Baumetall Ausgabe: 08-2014

Ergebnisreiche Diskussion

Dennis Dörr und Christof Lay präsentieren im Rahmen des BAUMETALL-Treffs die Internetplattform www.bestell-dein-blech.de

Dennis Dörr und Christof Lay präsentieren im Rahmen des BAUMETALL-Treffs die Internetplattform www.bestell-dein-blech.de

BAUMETALL-Treff 2/2014 Andreas Buck berichtet von neuen Chancen für die Branche, neuen Wegen der Materialbeschaffung, einem neuen Bildungsangebot sowie dem Auf- beziehungsweise Ausbau des neuen BAUMETALL-Kollegen-Netzwerkes

  1. Teil: Ergebnisreiche Diskussion
  2. Teil: BAUMETALL-Treff

Müssen zur Montage erforderliche Metallprofile um jeden Preis in der eigenen Werkstatt produziert werden? Können Fachbetriebe entsprechenden Bedarf auch im Internet decken und dabei ihre Bestellungen online aufgeben? Benötigt die Branche einen neuen Bildungsbereich, der hoch spezialisierte Fachleute als spezielle Werkstattklempner für den Innendienst fördert? Mit diesen zugegeben provokanten Fragen eröffnete ich den zweiten BAUMETALL-Treff des Jahres. Die darauf folgende Diskussion übertraf meine Erwartungen – aber der Reihe nach:

Unter dem Motto „Voneinander lernen – Wissensvorsprung sichern!“ trafen sich die Mitglieder des BAUMETALL-Treffs im November 2014 in Karlstadt. Mit zahlreichen Gästen sprachen sie über wegweisende Entwicklungen, die zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen beitragen könnten. Die vorbereitende Diskussion fand unter demselben Motto bereits im Frühjahr 2014 statt. Damals befassten sich die BAUMETALL-Treff-Mitglieder mit möglichen Strategien zur besseren Auslastung ihrer Klempner-Werkstätten. In diesem Zusammenhang berichteten einige Baumetaller von Bemühungen, mit gezieltem Restzuschnitt-Verkauf oder speziellem Profilservice Bastler und Heimwerker glücklich zu machen. Serienreife Strategien wurden bislang jedoch nicht entwickelt.

Patentrezept gefunden?!

Einen wertvollen Hinweis zum Thema erhielt ich von Harald Baisch (Prokurist des Handelshauses Barth in Renningen). Daraufhin besuchte ich den Fachbetrieb der Baublechnerei Mathias Dörr GmbH in Teningen-Nimburg bei Freiburg. Dort bemüht sich Firmeninhaber Mathias Dörr seit geraumer Zeit gemeinsam mit Sohn Dennis Dörr und Schwiegersohn Christof Lay um den Ausbau des Online-Portals http://www.bestell-dein-blech.de. Handwerker und Privatpersonen können dort unterschiedlichste Kantprofile einfach übers Internet bestellen. Nach umfangreicher Recherche und genauer Marktanalyse hatte das Trio die Online-Plattform bestell-dein-blech.de initiiert. Auf einfache Weise ermöglicht die webbasierte Lösung, frei wählbare Zuschnitte, Profile und Sonderanfertigungen aus Metall zu bestellen. Der Nutzer wählt dazu einfach das gewünschte Material aus, zeichnet mit der Computermaus sein Profil einschließlich entsprechender Abmessungen auf und sendet die Anfrage mit einem einzigen Mausklick ab. Spätestens nach 24 Stunden erhält er ein unverbindliches Angebot. Bevor Sie jetzt sagen „Das habe ich schon an anderer Stelle gesehen, getestet und für unbrauchbar befunden“, sollten Sie unbedingt die erweiterten Systemvorteile kennenlernen. Das Wichtigste zuerst: Hinter bestell-dein-blech.de stehen Fachleute, die wissen, wovon sie sprechen. Das Online-Portal stellt somit ein praxisnahes Kommunikationswerkzeug dar, mit dem es gelingt, neue Kunden zu finden, diese zu betreuen und letztlich den Umsatz zu steigern. „Im übertragenen Sinne können Sie sich bestell-dein-blech.de wie einen Kundentresen vorstellen, an dem Sie Beratungsgespräche führen und Aufträge entgegennehmen“, sagt Christof Lay, der als kaufmännischer Leiter für den wirtschaftlichen Erfolg des Portals verantwortlich ist.

