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BAUMETALL-Netzwerktreffen in Landsberg

Handwerk trifft Hightech

Es ist Freitag, der 17. April 2026. Pünktlich treffen 30 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Krehle GmbH in Landsberg am Lech ein. Die Gäste sind aus Nord- und Ostdeutschland, aus Tirol oder der Zentralschweiz angereist. Die Stimmung ist locker. Alles ist perfekt organisiert. Gastgeberin und Krehle-Geschäftsführerin Eva Krehle eröffnet die Veranstaltung gemeinsam mit BAUMETALL-Chefredakteur Andreas Buck. Zum Auftakt lenkt der Klempnermeister den Blick auf das Informations- und Medienverhalten der Branche. Buck thematisiert vorrangig die wachsende Präsenz künstlicher Intelligenz in den sozialen Medien sowie die damit verbundene Zunahme von Fake News. Angesichts der Flut an ungeprüften Inhalten – die inzwischen sogar den Weg in das öffentlich-rechtliche Fernsehen finden – beobachtet er ein regelrechtes Umdenken. Tatsächlich wird in der Diskussion mit den 30 Fachleuten schnell klar: Die Branche filtert ihren Medienkonsum heute deutlich strenger. Auch die Teilnehmer orientieren sich offensichtlich neu und suchen gezielt nach Internet-Verlässlichkeit. Seriöse Nachrichtenquellen und fundierte Fachberichte gewinnen folglich an Bedeutung, denn schließlich ist es wichtig, in der Informationsflut die Orientierung zu behalten. Besonders deutlich wird dies durch die Schilderung eines Teilnehmers, der betont, wie unverzichtbar der direkte Austausch von Mensch zu Mensch für ihn geworden sei. Diese individuelle Einschätzung spiegelt einen allgemeinen Trend wider: Echte Netzwerktreffen vor Ort rücken in einer digitalen Welt spürbar in den Fokus. Sie dienen als sicherer Hafen für den fachlichen Dialog und als verlässliche Instanz, um neue Trends gemeinsam auf Herz und Nieren zu prüfen. Genau das ist die Kernaufgabe des BAUMETALL-Treffs.

Hochkarätige Referenten im Programm

Als erster Vortragsredner stellt Uwe Engelhardt von der Erfolgsmeisterei seinen „digitalen Copilot“ für Fachbetriebe vor. Das Programm unterstützt Unternehmer dabei, die Wirtschaftlichkeit im Fachbetrieb massiv zu steigern. Die Software fungiert wie ein strategischer Berater und macht komplexe Daten intuitiv begreifbar. Ein anschauliches Beispiel ist Engelhardts Vergleich mit einer Benzinuhr auf dem Armaturenbrett: Leuchtet am Computerbildschirm eine ähnlich gestaltete Warnanzeige auf, wird der Anwender umgehend darüber informiert, dass Handlungsbedarf besteht. Das System belässt es jedoch nicht bei der Warnung, sondern schlägt sofort konkrete Maßnahmen vor, um die „Fahrt“ des Betriebs sicher und rentabel fortzusetzen. Laut Engelhardt behalten Inhaber damit jederzeit die volle Kontrolle über ihre Kennzahlen, ohne vorher zum Datenanalysten werden zu müssen.

Als nächster Redner präsentiert Florian Buchfink die ToolScan-App, die für maximale Transparenz in der Werkzeugverwaltung sorgt. Da die Softwarelösung von einem echten Handwerker direkt aus dem Arbeitsalltag heraus programmiert wurde, passt sie perfekt in die Praxis. ToolScan ermöglicht es, den gesamten Gerätepark digital zu erfassen und per App zu verwalten. Das verhindert langes Suchen oder Verluste von teurem Equipment auf den Baustellen und schafft somit die nötige Ordnung für einen reibungslosen Betriebsablauf.

Doch nicht nur die Verwaltung der Werkzeuge, sondern auch die Planung der Bauteile selbst lässt sich heute hocheffizient digital steuern. Den entscheidenden Schritt von der Organisation hin zur automatisierten Konstruktion beleuchtet im Anschluss David Greco von Gesacon. Greco informiert über Neuerungen im Bendex-System – einer Software, die im Bereich des digitalen Konstruierens ihresgleichen sucht. „Bendex automatisiert den Prozess von der Planung bis zur Fertigung komplexer Profile und Metallelemente“, sagt Greco, der den Anwesenden zeigt, wie Fachbetriebe und ihre Kunden Kantprofile direkt und einfach online konfigurieren können. Das leistungsstarke Programm errechnet im Hintergrund zahlreiche Parameter, prüft die Machbarkeit und bereitet die Daten für die Produktion der entsprechenden Profile vor. Dabei werden nicht nur Schwenkbiege- und Lang­abkantmaschinen angesteuert. Bendex kommuniziert auch mit Tafelscheren und Coilcentern sowie mit Stanz-Nibbel- und Laserschneidanlagen.

Digital-Praxis in der Krehle-Werkhalle

Ein echtes Veranstaltungs-Highlight sind die praktischen Anwendungsbeispiele in der Krehle-Produktion. Michele Dal Ponte stellt beispielsweise das moderne Flexijet-Laseraufmaßsystem vor. Die Teilnehmer beobachten gespannt, wie er die Maße direkt an einer Schablone abnimmt.

Das System ermöglicht das millimetergenaue Erfassen komplexer Geometrien durch einfaches Anvisieren der Messpunkte mit einem Laserstrahl. Während der Laser die Punkte im Raum fixiert, zeichnet die Software die Konturen digital nach und überträgt die Referenzpunkte nahezu zeitgleich in eine CAD-Zeichnung. Dabei werden selbst komplexe Radien und organische Schwünge präzise abgebildet. Im Anschluss werden die Daten übertragen und zum Zuschnitt vorbereitet. Die Gäste erleben live, wie die entsprechenden Abwicklungen auf der hauseigenen Laserschneidanlage präzise ausgeschnitten werden. Dieser direkte Workflow verdeutlicht die enorme Zeitersparnis und Fehlervermeidung, die durch die digitale Kette vom Aufmaß bis zur Maschine möglich sind.

Praktiker kommen voll auf ihre Kosten

Als Nächstes führen Patrick Würzinger und Hannes Gayer die Gäste durch den Betrieb. Gayer präsentiert zahlreiche gebogene Bauteile und Profile aus Kupfer und Zink – viele davon aus aktuellen Kundenaufträgen. Nach dem Besuch des Krehle-Showrooms setzen die ­Mitarbeiter zum Endspurt an: Geschäftsführer Michael Schmidt und Techniker Michele Dal Ponte stellen einige Großprojekte des Unternehmens vor. Hannes Gayer erläutert anschließend, wie bei Krehle die 3D-Planung, die Logistik und die Kundenbetreuung Hand in Hand umgesetzt werden.

Neben den zahlreichen Informationen aus erster Hand schafft das Treffen bei Krehle genügend Raum für Diskussionen über digitale Prozesse und das fachgerechte Planen, Produzieren und Montieren von Metallprofilen. Am Ende des Tages steht fest: Die Teilnehmer nehmen wertvolle Impulse mit nach Hause und blicken dem nächsten BAUMETALL-Treffen voller Zuversicht entgegen.

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