Baumetall Ausgabe: 01-2017

Leben in der Bude

Ich unterstütze das Museum, weil … In der Branche ist viel los – im Europäischen Klempner- und Kupferschmiedemuseum erst recht! Als offizielle Standesvertretung aller Klempner, Spengler, Flaschner und Blechner verdient das Museum jetzt besondere Unterstützung. Warum, lesen Sie hier! AUTORen: Klaus hofmann & Andreas buck

  1. Teil: Leben in der Bude
  2. Teil: Jetzt anmelden!
  3. Teil: Jetzt Mitglied werden
  4. Teil: Autor

Was habe ich davon, dass Lötlampen im Europäischen Klempner- und Kupferschmiedemuseum im Trockenen stehen? Warum soll ich die Karlstädter Profilierungsstätte geltungssüchtiger Kollegen unterstützen? Welche Vorteile bringt mir und meinem Betrieb eine Mitgliedschaft in der Museumsstiftung? Diese und ähnliche Fragen sind so alt wie das Museum selbst. Manch Branchenkenner behauptet sogar: Der Bau des Museums erfolgte vielleicht 20 Jahre zu früh! Warum? Ganz einfach: Schon immer gibt es Menschen, denen ihr Hemd näher ist als ihre Hose. Profitorientiert wägen diese ab, ob sich eine Investition lohnt und welche Gewinne dabei herausspringen. Aus der Sicht solcher Personen ist eine bloße Mitgliedschaft zur Unterstützung eines Museumsgebäudes einfach zu wenig. Umso mehr Anerkennung haben die Gründungsväter unseres Museums verdient. Schließlich stellte deren Idealismus die Weichen für eine Einrichtung, die sich anschickt, in Zukunft wesentlich mehr als eben nur ein Museum zu sein!

Wachsende Kompetenz dank Workshopreihe

Wer mit den Vorständen und aktiven Mitgliedern der Museumsstiftung spricht, vernimmt in jüngster Zeit Begriffe wie Begegnungsstätte, Kompetenzzentrum oder Heimat der Branche. Letzteres ist das Museum zweifelsfrei und das bereits seit seiner Grundsteinlegung. Ein Treffpunkt der Branche ebenso, denn Bundesfachgruppentagungen, BAUMETALL-XXL-Treffen oder iib-Jahreshauptversammlungen finden selbstverständlich in Karlstadt statt. Und so ist es nur logisch, den ohnehin gesetzten Branchenmittelpunkt weiter auszubauen. Der entscheidende Impuls dazu war der Start der BAUMETALL-Workshopreihe im Museum. Das aktive Museumsteam wandelt das Museum seither mit viel Enthusiasmus in das Kompetenzzentrum der Branche um. Tatsächlich ist das, was die neue Vorstandschaft der Stiftung in den 26 Monaten seit ihrer Wahl im November 2014 bewegt hat, eine starke Leistung. So wurden zunächst bauliche Schwachstellen am Museumsgebäude beseitigt und die Heizungsanlage auf einen neuen Stand gebracht. Zur organisatorischen und strukturellen Verbesserung wurde anschließend die Veranstaltungstechnik modernisiert.

Multimedialer Werkstattkeller

Seit dem Jahreswechsel 2015/2016 wird das neue Museumskonzept inklusive Einrichtung einer funktionstüchtigen Museumswerkstatt im Untergeschoss umgesetzt. Inzwischen erläutern dort nahezu 20 informative Multimedia-Tafeln die wichtigsten Arbeitstechniken. Vom Schneiden, über das Biegen bis zum Wulsten werden viele Arbeitstechniken gezeigt, darunter auch solche wie das Schmieden, Metalldrücken, Vergolden oder Ziselieren. Zahlreiche Stationen wurden darüber hinaus mit dem nötigen Material und Werkzeug ausgerüstet und laden somit zum Nachmachen und Ausprobieren ein.

Neue Workshop-Werkstatt

Die wichtigste Neuerung kommt den Museums-Workshops zugute, welche bisher an behelfsmäßigen Arbeitsplätzen abgehalten wurden. Seit kurzem befinden sich ebenfalls im Untergeschoss des Museums moderne Werkbänke, die Platz für 12 Seminarteilnehmer bieten. Ergänzt wird die Workshop-Werkstatt durch eine neue Handabkantbank, eine Rund- sowie eine Sickenmaschine und einen großen Bildschirm. Ein Lötarbeitsplatz befindet sich derzeit noch im Aufbau und auch die Beleuchtung wird noch verbessert. Ab April 2017 kann dann der erste Workshop in der neuen Museumswerkstatt stattfinden.

