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Digitalisierung maßgeschneidert

„Zuhören ist unsere Stärke“

BAUMETALL: Herr Greco, die Firma Gesacon ist auf dem Klempnermarkt bestens etabliert. Worin besteht Ihr Erfolgsrezept?

David Greco: Ich denke, unsere Stärke liegt vor allem in der Kundennähe. Das heißt, wir wenden nicht einfach ein Schema an, sondern wir verstehen, was der Kunde möchte. Wir nehmen die Kunden sozusagen an die Hand, wenn es um die Integration der Bendex-Software geht, die wir vertreiben. Mit dieser Software können Bauteile blitzschnell erfasst und gezeichnet werden, zum Beispiel auch auf dem Tablet. Darüber hinaus haben wir einen Katalog von Templates entwickelt, die eine Vorlage für die gängigsten Spenglerarbeiten abbilden: Seitenverkleidungen, Mauerabdeckungen, Kaminbekleidungen, Fenstersimse, Fensterzargen und mehr.

Diese Templates bringen eine enorme Zeitersparnis und reduzieren gleichzeitig die Fehlerquellen. Denn der Anwender muss nicht mehr selbst zeichnen, sondern lediglich die Maße des gewünschten Teils eingeben. Die Daten kann er dann an die entsprechende Maschine exportieren, die den Auftrag ausführt, sei es Schneiden, Biegen, Kanten oder Bohren. Über die Bendex-Software als Datenquelle sind die verschiedenen Maschinen dann gewissermaßen vernetzt.

Und was kommt als Nächstes auf den Markt?

Ein großes Thema ist die Weiterentwicklung von Webshops. Die ermöglichen es Fachbetrieben, in die Lohnfertigung einzusteigen. Quasi per Knopfdruck kann ein eigener Onlineshop erstellt werden. Die Daten werden aus dem Bendex-System hochgeladen, und dann können Kunden direkt bestellen. Bendex sorgt für einen schlanken Prozess, sodass Arbeitspapiere, Preise etc. automatisch generiert werden können. Mit solchen Webshops können auch kleine Unternehmen ihren regionalen Markt als Lohnfertiger bedienen und ihre Maschinen optimal auslasten.

Außerdem sind die Bendex-Entwickler an einer Lösung dran, mit der man die Daten für Boxen – also dreiseitige Bleche mit zusätzlichem Deckel – an Langabkantmaschinen exportieren kann. Das war bisher nicht möglich. Zum Teil geht es nun schon und da ist in Zukunft noch mehr geplant.

Apropos Zukunft: Wohin bewegt sich die Branche? Welche Trends beobachten Sie?

Bei den Spenglern und Klempnern ist ein großes Aufwachen in Sachen Digitalisierung erkennbar. Damit steigt die Nachfrage nach Bendex und nach unseren Templates rasant. Wir erleben gerade einen Andrang wie noch nie. Denn immer mehr Betrieben wird klar, dass sie dadurch eine Menge Zeit sparen können. Der Nachfrageschub hängt auch mit den Entwicklungen auf dem Maschinenmarkt zusammen. Zurzeit sind etwa Lasermaschinen sehr im Kommen. Dafür braucht man Exportdateien. Wenn der Fachbetrieb kein Bendex hat, braucht er eine CAD-Software und jemanden, der diese Exportdateien programmieren kann. Das kann aber nicht jeder. Bendex dagegen erstellt die Exportdateien automatisch. Als zusätzlicher Boost machen unsere Templates das Arbeiten noch einfacher.

„Ich habe sehr viel von meinem ­Vater gelernt, der ­Gesacon gegründet hat.“

David Greco

Bild: Gesacon

Aber welche Vorkenntnisse muss ein Spengler ­haben, um die Produkte nutzen zu können?

Gar keine, denn mit der Software liefern wir ja auch die entsprechende Schulung. Die Basis-Schulungen für Bendex dauern nur zweimal circa eineinhalb Stunden. Bei manchen geht es auch schneller. In allem, was wir tun, passen wir uns den Bedürfnissen des Kunden an und stellen uns auf sein Tempo ein, egal, wo er in puncto Digitalisierung steht. Das gilt für Kleinstbetriebe ebenso wie für Großbetriebe.

Woher wissen Sie eigentlich so gut, was Spengler brauchen, obwohl Sie selbst keiner sind?

Ich bin zwar kein Spengler, aber ich habe eine handwerkliche Ausbildung zum Automatiker gemacht – ein Mix aus Elektrotechnik, Handwerk und IT. Da habe ich Schaltanlagen und Maschinen gebaut oder an Zügen gearbeitet. Die Arbeit mit Werkzeugen ist mir also nicht fremd. Entscheidend ist aber, gut zuzuhören und auch Fragen zu stellen. Dadurch erfährt man schnell, welche Anliegen die Spengler haben. Hier habe ich sehr viel von meinem Vater gelernt, der Gesacon gegründet hat.

Und wie geht es mit Gesacon künftig weiter?

Als erste Anlaufstelle für Spengler fokussieren wir uns weiterhin auf die Schnittstelle zwischen Softwareanbietern, Maschinenbauern und Fachbetrieben. Denn wir vertreiben nicht nur Software, sondern beraten unsere Kunden umfassend. Außerdem sind wir gut vernetzt mit Maschinenherstellern und Vertretern. Im Bereich Templates wollen wir uns weiterentwickeln und weiterhin Ansprechpartner für modernste Spengler-Softwarelösungen sein. Das Gesacon-Gesamtpaket ist somit zukunftsorientiert. Übrigens sind wir auch offen für Bewerber im Bereich Kundenberatung, Support und Bendex-Konfigurationen.