Herbert Schlenker beschreibt sehr gut, worauf es bei der Ausführung innenliegender Rinnen ankommt. Peter Stelzer erklärt, warum vieles noch immer zu beachten ist
„Herbert Schlenkers Hinweis, bei technischen Details auf seinem Standpunkt zu beharren, ist bemerkenswert und wird heute mit dem Anmelden von Bedenken umschrieben.“
Herbert Schlenker beschrieb schon in den 1950er-Jahren, welche Bedeutung größtmöglicher Sorgfalt bei der Ausführung von innenliegenden Rinnen zuteilwird. Wenn beispielsweise die temperaturbedingte Längenänderung der Rinnenprofile nicht berücksichtigt wird, führt dies zu Rissbildungen und Undichtigkeiten. Schlenkers Tabelle der Richtwerte für die Abstände von Bewegungsausgleichern ist bemerkenswert. Seine Empfehlungen stehen auch heute noch unverändert in der ZVSHK-Klempnerfachregel. Die von Schlenker empfohlenen Blechdicken werden heute aus wirtschaftlichen Gründen selten ausgeführt. Und auch die Möglichkeit, Nahtverbindungen mit Dichteinlagen und versetzten Nietreihen auszuführen, kommt, wenn überhaupt, nur noch im Denkmalschutz zur Anwendung.
Ein weiterer, zwingend zu berücksichtigender und auf jeden Fall mit dem Auftraggeber abzuklärender Aspekt ist die Berechnung der Entwässerungsanlage. Dazu steht in der Klempnerfachregel: In einer innenliegenden Rinne muss nicht nur der Abfluss aus dem Berechnungsregen, sondern zusätzlich der Abfluss eines Jahrhundertregenereignisses sicher abgeführt werden können. Daher müssen Sicherheitsüberläufe mit freiem Ablauf auf das Grundstück vorgesehen werden. Der über die Sicherheitsabläufe austretende Niederschlag muss gefahrlos auf das Grundstück abgeleitet werden.
„Neben dem Einbau von Not- und Signalspeiern ist eine temperatur- und feuchtegeführte Rinnenheizung eine weitere und durchaus sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.“
Bild: Stelzer
Ein Bewegungsausgleicher mit eingelöteten Böden am Hochpunkt der innenliegenden Rinne. Das handwerkliche Detail funktioniert auch nach über 50 Jahren noch einwandfrei ...
Bild: Stelzer
Innenliegende Rinne mit verbauten Wartungslaufstegen an einem Metalldach. Dieses in der Praxis bewährte Detail wird bereits von Herbert Schlenker empfohlen
Bild: Stelzer
Innenliegende Rinnen sollten regelmäßig gereinigt werden. Dieser handgefertigte Laubschutzkorb vermindert die Abflussleistung zusätzlich
Bild: Buck
Das in Schlangenlinien verlegte Rinnenheizband hat sich über die Jahre bestens bewährt. Die gerade gereinigte Rinne wurde mit einem offenmaschigen Laubfang nachgerüstet
Bild: Enke-Werk
Bild: Enke-Werk
Werden Rinnengeometrien extrem eng oder überdimensional groß, sind Folien oder Flüssigkunststoffe eine bewährte Alternative. Die beiden Aufnahmen zeigen den Einsatz des Flüssigkunststoffs Enkopur
Bild: Stelzer
Wenn für die Rinne zu wenig Platz vorgesehen wird, ist eine Reinigung und Überprüfung nahezu unmöglich
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