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Engagierter Nachwuchs

Fleiß + Kreativität = Glanzleistung

Er strahlt mindestens genauso wie die goldfarbenen Schindeln an seinem Prüfungsstück, einem Dachmodell: Noah Jakubowski aus Saalfeld ist frisch gebackener Klempnermeister! Für den gerade mal 22-Jährigen ist es bereits der zweite Meistertitel nach dem Dachdecker. Solche Hürden auf seinem Berufsweg nimmt er im Sprint – und mit Bravour. So schloss er seine Dachdeckerausbildung als Jahrgangsbester in Thüringen ab – im bundesweiten Wettbewerb kam er immerhin auf den vierten Platz. Den Meisterkurs an der Dachdeckerfachschule Lehesten schob er schon ein Jahr später hinterher. Ostern 2025 ließ er sich zum Dachdeckermeister prüfen – wieder als Jahrgangsbester. Und im August desselben Jahres trat er dann gleich den Klempnermeisterkurs an.

Die kurze Zeit dazwischen überbrückte er mit Arbeit in dem Betrieb, den sein Vater 2011 gegründet hatte: Jakusa Bedachungen GmbH. Dort kann er jetzt seine neu erworbene Expertise gut einsetzen. Denn unter den 40 Angestellten sind zwar auch Spenglergesellen, aber kein Spenglermeister – bisher. Noah Jakubowski ist der erste.

Rund 260 Schindeln einzeln gekantet

Sein Klempnermeisterstück überzeugt insbesondere dank der hellen Schindeln in „Mayagold“, die einen leuchtenden Kontrast zum edlen Anthrazit der Dacheindeckung bilden. In einem diagonalen Band ziehen sie sich um die Gaube und den Schornstein. Gestellt wurde das Material von der Firma Prefa: Für die Dachdeckung verwendete Jakubowski Prefalz-Aluminium mit der Oberfläche P.10 Anthrazit. „Ich wollte unbedingt eine künstlerische Note mit reinbringen“, erklärt Jakubowski lächelnd. Dafür schnitt er zuerst Schindelformen aus Papier aus, um verschiedene Muster auszuprobieren: „Wie mache ich die Winkel der Tropfkante? Wie stark lasse ich sie aufbauen? Wie groß ­sollen die Teile werden?“ Anschließend steckte er verschiedene Pappmuster zusammen, bis er mit der Optik zufrieden war. Ein befreun­deter Zimmerer erstellte ihm daraus eine CAD-Datei, und ein Metallbauer schnitt ihm dann die Formen per Laser aus.

Insgesamt rund 260 Schindeln kantete er in aufwendiger Kleinarbeit, abends an der Segmentabkantbank im väterlichen Betrieb. Jedes einzelne Stück nahm mit seinen sechs Kantungen rund zwei Minuten Arbeit in Anspruch. Jakubowski erzählt: „Kurz vor der Prüfung wurde ich krank. 50 Schindeln haben mir noch gefehlt. Da hat sich mein Vater erbarmt und am Sonntagabend vor der Prüfung den Rest gekantet.“ Passend zu den schräg angeordneten Schindeln machte er auch die Scharaufteilung der Dacheindeckung leicht geneigt. Lange getüftelt hat er auch an den Ecken, um den umlaufenden Schindeln die richtige Geometrie zu geben. Die Mühe hat sich gelohnt, meint Jakubowski: „Je nachdem, wie die Sonne steht, schimmern die Schindeln ganz unterschiedlich. Das ist einfach geil!“

Auf den Klempnermeister folgt der Betriebswirt

Seine Leidenschaft für Blech entdeckte er bereits in der Dachdeckerausbildung. Um noch tiefer in die Materie einzutauchen, nutzte er 2024 die Zeit zwischen den Teilen seines Dachdecker-Meisterkurses. Vier Monate lang arbeitete er bei Jennifer Konsek in München. Die junge Spenglermeisterin ist in der Branche als „Jenni von Dach“ bekannt. Aufs Dach hatte es ihn allerdings schon viel früher gezogen. Bereits als Kind schnupperte er gern die Dachluft, wenn er mit auf Baustellen ging. Mit 15 wurde ihm schließlich bewusst: „Das macht mir so viel Spaß, das möchte ich mein ganzes Leben lang machen!“ Perspektivisch will er den Betrieb seines Vaters übernehmen. Deshalb nahm der ambitionierte Junghandwerker schon im Februar, gleich nach der Klempnermeisterprüfung, die nächste Herausforderung in Angriff: eine sechsmonatige Weiterbildung zum Betriebswirt, die als hybrider Kurs von den Handwerkskammern Sachsen angeboten wird, mit Online-Unterricht und Präsenzwochen – wieder in Vollzeit. „Das ist das Höchste, was ich als Handwerker erreichen kann. Damit bin ich perfekt gerüstet für meine jetzigen und künftigen Aufgaben. Denn in vier, fünf Jahren werde ich sicherlich im Büro arbeiten. Bei unserer Betriebsgröße macht es Sinn, dieses Wissen zu haben.“

Jungen Leuten legt er ans Herz, es ähnlich zu machen, also einen Gesellenabschluss und den Meistertitel zu erwerben. Denn: „Handwerk hat immer noch goldenen Boden und eine gute Zukunft. Es wird immer gebraucht und kann zumindest in absehbarer Zeit nicht von Robotern erledigt werden.“ Goldener Boden und goldene Schindeln – BAUMETALL meint: Das passt perfekt!

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