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Inspirierende Aussichten

Dass sich die Mitglieder und Gäste des BAUMETALL-Treffs an zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungstagen auf mehreren Etagen bewegen, ist selten. Die Erkundung unterschiedlicher Ebenen in Kißlegg sowie in Oberstdorf war elementarer Bestandteil des kontrastreichen zweitägigen Veranstaltungsprogramms. Der überaus inspirierende BAUMETALL-Treff in Wolfgang Hubers Flaschnerwerkstatt hatte folglich gleich mehrere Highlights zu bieten. Über die spannenden Erdgeschoss-Fachvorträge zur Sanierung und Instandsetzung historischer Kirchendächer und den Erdgeschoss-Workshop zur Herstellung von Rollnieten berichtete BAUMETALL in Ausgabe 4/19 sowie auf www.baumetall.de/extra. Ebenfalls im Erdgeschoss und somit auf Ebene 1 greift dieser Artikel folgende Themen auf:

  • <b>Ebene 1:</b> Hinweise zu den neuen, speziell für Klempner und Spengler entwickelten M.A.S.C.-Sicherheitshelmen,
  • <b>Ebene 2:</b> Einblicke in Hubers Kunstgalerie, den „Schauraum“,
  • <b> Ebene 3: </b>Wissenswertes aus der Kling-Dach-Haft-und-Schneefangsystem-Manufaktur,
  • <b>Ebene 4:</b> Informationen zur aluminiumbekleideten Oberstdorfer Skiflugschanze.

Ebene 1: Safety first

„Wer sich mit Statistiken über Kopfverletzungen befasst, die bei der Ausübung des Klempnerberufes auftreten können, sieht die Welt mit anderen Augen“, ist sich Martin Fischer sicher. Als Inhaber der M.A.S.C. Bauartiakel Vertriebs GmbH (www.masc-gmbh.de) weiß Fischer, wovon er spricht. Der Fachbetriebsausstatter reagiert regelmäßig auf Kundenwünsche. Beispielsweise entwickelt er gemeinsam mit dem M.A.S.C.-Team Klempner- und Spengler-Spezialwerkzeuge und jetzt – ganz aktuell – den ersten Spenglerhelm. „Was draußen leider selten beachtet wird, sind die aktuellen BG-Vorschriften. Diese schreiben das Tragen entsprechender Schutzausrüstung gerade auch für den Spengler vor“, so Fischer. Das weitverbreitete Argument: „Als Spengler arbeite ich immer ganz oben – da braucht es keinen Helm“, lässt der Werkzeugprofi nicht gelten. Stattdessen schildert er Situationen, die jeder Praktiker so oder ähnlich selbst schon erlebt haben dürfte. Zu den häufigsten Unfallursachen zählen demnach Kollisionen des Kopfbereiches an hervorstehenden Bauteilen wie Gerüstankern oder Rinnenhaltern. „Man bückt sich, z. B. um ein Werkzeug oder ein herabgestürztes Bauteil vom Gerüstboden zu heben, kommt nach oben und: Autsch!“ Fischer verweist auf zahlreiche Beulen und besonders auf Schnittwunden im Stirnbereich, die durch scharfkantige Bauteile wie Rinnenträger-Federn verursacht werden.

Die Baumetaller stimmen zu, denn fast alle haben bereits Ähnliches erlebt. Die leider oft vorherrschende ablehnende Haltung zum Helmgebrauch wird folgendermaßen begründet:

  • Helme bieten wenig bis keinen Tragekomfort
  • Helme sind zu schwer
  • Helme rutschen beim Bücken
  • Helme verursachen beim langem Gebrauch Kopfschmerzen

Nach Meinung der Tagungsteilnehmer stehen diese und andere fadenscheinige Argumente bedingungslosem Helmgebrauch massiv entgegen. „Seit starken zwei Jahren arbeitet das M.A.S.C.-Team fieberhaft daran, die vertrackte Ausgangslage zu verbessern“, berichtet Fischer. Dann stellt er das Ergebnis der aufwendigen Entwicklungsarbeit vor …

Der Spenglerhelm von M.A.S.C.

