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Tortenstücke aus Titanzink

Aber bitte mit Sahne…

Aus der Luft gesehen erinnert das kreisrunde Titanzinkdach des Kindergarten Hengersberg (Schwarzach / Niederbayern) an eine gigantische Torte. Speziell für Klempner dürfe dieser Anblick Lust auf mehr verursachen – erst Recht, wenn diese sich detailliert mit der „Zutatenliste“ befassen. Das eingesetzte Material stammt von KME, die Maschinentechnik von Schlebach und das handwerkliche Know-how vom Fachbetrieb Pichler GmbH aus Regen-Schweinhütt. In der Vergangenheit konnte das 1933 gegründete Traditionsunternehmen schon manches Mal auf sich aufmerksam machen – beispielsweise mit der Fassadenbekleidung eines Heimatmuseums am Starnberger See.

In Hengersberg wartete eine besondere Aufgabe auf das Pichler-Team: Bei einer Dachsanierung sollte das 650 m2 große Kegeldach eines Kindergartens mit konischen Stehfalzscharen neu eingedeckt werden. Die einzelnen Kegelflächen wurden dazu mit unterschiedlichsten Scharen in Breiten von 20 bis 57 cm eingedeckt. Scharlängen bis zu 11 m sowie das entsprechende Handling der Scharen forderte die Spengler zusätzlich.

Gartenparty

Um die langen Stehfalzscharen spannungsfrei und mit entsprechend geringem Aufwand auf die Dachfläche zu transportieren, entschied sich Spenglermeister Stefan Pichler zur Scharvorfertigung vor Ort. Für seine Spengler richtete er eigens dazu eine „Gartenwerkstatt“ ein, die jedoch alles andere als provisorischen Charakter hatte. Unter einem Partypavillon verborgen befand sich das Herzstück der Baustellenwerkstatt – eine nagelneue Schlebach-Profiliermaschine vom Typ SPM-KS. Das Besondere: Die Profiliermaschine schneidet und profiliert in einem Arbeitsgang. Zur Verschnitt-optimierung setzte das Pichler-Team 1000 mm breite Ausgangsbänder ein, die zunächst grob und konisch mit der Rollenschere zugeschnitten wurden. Anschließend erfolgte der exakte Zuschnitt und die Profilierung. Die erforderlichen Einstellungen konnten an der modernen Touch-Panel-Steuerung der Maschine problemlos und schnell vorgenommen werden. Der Profiliervorgang erfolgte automatisch – die langen Scharen liefen spannungsfrei auf mit Rollen versehenen Scherentischen aus der Maschine.

Neue Profiliermaschinen-Generation im Einsatz

Langjährige Entwicklungen und Versuche haben zum Erfolg geführt. Schlebach verwirklicht Spenglerträume – nämlich das parallele und konische Profilieren und Trennen auf einer einzigen Maschine und in nur einem Arbeitsgang. Die neue Generation der Schlebach-Profiliermaschinen Quadro-KS (Bild 5) sowie SPM-KS (Bild 6) und PMC-KS (Bild 7) sind jetzt noch variabler und vielseitiger nutzbar. Alle Maschinen sind für den bekannten Standardeinsatz zu verwenden. Sie profilieren, messen und schneiden Coilmaterial der Länge und Breite nach zu. Zusätzlich sind diese Maschinen in der Lage, die Bahnen durch Verstellen einer Kassettenseite direkt vom Coil oder vom Zuschnitt konisch zu schneiden und gleichzeitig in nur einem Arbeitsgang zu profilieren (Bild 8). Diese Maschinentypen sind dadurch extrem vielseitig einsetzbar und verfügen bereits in der Grundversion über eine reichhaltige Ausstattung:

  • Profilieranlage mit elektronischer Längenmessung
  • SPS-Steuerung mit Touch-Panel
  • Beide Kassettenseiten mit eigenem Antrieb
  • Angetriebene Rollenschere für Quertrennung vor dem Profilieren
  • Längsschneideinrichtung

Außer der Herstellung beidseitig profilierter Standardscharen können je nach Maschinenreihe weitere Profile realisiert werden. Auch Sonderprofile sowie nach speziellem Kundenwunsch entwickelte Profile sind möglich. Die Bestückung der Kassetten sowie der Profil-Umfang erfolgt stets individuell und ist dabei den entsprechenden Kundenanforderungen angepasst.

Profilherstellung: Individuell, stufenlos oder vollautomatisch

Die Einlaufbreite des jeweiligen Maschinentyps ist variabel und stufenlos einstellbar. Über die Steuerung werden Längen und Stückzahlen programmiert. Dabei stehen 25 Speicherplätze zur Verfügung. Die Abfolge wird entsprechend ausgewählt und es ist sogar möglich, im Einzel- oder im Dauertakt, also vollautomatisch zu arbeiten. Das Anfahren der Programme erfolgt materialschonend, also mit langsam ansteigender Geschwindigkeit. Zur genauen Längeneinhaltung wechselt die Steuerung zum Scharenende in einen Kriechgang.