Vom Bestellportal zum Kollegen-Netzwerk

Um herauszufinden, wie einfach die Handhabung von bestell-dein-blech.de ist, empfehle ich Ihnen, eine Probebestellung durchzuführen. Zeichnen und bemaßen Sie dazu ein Profil Ihrer Wahl und begutachten Sie es anschließend in 3D. In Anbetracht des einfach gestalteten Bestellvorgangs geraten Vorteile wie das Fehlen einer Mindestbestellmenge, der verbindliche 24-Stunden-Angebotsservice oder der bundesweite Versand fast schon in den Hintergrund. Dass bestell-dein-blech.de deutlich mehr kann als Online-Aufträge zu generieren, erkannten die sehr kritischen BAUMETALL-Treff-Mitglieder bei der Präsentation des Portals sofort. Mirko Siegler aus Bürstadt brachte es auf den Punkt: „Bestell-dein-blech.de ist ideal für Handwerker ohne geeignete Maschinen. Das Portal hilft Betrieben bei der Auslastung des Maschinenparks. Außerdem ist es hilfreich, um Materialengpässe oder Maschinenschäden zu überbrücken. Ein weiterer Vorteil ist, dass bestellte Profile direkt auf die Baustelle geliefert werden, was sogar einen teuren Fuhrpark überflüssig macht.“ Bedenken, dass bestell-dein-blech.de Schwarzarbeit fördern könnte, lassen Christof Lay und Dennis Dörr übrigens nicht gelten. In Deutschland gibt es etwa 4000 Baumärkte – viele davon mit sogenannter Blechprofil-Abteilung. Laut Lay gehört diese Entwicklung ohnehin in Klempnerhand.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – Interessierte Netzwerk-Partner bitte melden

Da kommt es wie gerufen, dass bestell-dein-blech.de das Marketing gleich mit übernimmt. „Toll ist, dass Prospekte, Werbeflyer und Internetwerbung inklusive sind“, sagt Werner Fünfer. Als Spenglermeister und Vorsitzender der Freien Spenglermeistervereinigung Bayern e.V. kennt Fünfer die Bedürfnisse seiner Kollegen genau. „Wir sind Handwerker und wollen handwerken“, sagt er und fügt an: „Aus diesem Grund können wir nicht alles selber machen und sollten daher die Chance der Vernetzung nutzen.“ Zudem ist die professionelle Betreuung eines Online-Shops neben dem Tagesgeschäft für viele Betriebe ohne einen erheblichen finanziellen Aufwand nicht möglich. Hier schafft bestell-dein-blech.de Abhilfe und vereint das Klempner-Handwerk auf einer Plattform. Das Portal übernimmt von der Materialauswahl des Kunden über die Zeichnung des Profils bis hin zur automatisierten Produktionszettel- und Rechnungserstellung sämtliche Aufgaben für den Partner und hilft dem Handwerk bei der cleveren Abwicklung von eigenen Kantteil-Aufträgen.

Christof Lay und Dennis Dörr haben auf dem BAUMETALL-Treff genau zugehört und ihre Hausaufgaben erledigt: Der mehrfach geäußerte Wunsch, bestell-dein-blech.de zu einem Klempner-Netzwerk auszubauen, soll bis April 2015 erfüllt sein. Bis dahin wird das Portal mit einem neuen Highlight zur Verfügung stehen. Dann profitieren teilnehmende Partner davon, dass automatisch Aufträge aus der Region an sie weitergeleitet und auch die eigenen Aufträge über das Portal abgewickelt werden können. Konkret bedeutet das: Wer sich rasch registriert, kann sich sein Bestell-dein-blech-Gebiet sichern. Das ist nötig, um aus einem bestimmten Postleitzahl-Gebiet stammende Aufträge automatisch dem entsprechenden Partner zuzuweisen. „Natürlich garantieren wir den Partnern einen sogenannten Gebietsschutz“, sagt Lay. Netzwerk-Partner haben dann die Möglichkeit, den Auftrag selbst zu produzieren oder diesen im Netzwerk weiterzugeben und eine entsprechende Provision zu erhalten. Dazu Dennis Dörr: „Diese tolle Entwicklung wurde vor allem durch unsere Teilnahme am BAUMETALL-Treff ermöglicht. Bereits kurz nach dem Treffen in Karlstadt haben sich die ersten Fachbetriebe als Netzwerkpartner registriert.“ Um das Netzwerk weiter auszubauen, bieten die Marketingstrategen von bestell-dein-blech.de den BAUMETALL-Lesern an, sich direkt über die Vorteile einer Netzwerkpartnerschaft zu informieren. Nur BAUMETALL-Leser erhalten exklusiv den PLZ-Gebietsschutz ohne Mehraufwand. Mit dem Ziel, das Netzwerk zu optimieren, wurde außerdem eine Arbeitsgruppe gebildet. Diese trifft sich im Februar 2015. Informationen dazu können unter partner@bestell-dein-blech.de per E-Mail angefordert werden.

