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Robert-Mayer-Schüler lassen den Funken überspringen

Klempnerpaten finden Patenklempner

Meisterschüler, Klempnerpaten und Ausbilder sind zufrieden - Buck für BAUMETALL - © Buck für BAUMETALL
Meisterschüler, Klempnerpaten und Ausbilder sind zufrieden - Buck für BAUMETALL

Freitagnachmittag in Stuttgart. Die Stadt bereitet sich auf das Wochenende vor und auch in der Klempnerwerkstatt der Robert-Mayer-Schule liegt ab 16.00 Uhr kein Werkzeug mehr auf den Werkbänken – normalerweise. An diesem Freitag ist das anders. Pünktlich um 16.00 Uhr betreten Oleg, Alexey und acht weitere Langzeitarbeitslose die Lehrwerkstatt der Robert-Mayer-Schule. Unsicher stehen sie sieben Meisterschülern, zwei Ausbildern sowie dem Chefredakteur der BAUMETALL gegenüber. Oleg schaut sich um, sieht fremdartige Werkzeuge, glitzerndes Metall und eben sieben hoch motivierte, angehende Klempnermeister. Bernd Wahl ist einer von ihnen. Er erzählt, dass so kurz vor der praktischen Prüfung eigentlich keine Zeit für Experimente verbleibt und dennoch: „Wir waren neugierig, ob in so kurzer Zeit der Klempnerfunke überspringen kann. Außerdem“ – so fügt er an – „könne die gesammelte Erfahrung als Strategie bei der Arbeitsunterweisung eingesetzt werden.“ Bereits Tage vorher planten die Meisterschüler Art und Umfang der Aktion. Erklärtes Ziel: in kürzester Zeit einen Eindruck vom Beruf des Klempners zu vermitteln. Daher entschied sich die „Meisterklasse“ dafür, zusammen mit den Arbeitslosen ein Dachmodell mit Titanzink zu belegen. Eine „selbst gedrehte“ Rinne mit handwerklich hergestelltem Stutzen sollte an der kleinen Dachfläche ebenso wie der schwäbische Traufabschluss süddeutsche Klempnerkunst repräsentieren.

Auf los geht´s los

Nur zehn Minuten und eine knappe Begrüßung durch die RMS-Ausbilder Gert Brenner und Hans-Peter Rösch, später hält Oleg „seine“ erste Blechschere in Händen. Der erste Schnitt an der zuvor angezeichneten Stutzenabwicklung ist spannend. Schnell gewöhnt sich Oleg an das neue Werkzeug und an das Metall. Wenig später ist sein Stutzen gerundet, gefalzt und geschweift, wobei die fachmännische Anleitung das Erstlingswerk durchaus hochwertig erscheinen lässt.

Auch Alexey ist schon ein gutes Stück weitergekommen, seine Rinne ist mit Endböden versehen und seine Rinnenträger sind gebogen und montiert. Überhaupt ist die Stimmung in der Werkstatt fantastisch. An allen Werkbänken wird hoch motiviert gearbeitet. Es hämmert, es riecht nach Lötwasser und Zinn. Klempneratmosphäre pur. Nach vier Stunden ist Teil eins geschafft und sichtlich stolz auf das Geschaffene, verlassen Oleg, Alexey und die anderen die Werkstatt, um am Morgen des kommenden Samstags um 8.00 Uhr wieder hier zu sein. Sie wollen ihr erstes Dach fertigstellen und dadurch vielleicht eine Chance auf eine Stelle in einem Klempner-Fachbetrieb erhalten.

Positive Bilanz

Gert Brenner umschreibt es so:

„Ich habe nicht erwartet, dass hier mit derart viel Motivation gearbeitet wird. Auch die Meisterschüler waren sehr skeptisch. Für mich als Pädagoge bestätigt dieser Zwei-Tages-Kurs meine Erfahrungen. Die richtige Herangehensweise und die Tatsache des Mitmachens setzt Ausbilder und Auszubildende immer wieder ins selbe Boot. In kürzester Zeit entsteht ein Team und wenn die Arbeit mit Liebe gemacht wird, ist das Ergebnis fast immer positiv. Die besonderen Umstände, in denen sich langzeitarbeitslose Menschen befinden, haben, guter Wille vorausgesetzt, dazu geführt, dass auch etwas Tolles entstehen konnte. Obwohl am zweiten Kurstag nicht alle Teilnehmer erschienen – das Ergebnis schmälert es keinesfalls. Ohnehin ist bereits die Vermittlung eines einzigen Teilnehmers in die Klempnerbranche ein riesiger Erfolg.“

Oleg steht stolz neben seinem ersten Klempnerdach. Wo er es zu Hause aufstellt, kann er sich noch nicht vorstellen, wohl aber, eines Tages als Klempner zu arbeiten.

Erste Erfolge:

Drei Teilnehmer der Aktion „Klempnerpaten suchen Patenklempner“ haben dermaßen großes Interesse am Beruf des Klempners gezeigt, dass sie alles daran setzen werden, eine Lehrstelle zu finden. Auch seitens einiger Klempnerfachbetriebe sind bereits erste Personalanfragen eingegangen.

Das soziale Projekt „Klempnerpaten suchen Patenklempner“ wird unterstützt von den Meisterschülern der Stuttgarter Robert-Mayer-Schule und dem gemeinnützig anerkannten Verein zur Förderung, Integration, Schulung und Hilfe langzeitarbeitsloser Menschen, Fish Leonberg e.V.

Unterstützen Sie das Projekt entweder anteilig mit einer Spende oder werden Sie Pate und übernehmen Sie die vollen Seminargebühren für einen der Teilnehmer in Höhe von 200 Euro. Die Spender erhalten zum Jahresende eine Spendenquittung.

Spendenkonto: 3 85 98 50 10 bei der Volksbank Region Leonberg BLZ 60 39 03 00

Fisch Leonberg e. V.

Sozialwirt Robert Keller

Distelfeldstrasse 20

71229 Leonberg

E-Mail: info@fish4job.de

http://www.fish4job.de

Tel.: (07152) 61 74 81

Fax: (07152) 61 74 79

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