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Extreme Hitze

So gefährlich ist die Arbeit auf dem Bau

Adobe Stock / AucArtStudio

Glühende Hitze: Der Juni 2026 ist in die Wettergeschichte eingegangen. Am 28. Juni erreichte Coschen in Brandenburg 41,7 Grad Celsius. An über 252 Wetterstationen deutschlandweit wurden neue Allzeitrekorde gemessen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sprach von einer Anomalie von plus vier Grad gegenüber dem langjährigen Klimamittel. Es war eine Hitzewelle, wie sie Deutschland in einem Juni noch nie erlebt hat. Einige Wochen nach dem Rekordmonat bleibt das Thema aktuell, weil der Sommer noch lange nicht vorbei ist und Hitzephasen wie im Juni jederzeit wiederkehren können.

Metalldächer treiben Temperaturen hoch

Von Hamburg bis München blieb keine Region verschont. Der Unterschied zwischen Lufttemperatur und dem, was auf dem Dach passiert, ist gewaltig. Während der Wetterbericht 35 Grad meldet, zeigt das Infrarot-Thermometer auf einem dunklen Metalldach schnell 60 bis 70 Grad Oberflächentemperatur, in Extremfällen noch mehr.

Bei körperlicher Arbeit in dieser Umgebung kann ein Mensch bis zu drei Liter Schweiß pro Stunde verlieren. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Krämpfe sind wichtige medizinische Warnsignale. Denn es gilt: Erschöpfte Mitarbeitende machen mehr Fehler. Das erhöht das Unfallrisiko auf dem Dach und die Gefahr handwerklicher Mängel.

Die Masc X-tra Coolvest vom M.A.S.C.-Team sorgt für Abkühlung an heißen Tagen.

M.A.S.C.-Team Vöhringen

Die Masc X-tra Coolvest vom M.A.S.C.-Team sorgt für Abkühlung an heißen Tagen.

Eine fixe Temperaturgrenze, ab der die Arbeit eingestellt werden muss, gibt es nicht. Arbeitgeber sind nach dem Arbeitsschutzgesetz aber verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, sobald eine Gesundheitsgefährdung vorliegt.

Arbeitgeber organisieren Schutz

Eine Hitze-Unterweisung gemäß BG-Richtlinien ist rechtlich geboten und der erste Schritt zu einem sicheren Sommereinsatz. Dazu gehören: Hitzestress erkennen, Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kreislaufproblemen, verbindliche Pausenregelungen und klare Kommunikationswege.

Wasser gehört ebenfalls zu den grundlegenden Maßnahmen. Betriebe sollten das ganze Jahr über kostenloses Trinkwasser bereitstellen, nicht nur in Hitzephasen. Gerade in der Sommerhitze wird der Flüssigkeitsverlust oft unterschätzt.

Kühlende Kleidung hilft bei heißen Temperaturen

Eng anliegende, atmungsaktive Langarmkleidung schützt effektiver vor UV-Strahlung und Aufheizung als nackte Haut. Sonnencreme ergänzt den Schutz, ersetzt ihn aber nicht. Kühlende Shirts und Kopfbedeckungen können hier helfen. Kühlende Funktionskleidung ist speziell fürs Handwerk und für den Einsatz auf der Baustelle entwickelt.

So zum Beispiel der „Cool Head“ oder die „Coolvest“ vom M.A.S.C.-Team in Vöhringen. Die BG Bau fördert diese Funktionskleidung mit bis zu 50 Prozent.

Auch Schattenzelte und temporäre Überdachungen lassen sich schnell aufbauen, spenden schützenden Schatten und machen damit einen großen Unterschied. Akku-Ventilatoren bleiben kleine mobile Lösungen dort, wo Schatten nicht möglich ist.

Hitzefrei bleibt das letzte Mittel

Bei der Sima Bau Siegler GmbH gab es an den Spitzentagen Hitzefrei für die Mitarbeitenden. Das ist eine unternehmerische Entscheidung, die ab einer bestimmten Temperatur langfristig Kosten sparen kann, zum Beispiel durch weniger Kranktage und weniger potentielle Fehler der Mitarbeitenden.

Hitzeschutz auf dem Dach ist eine Führungsaufgabe: Wer das eigene Team schützt, schützt auch die eigene Qualität und Reputation und damit das gesamte Unternehmen. Quelle: iib / ar