Baumetall Ausgabe: 08-2018

Lenbachhaus München

Messe & Buchtipp Ein Messebesuch auf der Bau 2019 lässt sich vortrefflich mit einem Abstecher zur Städtischen Galerie im Lenbachhaus verbinden. Was es dort zu sehen gibt, kann auch im neuen Fachbuch „Metall-Architektur Fassaden“, aus welchem dieser Beitrag entliehen ist, nachgelesen werdenVon Josef Peter Münch

  1. Teil: Lenbachhaus München
  2. Teil: Bautafel

Nach vierjähriger Bauzeit konnte das Lenbachhaus am 8. Mai 2013 die Pforten für Besucher wieder öffnen. Der Entwurf der Architektengruppe Foster + Partners überzeugte Jury und Bauherrn mit seinen geschickt angebundenen Metallelementen. Die Fassade des Lenbachhauses ist trotz ihrer relativ kleinen Fläche einmalig auf der Welt. Einzigartig ist auch das Erscheinungsbild. Eine besondere Herausforderung stellte die Verbindung zwischen Bestand und Neubau dar. In eindrucksvoller Weise gelang den Architekten Foster + Partners die Symbiose von Alt- und Neubau, ohne den Neubau zum Fremdkörper zu degradieren.

Der geschickt angebundene Neubau überzeugt in funktionaler Hinsicht als perfekte Ergänzung der restaurierten historischen Dreiflügelanlage. Durch die eindrucksvolle Fassadengestaltung in Tecu-Gold, einer Metalllegierung aus Kupfer und Aluminium, werden Farbigkeit und Strukturen des historischen Ensembles aufgenommen und mit einem modernen Werkstoff neu interpretiert. Erklärte Absicht der Architekten war die Realisierung eines „Schmuckkästchens“ für die Kunstschätze der Galerie, zu denen unter anderem eine stattliche Sammlung von Exponaten der Künstlergruppe des Blauen Reiters zählt.

Doch widmen wir uns der Fassadengestaltung mit einem Zitat aus der Bayrischen Staatszeitung anlässlich der Einweihung: „Nicht alles ist Gold, was golden glänzt – die Kubus-Fassade ist aus Messing.“ (Anmerkung: Messing ist eine Kupfer-Zink-Legierung.) In der Tat sieht die Fassade golden aus. Sie besteht aber nicht aus Messing, sondern aus Tecu-Gold. Der moderne Werkstoff der Firma KME ist äußerst witterungsbeständig, langlebig und voll recyclingfähig. Er besteht aus einer Kupfer-Aluminium-Legierung. Die von Grund auf neu errichteten Gebäudeteile erhalten ihre Ausprägung durch eine aus Rohren (Rundstäben) bestehende einzigartige Fassade. Die Fassade des Bauabschnitts über der historischen Grundstruktur besticht durch eine Folge von konkav geformten Tecu-Gold-Paneelen, während neu hinzugewonnene Partien auf dem Altbestand mit flachen Paneelen bekleidet sind.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion besteht aus Konsolenwinkeln, die am Mauerwerk/Beton mit Thermostop unterlegt befestigt sind. Vertikal ausgerichtete T-Profile sind mit Aufhängungen für horizontale Agraffenschienen versehen. Zwischen Dämmung und Rückseite der Fassadenbekleidung wurde genügend Luftraum zur Hinterlüftung geschaffen. Angefertigt wurden zusammengesetzte Elemente mit ca. 1200 mm Breite, die den Zwischenraum der vertikalen Befestigungselemente überspannen, sodass beim Einhängen entsprechend große Fassadenelemente montiert werden konnten.

Vordach

Im Wesentlichen ähneln sich die Unterseite des Vordachs und die Elemente der Flachpaneelfassade. Der Unterschied liegt nur darin, dass die Untersicht als Kassettenkonstruktion ausgebildet und eine LED-Beleuchtung integriert wurde.

Beitrag aus dem neuen Fachbuch „Metall-Architektur Fassaden“ von Josef Peter Münch.
Weitere Leseproben finden Sie hier:
Leseprobe 1
Leseprobe 2

  • Grundaufbau der Röhrenfassade

  • Paneelfassade in der Seitenstraße

  • Die Fassadenrohre sind im Fensterbereich lasergeschweißt

  • Vordach von der Cafeteria zum neuen Eingang

  • Lasergeschweißtes Rohr in der Nahaufnahme

  • Vordach-Unterkonstruktion

  • Aus der Vogelperspektive: Der Neubau fügt sich mit dem Bestand zu einem großartigen Ensemble, als ob er schon immer da gewesen wäre

J. P. Münch

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Literatur

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