Wenn beim Großen Preis von Baden die Vollblüter die Zielgerade hinunterjagen, blickt die internationale Sportwelt gebannt nach Iffezheim. Rund 180 000 Reitsportbegeisterte besuchen die Galopprennbahn pro Jahr. Doch abseits des Geläufs zieht aktuell ein anderer Hingucker die Blicke an: die historische Haupttribüne des traditionsreichen Rennplatzes. Mit der meisterhaften Sanierung ihres denkmalgeschützten Daches aus dem Jahr 1890 beweist die Rennbahn, dass Höchstleistung nicht nur auf vier Hufen erbracht wird, sondern auch im Rahmen anspruchsvoller Restaurierungen und Metalldachdeckungen im Bestand.
Das Erbe von 1890: Denkmalschutz im Fokus
Die historische Haupttribüne ist weit mehr als nur ein Zuschauerraum – sie ist das älteste erhaltene Gebäude auf dem gesamten Gelände und ein kulturgeschichtliches Denkmal von internationalem Rang. Das ehrwürdige Bauwerk atmet die Geschichte des Galoppsports und steht unter strengem Denkmalschutz.
Über Jahrzehnte hinweg hatte die Witterung der Dachsubstanz stark zugesetzt, sodass zuletzt gravierende Schäden und Undichtigkeiten auftraten. Eine umfassende Sanierung des Daches war unumgänglich. Ziel der Sanierung war es, das Herzstück der Rennbahn langfristig zu erhalten. Die Herausforderung für die Dachhandwerker der Blechnerei Michael Schneider bestand darin, modernste Schutzfunktionen mit den strengen Vorgaben der Denkmalpflege in Einklang zu bringen: „Ein besonderes Augenmerk galt der Sanierung der historischen Unterkonstruktion“, erinnert sich Michael Schneider. Das filigrane alte Tragwerk des Tribünendachs durfte statisch nicht überlastet werden, weshalb das Gewicht des neuen Deckmaterials eine entscheidende Rolle spielte. Hier erwies sich Aluminium der Marke Prefa als die ideale Besetzung für den Spitzenplatz: „Das Metall ist extrem leicht und entlastet die Konstruktion. Aufwendige und optisch störende statische Ertüchtigungen waren somit nicht erforderlich“, erklärt Schneider und zeigt auf das weit auskragende Dach der Tribüne. Dessen Last ruht auf verzierten Gusseisensäulen. Die historischen Stützen sind ein echter Blickfang. Sie faszinieren Besucher und Architekturliebhaber durch vertikal verlaufende Rillenstrukturen und dekorative Ringe im unteren Drittel. Den oberen Abschluss bilden prachtvoll ausgeformte korinthische Kapitelle, die elegant in filigrane gusseiserne Trägerkonsolen übergehen.
Präzision macht unser Dach
Die für Blechner und Spengler spannenden Details befinden sich über den kunstvoll gestalteten Eisensäulen und der sorgfältig restaurierten Unterkonstruktion aus weiß gestrichenen, parallel laufenden Brettern. Bei der handwerklichen Umsetzung der Dacheindeckung kam es auf absolute Präzision an. Das neue Aluminiumdach musste perfekt an die Geometrie des Bestandsgebäudes angepasst werden. „Was auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, erforderte das ganze Können unserer Blechner“, betont Schneider. Beispielsweise wurde das Deckbild der Scharen so eingeteilt, dass die Falzstruktur über die gesamte Dachfläche hinweg absolut fluchtgerecht verläuft. Aufgrund der enormen Dachlänge legte das Schneider-Team auf die Berücksichtigung der Querdehnung besonderen Wert. Die Stehfalze wurden entsprechend sorgfältig und unter Anwendung eines speziellen Tricks geschlossen: „Wir haben die Falzmaschine so eingestellt, dass der Anpressdruck beim Schließen des Stehfalzes deutlich minimiert wurde“, so Schneider. Im Ergebnis zeichnet sich kein einziger Haft durch das 0,7-mm-Aluminium ab. Das gilt für normale Festhafte im Firstbereich ebenso wie für Schiebehafte mit mehreren Materialstärken am Haftsockel. Und noch etwas ist erwähnenswert: „Durch die punktgenaue Einstellung des Anpressdrucks verfügt der doppelte Stehfalz über eine kleine unterseitige Öffnung. Diese Öffnung wirkt Kapillareffekten wirkungsvoll entgegen und stabilisiert die Falzlinie bzw. den Falzverlauf zusätzlich.
Die Anschlüsse an Traufe und First wurden in traditioneller handwerklicher Manier ausgearbeitet und alle Falze stehend eingeführt. Am First montierten die Blechner eine mehrteilige Firstkappe mit wechselseitig angeordneten Dehnkappen.
Fazit
Durch den Einsatz des modernen, korrosionsbeständigen Werkstoffs Aluminium der Marke Prefalz sowie der ästhetisch anspruchsvollen Oberfläche in P.10 ist ein meisterhaftes Aluminiumdach entstanden. Das rote Stehfalzdach schützt die sportbegeisterten Zuschauer zuverlässig vor Sonne, Wind und Wetter und entspricht somit den anspruchsvollen Anforderungen – auch für die nächsten Generationen des Turf-Sports in Iffezheim.
Bild: BAUMETALL
Bild: BAUMETALL
Bild: BAUMETALL
Bild: BAUMETALL
Bild: BAUMETALL
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Bild: BAUMETALL
Bild: BAUMETALL
Bautafel
Objekt: Sanierung der Haupttribüne, Galopprennbahn Iffezheim
Bauherr: Baden Galopp GmbH & Co. KG, Iffezheim
Architektur: Architekturbüro Andreas Fritz, Bietigheim
Fachbetrieb: Blechnerei Michael Schneider, Karlsruhe
Material: Farbbeschichtetes Aluminium der Marke Prefalz P.10
Bild: BAUMETALL