Rinnenverbindungen sollen an den Nahtstellen kraftschlüssig und dauerhaft dicht verbunden sein. In der Spenglertechnik setzt sich das Kleben immer öfter als hochgradig effizientes Verfahren durch – speziell bei Rinnen aus Aluminium: Im Gegensatz zu Rinnen aus Edelstahl, Kupfer, Stahl oder Titanzink lässt sich Aluminium nicht klassisch weichlöten. Das Kleben ist folglich, neben dem Niet-Dicht-Verfahren, für viele Fachleute die Methode der Wahl, denn Aluminium zeigt bei Temperaturwechseln eine starke thermische Längenausdehnung. Eine starre Naht würde bei langen Rinnensträngen unter dem enormen Zug und Druck der Jahreszeiten unweigerlich reißen. Spezialkleber, meist auf MS-Polymer- oder Polyurethan-Basis, wirken hier wie eine hochelastische Dichtung und nehmen zugleich die Bewegungen des Materials auf. Damit diese Klebenaht jedoch über Jahrzehnte hält, verzeiht das Material keine Fehler bei der Vorbereitung auf der Baustelle. Die entscheidenden Vorbereitungsschritte sind:
- Die Reinigung: Die Klebeflächen an den Rinnenenden müssen absolut staub-, fett- und feuchtigkeitsfrei sein.
- Das Anschleifen: Um die Haftung (Adhäsion) zu erhöhen, werden die Nahtbereiche mit einem feinen Schleifmittel leicht angeraut. Unter dem Mikroskop betrachtet, erzeugt das Anschleifen feine Rillenstrukturen, die dazu führen, dass sich die effektive Klebefläche um ein Vielfaches vergrößert. Der Kleber fließt in diese mikroskopisch kleinen Täler und verankert sich dort nach dem Aushärten mechanisch – in der Adhäsionstechnik wird dieser Effekt auch Mikroverzahnung genannt.
- Das Primern: Manche Klebstoffe erfordern den Einsatz spezieller Haftreiniger (Cleaner), um beispielsweise Rückstände aus der Produktion, wie Walzöle oder Ziehfette, zu entfernen.