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Maßarbeit für kleine Hände: Psychomotorik trifft Dachhandwerk

In der Kindertagesstätte wird gehüpft, gebaut, gemessen und gelacht – und mittendrin ein Gegenstand, den man eher auf Baustellen vermutet: der Zollstock. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, entpuppt sich in der Psychomotorik als vielseitiges Förder­material mit großem pädagogischem Wert. Psychomotorik verbindet Bewegung mit Wahrnehmung, Denken mit sozialem Lernen. Kinder erschließen sich ihre Umwelt über den Körper – indem sie ausprobieren, vergleichen, balancieren und gemeinsam Lösungen finden. Genau hier kommt der Zollstock zum Einsatz.

Das Auf- und Zuklappen des Zollstocks erfordert Geschicklichkeit und Kraftdosierung. Hierbei ist anfangs auch der ein oder andere Zollstock zu Bruch gegangen. Doch die Fingerfertigkeit und Geduld der Kinder hat sich ausgezahlt. Der Zollstock wird aufgeklappt und geformt. Besonders spannend für die Kinder ist das Legen verschiedener Formen, Zahlen und Buchstaben. Dabei entstehen erste geometrische Erfahrungen. Beim Weitsprung wird anschließend gemessen und verglichen: Wie weit bin ich gekommen? Wie weit bist du gesprungen? Die Kinder legen die Zollstöcke aneinander, zählen die Zentimeter und vergleichen ihre Ergebnisse. So entsteht ein erstes mathematisches Verständnis in der Bewegung. Die Zahlen werden erlebt. Nicht weniger herausfordernd ist das Balancieren auf hintereinandergelegten Zollstöcken. Es fördert die Grobmotorik. Gleichgewicht, Körperspannung und Koordination werden spielerisch trainiert. Gleichzeitig lernen die Kinder, sich zu konzentrieren und ihre Be­wegungen bewusst zu steuern.

Highlight: das Messen der eigenen Körpergröße

Wie groß bin ich? Kinder entwickeln dabei ein stärkeres Körper­bewusstsein und erleben sich selbst als „messbar“. Das stärkt nicht nur das mathematische Verständnis, sondern auch das Selbstwertgefühl. Die Psychomotorik lebt vom sozialen Austausch. Beim gemeinsamen Messen oder Bauen mit mehreren Zollstöcken lernen die ­Kinder, Absprachen zu treffen, Rücksicht zu nehmen und zusammenzuarbeiten. Sie erleben, dass Aufgaben gemeinsam leichter gelingen – eine wichtige Erfahrung für ihre soziale Entwicklung. Der Zollstock zeigt eindrucksvoll, dass es nicht immer teures Spezial­material braucht, um Bildungsprozesse anzu­regen. Mit Kreativität und pädagogischem Blick können Alltagsgegenstände zu wertvollen Lernbegleitern werden. In der Psychomotorik geht es darum, Kindern Raum zu geben, die Welt mit allen Sinnen zu entdecken – manchmal eben auch Zentimeter für Zentimeter.

Für großzügige Zoll­stock­spenden bedankt sich die Kita Zauberkiste aus Bonn bei Enke, Prefa und VM-Zinc.

Großzügige Zollstockspenden

Bild: Kita Zauberkiste

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