Flüssige Abdichtung als Problemlöser
Im Frühjahr 2009 begannen nach gut 40 Jahren umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Gewächshaus. Spezifische Gewächshausgegebenheiten hatten zu einer massiven Schädigung des Baukörpers geführt. Konstant feuchtwarme Luft ist für das tropische Klima, in dem die Pflanzen am besten gedeihen, unverzichtbar. Auch die tropischen Pflanzen selbst benötigen sehr viel Wasser. Dies ist im Laufe der Jahre in den Betonuntergrund eingedrungen und hat einen Karbonatisierungsprozess in Gang gesetzt, der so weit fortgeschritten war, daß die den Aufbau tragende Betonsäule abgesackt ist und abgestützt werden mußte. Die massiven Korrosionsschäden haben auch zu einer gut sichtbaren Rissbildung an den Gebäudeverbindungen geführt.
Die Kunst des sicheren Details
Alle Randanschlüsse, die Durchdringungen und die außen laufende Abflußrinne für das Gießwasser wurden flüssig und vollflächig haftend mit der Flüssigabdichtung Kemperol ausgeführt. Da es bei Gussasphalt bzw. Vergussmassen zu Rissbildungen kommen kann, ist eine flüssig zu verarbeitende Abdichtung im Anschlussbereich die ideale Ergänzung, um Unterläufigkeit auszuschließen. Der große Vorteil einer Flüssigabdichtung ist – wie der Name schon sagt - die Verarbeitung in flüssiger Form.
- Teil: Tropicarium Tübingen
- Teil: Bautafel
- Teil: Online-Extra
