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Geschafft!

Geschafft! Frisch qualifiziert für die Branche

Es gibt wohl wenig Schöneres im Leben, als sich nach einem persönlichen Erfolg auf die Schulter klopfen zu lassen. Dieses gute Gefühl konnten im Januar zwei junge Handwerkerinnen und acht Handwerker genießen: Sie haben im thüringischen Lehesten die Teile 1 und 2 eines Weiterbildungskurses zum Klempnermeister abgeschlossen. Und nicht nur das: Sie waren sogar Pioniere im allerersten Durchgang dieses ganz neu eingerichteten Kurses.

Nicht nur für die Absolventen, sondern auch für die Dachdeckerfachschule Lehesten ist das ein Meilenstein. Die traditionsreiche Schule besteht bereits seit 1910 und hat sich als zentrale Institution für handwerkliche Aus- und Weiterbildung etabliert. Seit 2017 hat sie einen Meisterkurs für Zimmerer im Programm und seit 2022 auch die Teile 3 und 4 der Meisterausbildung. „Mit dem neuen Vorbereitungslehrgang zum Klempner-/Spenglermeister erweitert die Fachschule ihr Angebot und setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft des Handwerks“, sagt Bildungsstättenleiter Amadeus Höhn. „Damit ist es nun möglich, den Klempnermeistertitel bei uns in Thüringen zu erreichen.“

In sechs Monaten zum Meistertitel

Diese Chance haben Klempnergesellen und -gesellinnen sowie Dachdecker- und Zimmerermeister aus drei Bundesländern genutzt. Am 25. August 2025 starteten sie mit der anspruchsvollen Vollzeit-Weiterbildung. In rund 790 Unterrichtseinheiten wurden die Nachwuchsfachkräfte in Theorie und Praxis fit gemacht. Dafür vertieften sie sich in Werkstoffkunde, Bauphysik, Fachrechnen und -zeichnen, CAD, Dach- und Fassadensysteme. Und sie büffelten Vor- und Nachkalkulation, Auftragsbeschaffung und -abwicklung ebenso wie Bauvertragsrecht und Fragen der allgemeinen Arbeitssicherheit. Der Praxisteil umfasst neben Brot- und Butterthemen wie Dachdeckungen, Dachentwässerung oder Fassadenbekleidung auch kreative Gestaltung.

Ab Dezember 2025 ging es dann schon auf die Prüfung zu: Die Meisteranwärter wurden in die Vorbereitung der Entwurfsvorlage für das Prüfungsprojekt eingewiesen. Nach den letzten Unterrichtstagen im Januar durften sie schließlich zeigen, was sie gelernt hatten. Zuerst wurden die drei Handlungsfelder der Klempnertheorie abgeprüft, nämlich Fertigungs-, Montage- und Instandhaltungstechnik, Auf­trags­abwicklung sowie Betriebsführung und Betriebsorganisation.

Gestalterische Freiheit für individuelle Akzente

Dann war die Praxis an der Reihe: das Meisterstück einschließlich der dafür erforderlichen technischen Dokumentation. Die Prüfungs­aufgabe bestand in der Herstellung einer individuellen Dachkonstruktion mit Dachgaube und Schornsteinkopf, versehen mit einer Doppelstehfalzdeckung. Dabei war auch Kreativität erlaubt: Die Meisterschülerinnen und Meisterschüler durften gestalterische Elemente in ihr Werkstück einbringen.

Das nutzten sie auf ganz individuelle Weise: So integrierte Stine Klosa aus Saalfeld einen gefalzten Schwanenhals mit einer zusätzlichen Rosenranke an der Entwässerung ihres Dachmodells. Einen besonderen optischen Akzent setzte auch Noah Jakubowski mit seinen selbst gekanteten, mayagoldfarbenen Schindeln. (Darüber berichten wir genauer auf den folgenden Seiten.) Hier wurden also nicht nur handwerkliche Präzision und technische Kompetenz bewiesen, sondern auch die persönliche Handschrift und gestalterische Vielfalt.

Nächster Meisterkurs ab August, Infotag im Juni

Zum Schluss stellten sich die Prüflinge noch dem Fachgespräch und der Situationsaufgabe. Dafür mussten sie den Fassadenausschnitt eines Steckfalzpaneels nebst Fenstereinfassung anfertigen – und zwar in acht Stunden. Schulleiter Höhn freut sich über die Ergebnisse: „Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen bereits jetzt den Titel Klempnermeister führen. Den übrigen wünschen wir viel Erfolg bei den Teilen 3 und 4 der Meisterprüfung.“ Damit können sie sich zum geprüften Fachmann bzw. zur geprüften Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung (HWO) mitsamt Ausbildereignung qualifizieren. Der Vorbereitungslehrgang beginnt am 7. April – auch für angehende Meister anderer Gewerke.

Und für Klempner steht schon ab August 2026 der nächste Meisterkurs an. Wer die Dachdeckerschule Lehesten und ihr Angebot kennenlernen möchte, ist am 5. Juni 2026 um 10 Uhr herzlich zum Infotag eingeladen. Unter (036653) 22308 können Interessierte sich telefonisch anmelden, genauere Infos gibt es online. Und noch etwas ist wichtig: Spenglermeisterinnen und Klempnermeister, die ihre Prüfung in den Jahren 2026 und 2027 absolvieren, können sich nach bestandener Prüfung auf der BAUMETALL-Internetseite direkt zur Teilnahme am BAUMETALL-Leserwettbewerb „Meisterstück des Jahres“ bewerben!

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