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Geschustert und improvisiert für die Ewigkeit

Schornsteinverwahrung aus Kunststoff

Gerne machen wir für Sie die Dacheindeckung und die Spenglerarbeiten erledigen wir auch gleich mit. Dadurch haben Sie zwei Vorteile! Einerseits erhalten Sie einen äußerst günstigen Preis, andererseits haben Sie es mit nur einer Firma zu tun.“

Mit diesen Worten offerierte der Firmen-inhaber eines in der Nähe von Salzburg ansässigen Holzbauunternehmens vor etwa zehn Jahren seine Spenglerkünste.Sicher war sich der Handwerker auch bei der Wahl der Werkstoffe. Anstatt mit „technisch hoch komplizierten metallischen Werkstoffen“ aufzuwarten, entschloss er sich Bauteile aus Kunststoff einzusetzen. Geschickt überzeugte er die Bauherrschaft von den Vorzügen des Materials: „Die Dachrinnen, Schornsteineinfassungen und Dachanschlüsse montieren wir aus hochwertigem Kunststoff, wodurch Sie lebenslange Freude haben werden, denn schließlich kann dieses Material nicht rosten!“

Zehn Jahre später …

Als nach etwa zehn Jahren Spenglermeister Friedrich Parzer aus Salzburg zur Hilfe gerufen wurde, traute dieser seinen Augen kaum. Eine Schornsteinverwahrung aus Folienmaterial hatte er bislang noch nicht gesehen. Die Folie wurde nicht nur im vorderen Anschlussbereich des Schornsteins, sondern auch in der seitlichen Verwahrungsebene unter den Hohlziegeln angebracht. Im Laufe der Zeit mutierte die Schornsteinfolie zu einer steinharten Altlast, wodurch sich der Folientyp nicht mehr feststellen ließ. Das Kunststoffmaterial wurde ursprünglich mit viel Fantasie verarbeitet, löste sich aber im Laufe der Zeit von aufgehenden Bereichen ab. Wundern darf man sich über die dennoch relativ lange Standzeit der Schornsteineinfassung, auch wenn die versprochene lebenslange Sicherheit nicht erreicht wurde.

Sozusagen als krönender Abschluss wurde auf dem vor kurzem stillgelegten Schornstein anstatt einer metallischen Schornsteinhaube eine Abdeckung aus Hohlziegel aufgemörtelt. Dieser Ziegeldeckel schreit ebenso wie die Folienverwahrung nach einer Komplettlösung aus Spenglerhand.

Angesichts solch einer „Meisterleistung“ stimmt Friedrich Parzer dem Volksmund uneingeschränkt zu, indem er sagt: „Schuster bleib bei deinen Leisten“, auch wenn dieser Schuster ein Zimmermann war.

*Der Autor ist Spenglermeister im österreichischen Salzburg.

Friedrich W. Parzer*

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