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Fünftausender

40Jahre hat sie funktioniert – die Dacheindeckung der Waldorfschule in Heidenheim an der Brenz. Von 1974 bis 2014 tat das über 5500 m² große Faserzementplattendach seinen Dienst – musste jedoch immer wieder repariert oder teilsaniert werden. Im Sommer 2014 war es dann soweit. Die Totalsanierung begann auf dem Dach der Turnhalle und wurde von dort aus in Teilbereichen und über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren weitergeführt. Über die inzwischen abgeschlossene und umfangreiche Dachsanierung berichtete Christian Smejkal (Klempnermeister und Preisträger der BAUMETALL-Auszeichnung „Meisterstück des Jahres“) auch auf dem Klempnertreff am Titisee (Siehe Seite 12 in vorliegender Ausgabe). „2014 bekamen wir nach ein paar kleineren Sanierungsarbeiten an der Waldorfschule den Auftrag, die Turnhalle mit einer neuen Dachhaut aus Aluminiumschindeln zu versehen“, erinnert sich Smejkal. Auf den Dächern der gesamten Waldorfschule befanden sich bis dahin asbesthaltige Faserzement-Schindeln, die erst einmal entsorgt werden mussten. Diese Maßnahme konnte nur in den Ferien durchgeführt werden, denn schließlich galt es, Lehrer und Schüler auf keinen Fall zu gefährden. Den ordnungsgemäßen Rückbau erledigte eine zugelassene Fachfirma.

Aluminiumschindeln als perfekte Deckung

Des Weiteren stellte sich bei der Sanierung der riesigen Dachfläche die Aufgabe, die Dächer auch energetisch zu sanieren. Dazu wurde das gesamte Dach mit einer 200-mm-Mineralwolledämmung ausgestattet. Diese wurde auf der bestehenden Holzschalung aufgebracht. Zwischenliegende Konterhölzer tragen die darüber liegende und hinterlüftete neue Vollholzschalung.

Kontroverse Diskussionen

Da Aluminium bei der Herstellung größere Wasser- und Strommengen benötigt, diskutierten die Verantwortlichen der Waldorfschule im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme sehr kontrovers über die Eignung des Materials. Schließlich sollten Aluminiumschindeln als Dachdeckungsmaterial nicht nur der technischen Anforderung, sondern vielmehr der von Rudolf Steiner (1861–1925) begründeten ganzheitlichen Auffassung von Archi-tektur und Waldorfpädagogik entsprechen. Das Argument, dass Aluminium über eine deutlich längere Haltbarkeit als Faserzement verfügt und nach einer Nutzungsdauer von +/– 100 Jahren nahezu vollständig wiederverwendet werden kann, überzeugte die Auftraggeber. Außerdem entlasten die eingesetzten Dachschindeln bei einem Bedarf von zehn Schindeln und einem Gewicht von gerade einmal 2,5 kg je m² die Dachkonstruktion erheblich. Nicht zuletzt überzeugte auch die 40-jährige Hersteller-Garantie auf die Farbbeschichtung und das Material der Prefa-Dachschindeln.

Begehbare Dachrinnen und komplexe Dachform

„Als wir Ende 2014 die Turnhalle eingedeckt hatten, bekamen wir den Auftrag, das gesamte Schulhausdach zu sanieren“, erzählt Smejkal. Die komplexe Dachform stellte dabei eine besondere Herausforderung dar. „Die Dachsanierung war eine Mammutaufgabe für uns“, so der Klempnermeister. „Von den Osterferien 2015 bis weit Sommerferien 2016 hinein waren wir nahezu pausenlos mit sechs Facharbeitern auf dem Dach beschäftigt. Viele Dachflächen waren so steil, dass wir nur mit Kletterausrüstung arbeiten konnten. Wenn man sich überlegt, dass wir insgesamt 1700 m Schrägschnitte von Hand vornehmen mussten, um Grat- beziehungsweise Firstanschlüsse auf einer Länge von 600 m auszuführen, wird deutlich, wie groß die Dachfläche ist. Ein weiterer Indikator sind die Dachrinnen mit einer Gesamtlänge von 350 m. Diese sind so breit, dass man darin bequem um das Gebäude gehen kann.“ Ergänzend zur Flächeneindeckung und der Dachentwässerung bekleideten die Fachleute senkrechte und überhängende Fassadenbereiche auf einer Fläche von rund 1500 m² mit Prefa-Dachschindeln bzw. Sidings.

Zufriedene Klempner

Das Team des 1970 gegründeten und heute unter Smejkal GmbH und Co. KG firmierenden Fachbetriebes ist zu Recht stolz darauf, dieses riesige Objekt fristgerecht fertiggestellt zu haben. Besonders freuen sich die Geschäftsführer Christian und Robert Smejkal mit ihrem Team darüber, dass sie die Erwartungen der Waldorfschul-Geschäftsleitung und der Architektin Ingeborg Metzner erfüllen konnten. Auch anthroposophisch betrachtet erfüllt die neue Dacheindeckung alle Erwartungen. Die langlebigen und recyclebaren Prefa-Aluminiumdachschindeln sind geradezu perfekt dazu geeignet, das Haus als dritte Hülle des Menschen zu schützen. Das Aluminiumdach erfüllt somit dieselbe Aufgabe wie behagliche Kleidung oder die menschliche Haut und das für viele Jahrzehnte.

„Dass unsere Klempnerinnen und Klempner auf dem Dach der Waldorfschule ganz nebenbei ihre Fähigkeiten im Umgang mit Kletterseil und Schutzausrüstung perfektionieren konnten, ist ein angenehmer Nebeneffekt“, scherzt Christian Smejkal, dem es seit der Sanierung des anspruchsvollen Daches manchmal schwerfällt, den Unterschied zwischen Berg- und Dachsteigen genauer zu definieren. Der wesentliche Unterschied dürfte jedoch darin bestehen, dass die 5500-m²-Dachfläche in Heidenheim mit Quadratmetern und Berge wie der 5137 m hohe Ararat mit Höhenmetern bemaßt werden. Na dann Berg beziehungsweise Dach heil.

Bautafel

Bauherr: Freie Waldorfschule Heidenheim e.V.

Fachbetrieb: Smejkal GmbH und Co. KG, Heidenheim

5500 m²Dach- und Fassadenfläche, gedeckt mit Prefa-Dachschindel P.10

2300 m Prefa-Schneestopper

330 m Prefa-Jetlüfter

850 m² Fassadenbekleidung mit Prefa Sidings 138/07 P.10 anthrazit und weiß

285 m Dachrinne aus Aluminium 2,0 mm geschweißt

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