Fischer greift in einen Karton, holt einen grauen Helm heraus und wirft diesen wie einen Ball in die Teilnehmerrunde. Das Spiel ist eröffnet: Ein Baumetaller nach dem anderen setzt den Spenglerhelm auf und bescheinigt dem Prototyp gute Passform, hohen Tragekomfort sowie einfache Handhabung. Dazu Fischer: „Der M.A.S.C.-Helm ist extrem leicht und dennoch sicher. Die vorgeschriebenen Standards erfüllt er mit Bravour. Entsprechend zertifiziert soll der Helm zukünftig sogar in verschiedenen Farben zu haben sein. Und weil Technik zum Anfassen zu den Grundprinzipien des BAUMETALL-Treffs gehört, versprach Fischer den anwesenden Fachleuten, den vorgestellten Helm mit Erlangen der Serienreife für Testzwecke zur Verfügung zu stellen.

Ebene 2: Besuch der Kunstgalerie Schauraum

Unmittelbar über der historisch eingerichteten Flaschnerwerkstatt befindet sich Hubers Ausstellungsbereich „Schauraum“. Der lichtdurchflutete Raum wurde als moderne Aufstockung auf ein ehemaliges Stallgebäude gesetzt, welches heute Hubers Liebhaber-Werkstatt beherbergt. Von außen ist die zweite Gebäudeebene mit einer komplett handwerklich gefertigten Titanzink-Rautenfassade bekleidet. Ihr zeitlos modernes Design ergänzt und betont den kubischen Charakter des Baukörpers zusätzlich. Der Kontrast zwischen historischer Werkstatt und moderner Galerie könnte dabei nicht größer sein. Dennoch wirkt das Gebäudeensemble überaus harmonisch – auch in seinem lichtdurchfluteten Inneren. Dort bewunderten die Baumetaller zahlreiche aus Holz oder Stahl gefertigte Skulpturen, Skizzen und bildhafte Darstellungen des Künstlers Klaus Prior aus Lugano (www.klausprior.net).

Ebene 3: Exkursion nach Oberstdorf

Das baden-württembergische Kißlegg liegt auf 664 Höhenmetern. Von dort aus begaben sich die Baumetaller ins 813 m ü. NHN gelegene Oberstdorf – genauer gesagt zur Haft- und Schneefangsystem-Manufaktur Kling und somit auf die dritte Ebene der Veranstaltung. Die Produkte des fest im Oberallgäu verwurzelten und traditionsbedachten Unternehmens sind bekannt – dessen Systemhafte sowie die stabilen Schneefanglaschen auf vielen Stehfalzdächern der Welt im Einsatz.

Mit Erfindung der ersten Schneefanglasche für Stehfalzdächer stellte Meinhard Kling 1962 die Weichen in Richtung Zukunft. Inzwischen produziert Kling-Dach nahezu 150 verschiedene Produkte. „Allein die in verschiedenen Gleitbereichen und jeweils sechs verschiedenen Höhen erhältlichen Schiebehafte bringen es auf die stolze Anzahl von 17 Varianten“, erklärt Gastgeber Clemens Kling. Der engagierte Spenglermeister leitet das 1949 als Spenglerfachbetrieb gegründete Familienunternehmen in vierter Generation. „Seit jeher legen wir größten Wert auf die Ausbildung im eigenen Haus“, erklärt Kling und fügt hinzu: „Nur dadurch ist es möglich, den Qualitätsanspruch in unserer Spenglerfachabteilung sowie bei der Produktion unseres Haft- und Schneefangprogramms kontinuierlich hoch zu halten“.

Neuartige Haftleiste

Dann präsentiert Kling zahlreiche Produkte – darunter auch eine neuartige, sehr stabile Haftleiste zur Befestigung von Stehfalzprofilen. Schnell entsteht eine Diskussion über Sinn und Unsinn unterschiedlicher Montagepraktiken. Dabei legen die Teilnehmer besonderes Augenmerk auf die statische Belastung der Stehfalze durch Photovoltaikanlagen, Trittstufen oder Sicherheitseinrichtungen. „Je nach Dachaufbau bzw. Untergrund empfiehlt es sich, spezielle Befestigungsmittel einzusetzen oder den Haftabstand entsprechend zu verringern“, sind sich die Fachleute einig. Genau dabei könnte die neuartige Haftleiste speziell im Festpunktbereich wertvolle Dienste leisten. Weitere Informationen zu dem aus 0,5-mm-Edelstahl gefertigten und in einer Länge von 600 mm erhältlichen Befestigungselement erteilt Clemens Kling auf Anfrage.