Der Trennvorgang vom Coil erfolgt vor dem Profilieren. In Abhängigkeit des Profiltyps sind daher Mindestlängen von 500 mm bei der SPM-KS und der PMC-KS beziehungsweise von 700 bis 1000 mm bei der Quadro-KS erforderlich. Parallele Pass- oder Anfangsscharen werden in zwei Durchläufen profiliert. Ein weitere Besonderheit bietet die Quadro-KS: Durch das Schwenken der Kassette ist die Herstellung von Profilen mit doppeltem Unter- oder Oberfalz in einem Arbeitsgang möglich. Außerdem sind bei diesen Maschinenvarianten alle verfügbaren Sonderzubehöre, zum Sicken, Stauchen, (bei der QA-45/60) oder Klinken bei der (AK-Quad) sowie entsprechende Abwickelhaspeln einsetzbar. Ferner ist die Herstellung von schräg zugeschnittenen (konischen) Scharen direkt vom Coil oder vom Zuschnitt möglich. Einzige Einschränkung: Bei der Herstellung konisch geschnittener Scharen kann nur im Einzeltakt gearbeitet werden, denn nach jedem Scharendurchlauf wird die Verstellseite wieder in die Startposition gebracht.

Touch-Panel

Über das Touch-Panel mit SPS-Steuerung werden die Werte „schmal“ – „breit“ – „lang“ eingegeben und vom Rechner in eine einmalige Einstellposition für die Schrägstellung der Kassette umgerechnet. Der Winkel für den Schrägschnitt ist von 0° bis 3° stufenlos einstellbar. Das entspricht folgender Achsmaßänderung:

  • Bei 1° – 18 mm/m
  • Bei 2° – 35 mm/m
  • Bei 3° – 52 mm/m

Die Kassette wird durch Drehen mit einer Handkurbel auf die Schwenkposition fixiert. Ein digitales Zählwerk unterstützt die Feineinstellung. Die Startposition wird vorgegeben und skalenunterstützt eingestellt. Außerdem ist es möglich, sowohl von schmal nach breit, wie auch umgekehrt von breit nach schmal zu schneiden und zu profilieren. Durch den Bandvorschub bewegt sich die verschiebbare Kassettenseite, abhängig von der Kassettenschrägstellung, nach außen oder innen.

Da eine Kassettenseite immer in rechtwinkliger Position zur Vorschubrichtung bleibt, wird grundsätzlich die Version „Schräge Scharen“ gefertigt. Über die Steuerung können trapezförmige Scharen vorgewählt werden. Dabei werden die Zwickel am Anfang und Ende der Schar in die Gesamtlänge mit eingerechnet. Diese Zwickel müssen nach dem Profilieren der Scharen manuell abgeschnitten werden.

Fazit

Die neuen Profilierautomaten erfüllen einen hohen Leistungsgrad in bekannter Schlebach-Qualität. Mit deren Einsatz werden erhebliche Kosteneinsparungen bei der Scharfertigung erreicht. Die Montagezeiten werden dadurch spürbar minimiert.

AUTORen: heinz sturm und Josef Peter Münch

INFO

Titanzink von KME

Produktangaben für „Zinkmetal“ nach EN 14783 gemäß EU Richtlinie 89/106 EEC (BPR) mit CE gekennzeichnet

  • Materialdicken von 0,60 – 1,00 mm
  • Breite 550 mm –1000 mm
  • Breitentoleranz +2 /– 0 mm
  • Längentoleranz bei Tafeln +10 /– 0 mm
  • Dickentoleranz ± 0,02 mm
  • Geradheitstoleranz, (Säbelförmig­keit) je 1,5 mm pro 1000 mm Messlänge
  • Planheit max. Abweichung 2 mm
  • Lieferform Bänder und Tafeln
  • Oberfläche walzblank silber-grau
  • Oberflächenfolierung einseitig auf Anfrage möglich
  • Zugfestigkeit Rm 150 – 220 N/mm<sup>2</sup>
  • Dehngrenze Rp0,2 min. 110 N/mm<sup>2</sup>
  • Bruchdehnung A50 min. 40 %
  • Dauerdehngrenze max. 0,1 %

https://www.kme.com/

Dachaufbau

  • Dampfsperre
  • Isoflock-Vollsparrendämmung
  • 24-mm-Vollholzschalung
  • Strukturierte Trennlage Beco-Bevent
  • Stehfalzeindeckung – Befestigung mit 30-mm-Schiebe- und Langschiebehafte
  • Material: Titanzink von KME, Marke „Zinkmetal“

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