Multimedia trifft Historie

Besonders reizvoll ist es, Parallelen zwischen Historie und Moderne aufzuzeigen. Eigens dazu wurden die Ausstellungsstücke im Museum neu geordnet beziehungsweise die entsprechenden Arbeitsabläufe durch zusätzliche Maßnahmen selbsterklärend dargestellt. So wurde unter anderem der Ornamentbereich umgestaltet und per Infotafel, Fotos und einem Videobildschirm komplettiert, sodass die Herstellung eines Ornaments besser verstanden wird. Ebenfalls neu ist das Modell einer Kupferdeckung einschließlich Dachrinne und Ablauf. Daran wird durch die entsprechende Platzierung verschiedener Werkzeuge verdeutlicht, wie ein Stehfalzdach samt Dachentwässerung entsteht. Auch hier werden die Informationen durch eine Multimediatafel ergänzt. Ebenfalls umgestaltet wurden die Klempner- und Kupferschmiedewerkstätten im Erdgeschoss. Diese vermitteln den Besuchern nun eindrucksvoll, wie darin früher gearbeitet wurde. Auch hier erlauben entsprechende Multimedia-Infotafeln einen umfassenden Einblick in die Tätigkeitsfelder beider Berufe. Kurz vor der Fertigstellung steht eine Zeitleiste, die im Kegelbau des Museums installiert werden soll. Diese wird schon bald anhand geschichtlicher Daten wichtige Entwicklungsschritte der Berufe des Kupferschmieds und des Klempners darstellen – beginnend mit dem Löten von Schmuckgegenständen in Ägypten 5000 Jahre vor Christus über die Gründung der Zünfte im 12. Jahrhundert bis zum Einsatz von Blechbearbeitungszentren im 21. Jahrhundert. Auch hier kommen Multimediatafeln zum Einsatz, die beispielsweise über den Erzabbau, das Schmelzen oder das Walzen verschiedener Metalle informieren. Im Laufe des Jahres soll dann die in der Galerie befindliche Lötlampensammlung überarbeitet und durch entsprechende Infotafeln ergänzt werden. Die Vorstandschaft um Jens Sperber ist sichtlich zufrieden mit dem Erreichten, doch sieht sie sich noch lange nicht am Ziel.

Ein Museum für unsere Zukunft

Zukünftig soll auch die Werbung um Auszubildende im Focus des Museums stehen. So wird sich die Stiftung am Girls- und Boysday beteiligen sowie Kooperationen mit den Schulen der Region eingehen. Daher ist es jetzt wichtig, einen ansprechenden Bereich zur Aus- und Weiterbildung zu gestalten. Unter dem Motto „Klempner zwischen Tradition und Moderne“ sollen hier die Ausbildung vorgestellt und Weiterbildungsmöglichkeiten (Meister, Techniker, Studiengang Gebäudehülle) aufgezeigt werden. Außerdem wird in diesem Bereich allen Meisterschulen die Möglichkeit geboten, die Meisterstücke ihrer Schüler und Schülerinnen einem Fachpublikum zu präsentieren. Dass die Vorstandschaft auf dem richtigen Weg ist, wird durch die zunehmende Zahl an Fachveranstaltungen, die im Museum seit 2015 abgehalten werden, dokumentiert. Außerdem kommen immer öfter Betriebe, Innungen oder Schulen im Rahmen ihrer Bildungsreisen nach Karlstadt.

Museum verdient Unterstützung

An dieser Stelle bedankt sich das gesamte Museumsteam bei seinen Unterstützern aus den Reihen der Materialhersteller, Maschinen- und Werkzeugbauer, Großhändler und Lieferanten, Meisterschulen, Klempner- und Spenglerfachbetriebe, Verbände, Organisationen, Vereine und Mitglieder. Das bisher geleistete zu fördern ist jedoch nur eine Sache. Direkt von den genannten Vorteilen zu profitieren eine andere. Daher war der Zeitpunkt für eine Mitgliedschaft in der Stiftung des Europäischen Klempner- und Kupferschmiedemuseums noch nie so gut wie heute. Und wem das immer noch zu wenig ist, der profitiert als Mitglied zukünftig sogar von stark ermäßigten Workshop- und Weiterbildungsangeboten. Wenn das kein Grund ist?!

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    Blick in die neue Workshop-Werkstatt

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    Multimedia-Tafeln vermitteln zusätzliche Informationen über zahlreiche Arbeits-techniken von Klempnern und Kupferschmieden

  • EIn Dachmodell veranschaulicht, wie ein Stehfalzdach samt Dachentwässerung entsteht

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    Zu Gast beim BAUMETALL-Workshop zum Thema Eindeckung von Kirchtürmen

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    Der neu gestaltete Ornamentbereich zeigt die Herstellung und Rekonstruktion von Dachschmuck oder entsprechenden Verzierungen

Literatur

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