Die Idee, neben klassischer Spenglerarbeit verschiedene Haft- und Schneefangsysteme zu entwickeln und zu vertreiben, erläutert Kling wie folgt: „Wir leben hier in Oberstdorf in einem der schneereichsten Gebiete Deutschlands. Folglich lag es auf der Hand, funktionierende Schneefanganlagen und dementsprechende Haftsysteme zu entwickeln. Was mit der Fertigung für den Eigenbedarf begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem zweiten Standbein. Die Beschäftigung der Mitarbeiter in der kalten Jahreszeit ist ebenfalls ein Grund dafür, warum wir die Kling-Haft- und Schneefangsysteme kontinuierlich weiterentwickeln.“

Inzwischen müssen Stehfalzdächer immer mehr Nutzungsbedingungen erfüllen. So werden etwa Solarmodule und Werbeschilder aufgeklemmt oder Absturzsicherungssysteme angebracht. Um derart komplexe Aufgaben zu erfüllen, sind neben funktionalen und zertifizierten Produkten auch professionelle Planungsleistungen erforderlich. Dabei müssen nicht nur statische Werte berücksichtigt, sondern auch Ausdehnungskoeffizienten des Bedachungsmaterials beachtet werden. Auch hier hilft Kling mit entsprechender Beratung gerne weiter.

Winterkunst

Kunstgegenstände – vorwiegend solche aus Kupfer – sind bei Kling allgegenwärtig. Schon die Firmengründer Johann und Meinhard Kling sowie der von 1992 bis 2015 verantwortliche Andreas Kling fertigten verschiedenartige Ziergegenstände an. Auch der seit 2016 für die Geschicke des Unternehmens verantwortliche Clemens Kling findet großen Gefallen am künstlerischen Umgang mit Baumetallen: „Für mich ist künstlerisches Arbeiten mit Metall eine große Bereicherung“, beteuert der Herzblutspengler, der vorwiegend im Winter und gemeinsam mit seinen Azubis Spenglerkunst herstellt.

Ebene 4: Aluminiumschanze

Zum Abschluss des BAUMETALL-Treffs entführte Clemens Kling seine Gäste auf die größte Skiflugschanze Deutschlands. Mit einer Hillsize von 235 m ist die Heini-Klopfer-Schanze die drittgrößte Skiflugschanze der Welt. Der frei auskragende Sprungturm wird ausschließlich in Höhe des Absprungtisches mit Felsankern im Berg gehalten. Im Schanzenturm befinden sich beheizte Räume, ein Kiosk, sanitäre Anlagen und ein Schrägaufzug für bis zu elf Personen mit Sprungskiern. Die Montage der farbbeschichteten Aluminiumkassetten erfolgte bei der 2017 durchgeführten Schanzensanierung ohne Gerüst. Eine Stahl-Unterkonstruktion dient zugleich als Absturzsicherung bzw. Geländer. Ein entsprechendes YouTube-Video dokumentiert die Sanierungs- und Umbaumaßnahme. Zu sehen ist es u. a. auf der BAUMETALL-Internetseite.

BAUMETALL-Treff: Fortsetzung folgt!

Die begeisterten Baumetaller bedanken sich auf diesem Wege bei Gastgebern und Referenten. Außerdem weisen sie auf zwei weitere Termine hin:

  • <b> 9. Oktober 2019</b> BAUMETALL-Treff Wilde 13 &amp; Friends Stanztechnik und maschinelle Blechbearbeitung
  • <b> </b><b>8. und 9. November 2019 </b>BAUMETALL-Treff unterwegsZu Gast bei Gürtler und Ziseleur Manfred Schulze und bei Fassadenspezialist Jens Sperber

Exklusive Informationen zu Programm und Anmeldung über www.baumetall.de/workshops. Die Teilnehmerplätze sind begrenzt.

www.flaschnerei-huber.de

www.kling-dach.de

www.masc-gmbh.de

https://youtu.be/UOJUxy-716g

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