Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Statement Sharp

Betrieb steht still: 7 Schritte für einen effi­zien­ten Wiederanlauf

Betriebsunterbrechungen erfor­dern schnelle und struk­tu­rierte Maß­nah­men. Wie Unter­neh­men den Wieder­an­lauf opti­mie­ren und Schä­den mini­mie­ren können.

Eine gute Vorbereitung ermöglicht Unternehmen bei einer Betriebsunterbrechung einen schnellen Wiederanlauf und minimiert Ausfallzeiten.

Sharp

Eine gute Vorbereitung ermöglicht Unternehmen bei einer Betriebsunterbrechung einen schnellen Wiederanlauf und minimiert Ausfallzeiten.

Ein Cyberangriff legt zentrale IT-Systeme lahm, ein fehlgeschlagenes Software-Update unterbricht wichtige Geschäftsprozesse oder ein technischer Defekt macht geschäftskritische Daten vorübergehend unzugänglich: Betriebsunterbrechungen können viele Ursachen haben. Entscheidend ist nicht nur, wie schnell Unternehmen auf einen solchen Vorfall reagieren, sondern auch, wie gut sie auf die anschließende Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs vorbereitet sind.

Während sich die unmittelbare Reaktion darauf konzentriert, das Problem zu identifizieren, Schäden zu begrenzen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern, geht es bei der Wiederherstellung darum, betroffene Systeme, Daten und Geschäftsprozesse möglichst schnell und in der richtigen Reihenfolge wieder verfügbar zu machen. Dafür müssen Unternehmen frühzeitig Vorkehrungen treffen. Matt Riley, European Head of Information Security bei Sharp Europe, erläutert sieben Maßnahmen, die Unternehmen dabei unterstützen:

1. Kritische Geschäftsprozesse, IT-Systeme und Abhängigkeiten identifizieren

Nicht alle Geschäftsprozesse sind gleichermaßen kritisch. Eine Business-Impact-Analyse (BIA) hilft Unternehmen dabei, diejenigen Prozesse, IT-Systeme, Standorte und Dienstleister zu identifizieren, deren Ausfall besonders schwerwiegende Folgen hätte. Dabei sollten sie auch die wechselseitigen Abhängigkeiten berücksichtigen: Fällt beispielsweise ein zentrales IT-System aus, kann dies mehrere Abteilungen oder Geschäftsprozesse gleichzeitig beeinträchtigen. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, sollten Unternehmen alle relevanten Fachabteilungen und Verantwortlichen in die Analyse einbeziehen.

2. Prioritäten für die Wiederherstellung festlegen

Nach einer Betriebsunterbrechung zählt jede Minute. Der Versuch, sämtliche betroffenen Systeme und Prozesse gleichzeitig wiederherzustellen, kann jedoch Ressourcen binden und den Wiederanlauf verzögern. Unternehmen sollten deshalb schon vor einem Vorfall festlegen, welche Geschäftsprozesse und IT-Systeme zuerst wieder verfügbar sein müssen. Dabei helfen konkrete Wiederanlaufziele: Wie lange darf ein kritisches System maximal ausfallen und welcher Datenverlust wäre im Ernstfall noch tolerierbar? Solche Vorgaben ermöglichen es, die Wiederherstellung gezielt zu priorisieren und Ausfallzeiten in besonders kritischen Bereichen zu begrenzen.

3. Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege klar definieren

Im Ernstfall muss klar sein, wer Entscheidungen trifft, wer welche Aufgaben übernimmt und welche Maßnahmen einzuleiten sind. Unternehmen sollten deshalb verbindliche Zuständigkeiten und Entscheidungswege festlegen – von der Koordination der Wiederherstellung über die Zusammenarbeit mit externen IT-Dienstleistern bis hin zur Information von Kund:innen und Lieferant:innen. Ebenso wichtig sind eindeutige Vertretungsregelungen, falls die eigentlich zuständigen Personen nicht erreichbar oder selbst von der Störung betroffen sind. So lassen sich unnötige Verzögerungen und Abstimmungsprobleme vermeiden.

