Artikel als PDF


PDF anzeigen

Abbildungen

Aktuelles Heft

Die aktuelle Ausgabe

Heft 03-2012

Ausgabe: Baumetall25-2010

Wie ein Metallvorhang

Verhüllt und zugenäht

Abb. 2

Wie ein Metallvorhang legt sich die Edelstahlhülle über den ­Baukörper. Fast scheint es, als hätte das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude die Verhüllung des Einfamilienhauses im österreichischen Höchst inszeniert. Vom First bis zum Sockel des Gebäudes verlaufen silbergraue Metallbahnen und sogar Schornstein und Carport-Attika bestehen aus der edlen Stahllegierung. Ob über die edle Hülle dieses Wohnhauses ebenso viel diskutiert wurde wie über die des Reichstags, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Edelstahlbekleidung des Vorarlberger Wohngebäudes die Haltbarkeit der Reichstagshülle bei weitem übertrifft.

Komplett metallbekleidete Wohnhäuser sind selten anzutreffen und fallen entsprechend auf. Auch das 1951 erbaute und erst kürzlich vorbildlich sanierte Vorarlberger Wohnhaus ist diesbezüglich keine Ausnahme. Heute erinnert nur noch wenig an das alte Landhaus und seine dunklen Holzgiebel. Dennoch gelang der Umbau, ohne stilbrechende Spuren zu hinterlassen. Nicht zuletzt, um die Kosten im Rahmen zu halten, wurde bei der Sanierung so wenig wie möglich in den ursprünglichen und gut erhaltenen Baubestand eingegriffen. Dieser verantwortungsbewusste Umgang ist deutlich sichtbar. Tatsächlich wirkt der silhouettengleiche und aufs Wesentliche reduzierte Baukörper wie ein moderner Neubau. Dennoch entspricht die Vorgehensweise und die Materialwahl architektonischer Verpflichtung und zeigt deutliche Parallelen zur Reichstagsverhüllung auf. Mehr noch: Sowohl in Höchst als auch in Berlin gingen die Verantwortlichen entsprechend behutsam mit der Bausub-stanz um und realisierten trotz gravierender Einschnitte in die Sehgewohnheiten beeindruckende Ergebnisse.

Beeindruckende Schlichtheit

Auf der Suche nach nur einem einzigen Werkstoff für die gesamte Gebäudehülle favorisierte Architekt Reinhard Rinderer aus Dornbirn oberflächengeprägten Edelstahl der Marke Roofinox. Verbunden mit der Vorgabe, sowohl das Dach, als auch die Fassade mit dem gleichen Material zu bekleiden und dabei eine einheitliche Verbindungstechnik einzusetzen, fiel die Wahl auf die klassische Stehfalztechnik.

Schlicht und zugleich elegant wirkt der dezent strukturierte silbergraue Mantel. Die durchgängig eingesetzte Füge- und Verbindungstechnik hält die Edelstahlprofile zuverlässig und dauerhaft auf Position. Diese sogenannten Scharen sind ausnahmslos indirekt befestigt. Kleine Befestigungselemente, die Hafte, ermöglichen uneingeschränkte Beweglichkeit, wirken Materialzwängung entgegen und lassen thermisch bedingte Ausdehnungsbewegungen zu.

Die Haptik beeindruckt

Die Umsetzung der Bauidee ist technisch wie optisch absolut gelungen. Das geprägte Edelstahlmaterial zeichnet sich bereits bei der Bearbeitung durch eine überaus unempfindliche Handhabung aus. Die Gefahr, Bearbeitungsspuren an der Materialoberfläche zu hinterlassen ist gering – Oberflächenkratzer faktisch kein Thema. Die umweltneutrale und langlebige Gebäudehülle aus 0,5-mm-Edelstahl der Werkstoffnummer 1.4301 zeichnet sich zudem durch geringste Unterhaltungskosten aus. Das praktisch wartungsfreie metallische Gebäudekleid ist durch die geprägte Oberfläche erstaunlich stabil und sehr widerstandsfähig – beispielsweise gegenüber Hagelschlag. Das reflexionsarme Metall kann bei optimaler Planheit in geringen Metalldicken verarbeitet werden – erhebliche Gewichtsreduzierung ist die Folge. Die zahlreichen Vorteile von Edelstahl Rostfrei garantieren größte Sicherheit in Bezug auf Beständigkeit und Langlebigkeit. Und damit alles zueinander passt, sind vielfältige Komponenten, etwa für die Dachentwässerung oder den Schneefang, ebenfalls in Roofinox-Qualität verfügbar.


  1. Teil: Verhüllt und zugenäht
  2. Teil: BAUTAFEL
  3. Teil: INFO
Bookmarken bei:  Bei Google bookmaren Bei del.icio.us bookmarken Bei Mr. Wong bookmarken Bei Tausendreporter bookmarekn Bei Furl bookmarken Bei Yigg bookmarken Bei Webnews bookmarken Bei Yahoo bookmarken