Werkstattklempner gesucht

Mehr als passend war die anschließende Diskussion um die Sinnhaftigkeit speziell ausgebildeter Werkstattklempner. Die BAUMETALL-Treff-Mitglieder sprachen dazu mit Matthias Kaemmer von der Schweinfurter Spenglermeisterschule und eigens angereisten Maschinen-Profis. Mit dabei waren unter anderem Vertreter von Engelhardt Maschinen (René Engelhardt), Profi Line (Walter Müntener und Ewald Egloff), Schechtl (Sascha Erber), Thalmann (Marco Cappello) und Trumpf (Michael Keilbach). Konkret ging es um eine mögliche Ergänzung oder Weiterentwicklung der Lehrlings- und Facharbeiterausbildung. Die Mitglieder des BAUMETALL-Treffs sprachen in diesem Zusammenhang über folgende Themen:

optimaler Materialfluss in der Werkstatt

sinnvolles Vorfertigen in der Werkstatt

Bedienung moderner Blechbearbeitungsmaschinen

Erstellung von Arbeitsplänen und Arbeitsanweisungen

Kosteneinsparung durch Fertigungsoptimierung

Schnell war klar, dass die Einführung eines speziellen Lehrgangs sowie die zusätzliche Personal-Förderung durch gegenseitige Hilfe seitens der BAUMETALL-Treff-Mitglieder die Lösung ist. Um das entsprechende Weiterbildungsangebot zu definieren, wurde unter der Leitung von Matthias Kaemmer eine Arbeitsgruppe gebildet. Das erste Etappenziel ist die Erstellung eines Seminars zur Ausbildung von Werkstattleitern. Mögliche Referenten haben bereits Interesse bekundet – einer von ihnen ist Werkstattprofi Matthias Schmidt aus Großbottwar. Der Klempnermeister, Sachverständige und bekennende Freund von Hochleistungsmaschinen zur Blechbearbeitung ist seit geraumer Zeit als Berater tätig. In dieser Funktion unterstützt er Maschinenanwender unter anderem bei der wirtschaftlich sinnvollen, dem Materialfluss gerecht werdenden Werkstatteinrichtung.

Fortsetzung folgt

Mit der Erkenntnis, dass ein PS-starker Sportwagen nur so gut ist wie sein Fahrer, zeichnete Marco Cappello ein greifbares Bild der aktuellen Situation. Demnach werden moderne Blechbearbeitungsmaschinen immer leistungsfähiger – deren Potenzial bliebe jedoch leider oft ungenutzt. Im Zusammenhang mit bestell-dein-blech.de und der Ausbildung hoch qualifizierter Werkstattleiter können sich Fachbetriebe zukunftssicher aufstellen. Ergänzende Kursangebote bietet BAUMETALL ab 2015 in Form eines speziellen Workshop-Programms an – lassen Sie sich überraschen.

  • Werner Fünfer und Clemens Kling im Fachgespräch

  • Andreas Fella, Matthias Kaemmer und René Engelhardt (vorne) verfolgen die Diskussion ebenso aufmerksam wie Mirko Siegler, Norbert Heinzlmeier und Matthias Schmidt

  • Unter den Gästen des BAUMETALL-Treffs waren (v. r.): Michael Keilbach (Trumpf), Marco Cappello (Thalmann), Walter Müntener und Ewald Egloff (beide Profi Line und Spengler Direct). Auf dem Foto nicht zu sehen sind die Vertreter der Firmen Engelhardt Maschinen (René Engelhardt) und Schechtl (Sascha Erber)

Literatur

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

Facebook
Videos
Leserprojekte
BM-Newsletter

Ja, ich möchte den BM-Newsletter kostenlos abonnieren:

BAUMETALL E-Paper Erleben Sie jetzt die BAUMETALL auch digital als E-Paper. Diesen Hinweis ausblenden.