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Zwischen KI-Hype und Sanierungsstau

Hat das Handwerk die besseren Karten?

„Bub! Mach was G’scheits!“ – mit diesem prägnanten Zitat eröffnete Tobias Gröber (GHM Messegesellschaft) kürzlich auf LinkedIn die Diskussion rund um den neuen Kurzfilm „Der Teufelsknoten“. Sein Befund trifft einen empfindlichen Nerv unserer Gesellschaft. Noch vor kurzem wirkte die Vorstellung, dass digitale, administrative Bürojobs durch Automatisierung und KI bedroht sein könnten wie Science-Fiction. Heute ist es Realität. Unser jahrelang eingeübtes Bildungsnarrativ – Abitur, Studium, Schreibtisch, Karriere – gerät mehr und mehr ins Wanken. Gröber bringt es auf den Punkt: KI verändert Berufsbilder überall dort dramatisch, wo Arbeit rein digital, standardisierbar und skalierbar ist. Eine Ausbildung im Handwerk bietet genau den Gegenentwurf: echte Selbstwirksamkeit, Zukunftssicherheit und die Chance, am Ende des Tages mit den eigenen Händen etwas Reales geschaffen zu haben. Handwerk ist längst kein „Plan B“ mehr für diejenigen, bei denen es nicht fürs Studium gereicht hat, sondern eine starke Option für Macher und Gestalter.

Andreas Buck schaut für BAUMETALL durch die Mr.-Spock-Brille

Was würde Mr. Spock zu dieser Entwicklung sagen? „Faszinierend?“ Womöglich? Vielleicht würde er aber auch mit der gewohnten vulkanischen Skepsis reagieren, denn perspektivisch ist folgende Frage durchaus angebracht: Wenn KI breite Teile der bisherigen akademischen Mittelschicht verändert oder ersetzt – wie entwickelt sich dann die Kaufkraft der klassischen zahlungskräftigen Kundschaft?
Dennoch gibt es einen entscheidenden Faktor der dem Handwerk auf absehbare Zeit ein solides Fundament garantiert. Es ist der enorme Sanierungsstau im Gebäudebestand. Ob energetische Dachsanierung, moderne Fassadenbekleidung oder der Erhalt historischer Bausubstanz: Der Bedarf an echter, handwerklicher Präzision ist riesig. Das schafft nicht nur volle Auftragsbücher auf Jahre hinaus, sondern ist gelebte Nachhaltigkeit.

Was für das Zimmererhandwerk im Video eindrucksvoll gezeigt wird, gilt Eins zu Eins auch für die Gebäudehülle aus Metall: Das Spenglerhandwerk bietet jungen Menschen genau die Kombination aus Hightech, traditioneller Kunstfertigkeit und Krisenfestigkeit, die in einer sich schnell drehenden, digitalen Welt immer wertvoller wird. Und vielleicht müssen wir dem Nachwuchs gar nicht öfter sagen: „Mach was G’scheits.“ Vielleicht müssen wir nur ehrlicher zeigen, wie verdammt gescheit der Weg ins Handwerk ist. 🖖🏻

Holzbau schafft Zukunft. Das Video!

Mit dem Ausbildungsfilm, „Der Teufelsknoten“, möchte der Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks Jugendlichen, Eltern und allen Interessierten zeigen, wie vielseitig, technisch anspruchsvoll und zukunftsorientiert das Zimmererhandwerk ist.