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Grossmünster Zürich

Seit Anfang 2025 wird das Grossmünster umfassend instand gesetzt. Das denkmalgeschützte Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert prägt das Stadtbild Zürichs seit Jahrhunderten. Die Freude im Team der Scherrer Metec AG über den Sanierungsauftrag des Grossmünsters ist – wie könnte es anders sein – entsprechend groß. Im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung des Kantons Zürich übernimmt das Familienunternehmen zentrale Arbeiten an dem bekannten Baudenkmal. Ziel der Sanierung ist es, die historische Bausubstanz möglichst umfassend zu erhalten und nur dort einzugreifen, wo es zwingend notwendig ist. „Die Türme des Grossmünsters sanieren zu dürfen, ist eine Chance, die man nur einmal im Leben bekommt“, sagt Daniel Lustenberger, Projektleiter bei Scherrer Metec. „Für mich als Zürcher ist dieses Projekt etwas ganz Besonderes. Es ist eine große Ehre und Verantwortung zugleich.“ Wichtig sei ihm, alle Beteiligten bei jedem Schritt mitzunehmen. „Eine gute und transparente Kommunikation ist das A und O bei der Sanierung von denkmalgeschützten Objekten.“

Die Instandsetzung umfasst die Fassaden, Dächer, Türme und Dachaufbauten des Grossmünsters. Grundlage der Arbeiten ist eine detaillierte Untersuchung des Bauwerks, die insbesondere an den Natursteinfassaden, an Dach- und Tragkonstruktionen sowie an zahlreichen historischen Bauteilen Sanierungsbedarf aufgezeigt hat. Mit einem Investitionsvolumen von über 30 Millionen Franken zählt die Sanierung zu den bedeutendsten denkmalpflegerischen Bauprojekten des Kantons Zürich.

Werterhalt durch gezielte Instandsetzung

Schon während der Ausschreibung folgte Scherrer Metec einem klaren Grundsatz: So viel Originalsubstanz wie möglich soll erhalten bleiben. Viele Bauteile werden deshalb nicht ersetzt, sondern restauriert – vor Ort von Hand oder, nach Demontage, in den Zürcher Werkstätten. Zum Einsatz kommen traditionelle, heute selten genutzte Techniken wie Bleifugen oder spezielle Reparaturverfahren an Metalloberflächen. „Man muss abschätzen können, was erhalten werden kann und was ersetzt werden muss – das ist eine Frage der Erfahrung“, sagt Lustenberger. „Jeder Eingriff wird dokumentiert, damit die historische Substanz respektiert und bewahrt wird.“

Kupfer, das wie Sandstein aussieht

Eine Besonderheit der Sanierung sind die Turmdächer. Obwohl die Elemente auf den ersten Blick wie Sandstein wirken, bestehen sie aus hochwertigem Kupferblech. Damit sie sich harmonisch in das Erscheinungsbild des Bauwerks einfügen, werden die Oberflächen in mehreren Schichten gestrichen und optisch an Sandstein angepasst.

„Normalerweise wird günstiges Material so behandelt, dass es wie Kupfer aussieht“, erklärt Lustenberger. „Beim Grossmünster ist es genau umgekehrt: Hier wird Kupfer gestrichen, damit es wie Sandstein wirkt. Das ist außergewöhnlich.“

Der Moment, über den Zürich spricht

Zu den eindrucksvollsten Ereignissen der bisherigen Arbeiten gehörte die Öffnung einer historischen Zeitkapsel in einer der Turmkugeln. Niemand wusste genau, was sich im Inneren befinden würde. Zum Vorschein kamen unter anderem historische Dokumente und Plaketten von früheren Sanierungen. Besonders bewegend war ein Fund für die Familie Scherrer: Unter den Dokumenten befand sich ein Hinweis auf Jakob Scherrer, einen der Gründer der Scherrer Metec AG. Er hatte an einer früheren Sanierung des Grossmünsters mitgewirkt. Damit schließt sich ein Kreis über mehrere Generationen hinweg. Schon der Urgroßvater der heute Verantwortlichen war auf den Türmen des Grossmünsters tätig. „Es macht einen stolz zu wissen, dass bereits unser Urgroßvater hier gearbeitet hat“, sagt Remy Scherrer, Verwaltungsrat und Mitglied der fünften Generation im Familienbetrieb. „Solche Momente zeigen, wie tief die Geschichte unseres Unternehmens mit dem Handwerk verbunden ist.“

Die Tradition wird weitergeführt

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird die Zeitkapsel erneut verschlossen. Sie wird neben dem bisherigen Inhalt Dokumente und Informationen zur aktuellen Sanierung enthalten – als Botschaft an die nächste Generation von Handwerkerinnen, Denkmalpflegern und Restauratoren. An der Sanierung des Grossmünsters arbeiten Fachleute aus traditionellen Gewerken eng zusammen: Steinmetze, Spengler, Maler. Im Austausch finden sie die besten Lösungen.

„An einer Kirche zu arbeiten, ist immer etwas Besonderes“, sagt Lustenberger. „Alle spüren den Wert dieses Gebäudes. Man arbeitet mit Respekt, mit Feingefühl und mit dem Bewusstsein, Teil einer Geschichte zu sein, die weit über die eigene Generation hinausreicht.“ So wie es Jakob Scherrer 1938 tat, als er an den Türmen des Grossmünsters arbeitete und einen Gruß für seine Urenkel hinterließ.

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