Nachdem im Februar dieses Jahres auf der Dach+Holz in Köln die Prototypen des neuen 2-t-Coilhandling-Systems Coilcell von Forstner und der neuen Doppelbiegemaschine D-Power von Thalmann vorgestellt wurden, findet nun auf der Euroblech die offizielle Markteinführung statt. Basierend auf der kinetischen Steuerwellentechnologie, die eine synchrone Kraftverteilung über die gesamte Arbeitslänge gewährleistet, bietet die neue Thalmann D-Power eine Vielzahl arbeitserleichternder Weiterentwicklungen und technischer Innovationen:
- Durch den erweiterten Rückzug der Biegewange auf über 200 mm wird der horizontale Biegefreiraum nahezu verdoppelt.
- Die neue Antriebstechnologie gewährleistet konstante Leistung und Geschwindigkeit bei ca. 80 % weniger Energieverbrauch.
- Die Seitenbeladelösung mit Multihead-Einzug reduziert die Beladezeiten und erhöht die Flexibilität.
- Der auf 900 mm erweiterte Verfahrweg steigert den Tischausstoß um rund ein Drittel und erhöht die Variantenvielfalt beim Biegen.
- Drei modular integrierbare Automationseinheiten – Blechzufuhr, Blechwendung und Blechentnahme – reduzieren das manuelle Handling, minimieren den Personaleinsatz und steigern die Produktionseffizienz.
Die neue Coilcell von Forstner ist ein modulares, stapelbares und automatisierungsfähiges 2-t-Coilhandling-System mit integriertem Lift. Das extrem platzsparende System überzeugt mit seiner kompakten, doppelstöckigen Turmkonstruktion. Durch die Modulbauweise passt sich das System perfekt an die Bedürfnisse des Anwenders an – vom manuellen Betrieb bis hin zur vollautomatischen Coil-Management-Lösung. Entsprechend niedrig ist die Einstiegsinvestition, was das Produkt auch für kleinere und wachsende Unternehmen wirtschaftlich interessant macht. Die Handhabung des Systems ist ebenfalls sehr einfach. So lassen sich die Coils optional mit einem manuellen Hubwagen einbringen – ganz ohne Kran oder Stapler. Ergänzt wird die einfache Bedienung durch besonders schnelle Produktionsprozesse: Kurze Umrüstzeiten garantieren zügige Coilwechsel und reduzieren Stillstandzeiten auf ein Minimum. Mit steigendem Automatisierungsgrad lässt sich zudem der gesamte Materialfluss optimieren, was die Produktivität in der Werkstatt nachhaltig steigert. Forstner zeigt mit der Compact zudem eine leistungsstarke Richt-, Längs- und Querteilanlage in Kombination mit einem motorisierten 8-t-Coilabwickler inklusive Beladewagen.
Als One-Stop-Partner stellt Cidan weitere Maschinen und dazu passende Steuerungs- und Softwarelösungen vor. Von Cidan sind die Schwenkbiegemaschinen Forma Z 32 mit gerader Oberwange und FX 32 nuLink-Steuerung, die elektrische Tafelschere Rapido 32 sowie die manuellen Handabkantmaschinen MF und MFB zu sehen. Darüber hinaus präsentiert nuIT die neuesten Softwareentwicklungen, darunter neue Stanzfunktionen, Profilgeneratoren für Boxen und Fensterbänke sowie eine erweiterte Integration der Thalmann-Maschinen.
Euroblech 2026 | Halle 11, Stand D154
Bild: Cidan
Korrosion und Protektion
Die beiden angekündigten Fachartikel zur Bitumenkorrosion und zum Algenbewuchs auf Metalloberflächen mussten aufgrund aktueller Branchenmeldungen verschoben werden. Sie erscheinen in BAUMETALL-Ausgabe 7/2026 am 12. November.
Phänomene im Blick: Bitumenkorrosion
Unter dem Einfluss von UV-Strahlung, Sauerstoff und Feuchtigkeit altern bitumenhaltige Werkstoffe. Dabei entstehen wasserlösliche, organische Säuren. Wird dieses saure Oberflächenwasser (meist bei Aufdach- oder Flachdachkombinationen) unverdünnt auf nachfolgende Eindeckungen oder Entwässerungsbauteile aus Metall geleitet, greift es das materialfestigende Gefüge massiv an. Es kommt in der Folge zu Lochkorrosion und Auswaschungen – insbesondere bei Zink, Aluminium oder Kupfer.
So weit die Theorie: BAUMETALL stellt unterschiedliche Einbausituationen vor, die sich den genannten Gesetzmäßigkeiten seit Jahrzehnten erfolgreich widersetzen (Beispielbild unten).
Bild: BAUMETALL
Flechten- und Algenbewuchs
Metalle gelten als extrem widerstandsfähig gegen organischen Befall. Dennoch zeigen sich in den letzten Jahren vermehrt Grün-, Schwarz- oder Rotalgen sowie Moossporen auf Stehfalzdeckungen, Fassadenbekleidungen, Dachflächen und anderen Verblechungen. Ursächlich sind oft geänderte Umweltbedingungen (weniger Schwefeldioxid in der Luft), veränderte Oberflächenbeschichtungen oder dauerhaft auftretende Feuchtefilme durch Taubildung im Halbschatten. Der Bewuchs ist nicht nur ein optischer Mangel, sondern kann durch dauerhafte Feuchteansammlungen auch die Materiallebensdauer beeinträchtigen.
Ein Beispiel sind Undichtigkeitsprobleme, die aufgrund der im Biofilm gespeicherten Feuchtigkeit entstehen. Besonders im Bereich der Falze können Kapillareffekte Wasser tief in die Konstruktion saugen und somit immer wieder zu schleichenden Undichtigkeiten führen.
Bild: K. Walter
Leseraufruf
Ihre Erfahrungen aus der Praxis sind gefragt! Wenn auch Sie mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, schildern Sie uns gerne Fallbeispiele von Bitumenkorrosion oder Algenbefall auf Metalloberflächen zu.
redaktion@baumetall.de / Stichwort „Korrosion“