4. Praktikable Ausweichlösungen vorbereiten

Nicht jeder ausgefallene Geschäftsprozess lässt sich sofort wiederherstellen. Deshalb sollten Unternehmen für kritische Abläufe Alternativen bereithalten. Dazu zählen Ersatzsysteme für wichtige Anwendungen, alternative Kommunikationskanäle oder manuelle Verfahren, mit denen sich bestimmte Tätigkeiten vorübergehend fortführen lassen. Auch der Zugriff auf geschäftskritische Daten und Dokumente sollte im Notfall gewährleistet sein. Zudem sollten Unternehmen Abhängigkeiten von externen IT-Dienstleistern und Cloud-Anbietern berücksichtigen und vorab klären, wie diese bei einem Ausfall unterstützen können. Vor allem müssen die betroffenen Mitarbeiter:innen die jeweiligen Ausweichlösungen kennen und bei Bedarf tatsächlich nutzen können.

5. Einen klaren Kommunikationsplan erstellen

Eine Betriebsunterbrechung kann auch Kund:innen, Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen betreffen. Unternehmen sollten daher im Voraus festlegen, wer im Ernstfall welche Informationen erhält, über welche Kanäle kommuniziert wird und wer dafür verantwortlich ist. Eine frühzeitige und abgestimmte Kommunikation kann Unsicherheiten reduzieren und weitere negative Auswirkungen begrenzen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern mögliche gesetzliche Meldepflichten: Je nach Art des Sicherheitsvorfalls und den geltenden regulatorischen Anforderungen müssen Unternehmen Behörden innerhalb festgelegter Fristen informieren. Entsprechende Vorgaben ergeben sich – abhängig von Land, Branche und Unternehmen – unter anderem aus der DSGVO, der nationalen Umsetzung der NIS2-Richtlinie oder dem Digital Operational Resilience Act (DORA). Klare Prozesse zur Bewertung und Meldung von Sicherheitsvorfällen helfen, diese Anforderungen einzuhalten. Gleichzeitig gilt es, sensible Informationen zu schützen und interne wie externe Aussagen aufeinander abzustimmen.

6. Daten sichern und die Wiederherstellung regelmäßig testen

Regelmäßige Datensicherungen gehören in vielen Unternehmen längst zum Standard. Doch ein Backup allein garantiert noch keine erfolgreiche Wiederherstellung. Ausschlaggebend ist, dass die gesicherten Daten im Ernstfall tatsächlich verfügbar und vollständig sind und sich innerhalb eines vertretbaren Zeitraums wiederherstellen lassen. Unternehmen sollten deshalb regelmäßig Wiederherstellungstests durchführen, um die Funktionsfähigkeit ihrer Backups zu prüfen und den erforderlichen Zeitaufwand zu ermitteln.

Auch die Backups selbst müssen ausreichend geschützt sein – etwa durch eine getrennte Aufbewahrung oder zusätzliche Sicherungsmaßnahmen –, damit sie bei einem Cyberangriff nicht ebenfalls kompromittiert oder verschlüsselt werden. Darüber hinaus benötigen Unternehmen eine durchdachte Disaster-Recovery-Strategie für den sicheren Wiederanlauf geschäftskritischer Systeme. Externe IT-Dienstleister können dabei unterstützen, entsprechende Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

7. Den Ernstfall regelmäßig proben

Selbst ein ausgefeilter Wiederanlaufplan hilft wenig, wenn die Beteiligten im entscheidenden Moment nicht wissen, was zu tun ist. Unternehmen sollten ihre Notfall- und Wiederherstellungspläne deshalb regelmäßig unter möglichst realistischen Bedingungen testen, etwa durch die Simulation eines IT-Ausfalls oder das Durchspielen konkreter Krisenszenarien. Solche Übungen helfen den Mitarbeiter:innen einerseits, sich mit ihren Aufgaben vertraut zu machen; andererseits decken sie Schwachstellen in bestehenden Abläufen auf. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten Unternehmen anschließend nutzen, um ihre Pläne kontinuierlich zu verbessern und an veränderte Geschäftsprozesse oder IT-Infrastrukturen anzupassen.

Fazit

Nicht immer stecken schwerwiegende Cyberangriffe oder Katastrophen hinter einer Betriebsunterbrechung. Schon ein fehlerhaftes Software-Update oder der unerwartete Ausfall eines zentralen IT-Systems kann erhebliche Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb haben. Umso wichtiger ist es, nicht erst im Ernstfall über die Wiederherstellung nachzudenken. Unternehmen, die ihre kritischen Prozesse und Abhängigkeiten kennen, klare Verantwortlichkeiten und Prioritäten festgelegt haben und ihre Wiederanlaufpläne regelmäßig überprüfen, können Ausfallzeiten begrenzen, schneller zum Normalbetrieb zurückkehren und wirtschaftliche Schäden reduzieren. ■
Quelle: Sharp / ml

Tags