Im Rahmen eines intensiven Live-Workshops diskutierten angehende Spenglermeister der Online Meisterschule GmbH gemeinsam mit BAUMETALL-Medienprofi Andreas Buck über moderne Öffentlichkeitsarbeit und Employer Branding im Handwerk. Dabei kristallisierte sich heraus, dass es in der digitalen Praxis selten die „eine, perfekte Lösung“ gibt. Vielmehr lassen sich beim Blick auf Plattformen wie Facebook, LinkedIn oder Instagram drei völlig unterschiedliche Strategie-Typen beobachten, die jeweils eigene Stärken ausspielen:
Der Pappschild-Heber:
Ein echter Mitarbeiter, ein Stück rohe Pappe, eine handgeschriebene Botschaft mit Edding. Das bricht mit jedem Hochglanz-Klischee. Es wirkt unperfekt, ehrlich, maximal nahbar und zeigt ganz offensichtlich Präsenz ohne KI-Unterstützung.
Der Flyer-Profi:
Flagge zeigen im professionellen Hochglanzdruck. Wenn Plakate oder Flyer in den digitalen Netzwerken präsentiert werden, verbindet das die Onlinewelt mit echter „Haptik“ und zeigt ein klares Corporate Design.
Der Gleichgesinnte:
Auszubildende sprechen die nächste Azubi-Generation direkt per Smartphone-Video oder Social-Post an. Da Jugendliche ungern auf die Generation ihrer Eltern hören, soll hier die gleiche Sprache auf Augenhöhe überzeugen.
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Machen Sie den BAUMETALL-Selbsttest und finden Sie in fünf Fragen heraus, welche Kommunikationsstrategie zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Betrieb am besten passt!
Frage 1: Ein fertiges, spektakuläres Projekt soll der Öffentlichkeit präsentiert werden. Was tun Sie zuerst?
A) Ich schnappe mir ein Stück Rest-Karton aus der Werkstatt, schreibe mit fettem Edding einen Spruch drauf, stelle mich davor und mache ein Selfie für Social Media. (3 Punkte)
B) Ich lasse von einem Fotografen Hochglanzfotos machen, die wir in eine edle, haptisch anspruchsvolle Infomappe einbinden, um sie gezielt an Architekten und Premium-Kunden zu verteilen. Die Fotos werden außerdem auf der Firmenwebsite veröffentlicht. (1 Punkt)
C) Ich bitte unseren Azubi, ein kurzes, cooles Video über das Projekt für TikTok oder Instagram zu machen. Wenn dabei sichtbar wird, wie der Azubi die letzte Schare montiert – umso besser! (2 Punkte)
Frage 2: Das Thema Mitarbeitergewinnung steht an. Wie sieht Ihre „Stellenausschreibung“ aus?
A) Ein kurzes, ungefiltertes Smartphone-Video, in dem das Team zeigt, wie die Stimmung auf der Baustelle wirklich ist und warum das Arbeiten bei uns Bock macht. (2 Punkte)
B) Eine klassische, sauber strukturierte Anzeige, die unsere Werte, die Präzision unserer Arbeit und die erstklassige Ausstattung unseres Betriebs hervorhebt. Die Veröffentlichung erfolgt online bzw. in der Tageszeitung. (1 Punkt)
C) Ein lockerer, frecher Spruch auf einem T-Shirt, einem Pappschild oder einem Banner direkt am Bauzaun: „Wir haben die besten Baustellen. Du das Talent? Melde dich!“ (3 Punkte)
Frage 3: Was ist Ihnen bei Ihren Werbemitteln und Ihrem Außenauftritt am wichtigsten?
A) Dass die Qualität spürbar ist. Papierstärke, Layout und der optische Eindruck müssen absolute Meisterklasse widerspiegeln. (1 Punkt)
B) Schnelligkeit und echte Nähe. Der Kunde soll den Menschen hinter der Arbeit sehen, auch wenn das Foto auf der staubigen Baustelle entsteht. (3 Punkte)
C) Die Sprache der Jugend zu sprechen. Keine steifen Floskeln, sondern direkte Kommunikation auf Augenhöhe mit der nächsten Generation. (2 Punkte)
Frage 4: Ein potenzieller Kunde oder Bewerber besucht Ihre Website oder Social-Media-Kanäle. Welchen Eindruck soll er bekommen?
A) „Hier arbeiten echte Originale, bei denen das Handwerk noch gelebt wird und die Chemie im Team sofort stimmt.“ (3 Punkte)
B) „Hier wird die nächste Meister-Generation ausgebildet; modern, digital und absolut zukunftssicher.“ (2 Punkte)
C) „Das ist ein gut organisierter, hochprofessioneller Fachbetrieb, der für absolute Perfektion und Wertarbeit steht.“ (1 Punkt)
Frage 5: Das Budget für die nächste PR-Aktion ist knapp. Wie reagieren Sie?
A) Kein Problem, die besten Ideen kosten nichts. Kreativität schlägt Budget – wir nutzen, was wir auf der Baustelle finden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. (3 Punkte)
B) Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche: Professionelle Flyer oder gedruckte Regional-Reporte bringen mehr als Low-Budget-Aktionen. (1 Punkt)
C) Ich lasse die Jugend ran. Unsere Azubis haben die besten Ideen für kostenlose, reichweitenstarke Social-Media-Formate. (2 Punkte) Das
Auswertungsschema
Typ Haptik: 5 bis 8 Punkte für den Flyer-Profi
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Typ Augenhöhe: 9 bis 12 Punkte für den Gleichgesinnten
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Typ Nahbar: 13 bis 15 Punkte für den Pappschild-Heber
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Dranbleiben lohnt sich!
Immer wieder zeigen Diskussion unter Workshopteilnehmern und angehenden Meistern: In der modernen Öffentlichkeitsarbeit gibt es kein „One-Size-Fits-All“. Fast alles, was authentisch ist, ist erlaubt – vom „Pappschild-Heber“ über die „Flyer-Queens“ bis hin zum „Azubi-Sprach-Röhrer“. Wichtig ist allein, dass die Aktion zum Charakter des jeweiligen Betriebes passt.
Wer die eigene Strategie nicht dem Zufall überlassen möchte, findet in BAUMETALL-Ausgabe 4/2026 wertvolle Impulse von Andreas Buck. Er beschreibt z.B. warum klassische Pressearbeit im Handwerk unverzichtbar bleibt – und warum die perfekte Überschrift im Zusammenspiel mit guten Fotos die beste Einladung zum Weiterlesen ist.
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