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Berufliche Perspektiven für junge Geflüchtete

Brücken bauen zwischen Flüchtlingen und Ausbildungsbetrieben: Das ist das Ziel des Vereins der Rotarier für die berufliche Integration Jugendlicher (ROBIJ). Im September 2021 fand ein erfolgreiches Netzwerktreffen in den Werkhallen der Scherrer Metec AG in Zürich statt.

Eid Mohammad flüchtete als 15-Jähriger über gefährliche Routen aus Afghanistan nach Europa. Er landete schließlich in einem Schweizer Asylzentrum für minderjährige Geflüchtete. Sein Traumberuf war damals Polizist. Dieser Beruf ist ihm zurzeit in der Schweiz verwehrt. Dank der ­ROBIJ Berufsmesse 2018 und einem Netzwerkanlass bei der Zürcher Scherrer Metec hatte Eid die Möglichkeit, verschiedene Berufsbilder ­kennenzulernen, um sich dann 2019 für den Beruf Netzelektriker beim Energie Freiamt in Muri zu entscheiden. Der Verein hat nicht nur für Eid Perspektiven für eine private und berufliche Zukunft in der Schweiz erschlossen, sondern auch etlichen anderen Asylsuchenden aus verschiedenen Krisenregionen. Es ist eine Win-win-Situation, wie Marianne Hopsch, Leiterin des Vereins ROBIJ, am Netzwerkanlass bei der Scherrer Metec erklärt. Denn während das Interesse von Schweizer Jugendlichen an handwerklichen Berufen eher verhalten ist, wecken diese Berufe bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund großes Interesse. Also übernimmt ROBIJ die Funktion als Brückenbauer bzw. als Vermittler zwischen Geflüchteten und klein- und mittelständischen Ausbildungsbetrieben.

Integration mit Geduld und Empathie

Flüchtlinge über eine handwerkliche Berufslehre in unsere Kultur zu integrieren, verläuft natürlich nicht problemlos. Solche Prozesse verlangen von beiden Seiten beachtliche Toleranz, enorme Geduld und Empathie, um zum Erfolg zu werden. Wie alle Ausbilder bestätigen, ist dabei vor allem die Sprache die größte Herausforderung. Um die kulturellen Unterschiede mit einem enorm breiten Spektrum anschaulich und leicht verständlich zu konkretisieren, produzierte der Verein ROBIJ acht kurze Lehrfilme mit Themen wie Pünktlichkeit, Respekt oder Outfit. Sie wurden „stumm“ produziert, damit sie Flüchtlingen aller Sprachen eindrücklich und humorvoll einige Werte unserer Gesellschaft nahebringen.

Das 1896 gegründete Metallbau-Unternehmen Scherrer Metec wird von Rotarier Beat Scherrer in der vierten Generation geführt. Heute beschäftigt das mittelständische Unternehmen durchschnittlich 80 Mitarbeitende und elf Lehrlinge in den Berufsgruppen Bauspengler, Dachdecker, Flachdachdecker und Zimmermann. Beat Scherrer engagiert sich von Beginn weg für ROBIJ, führt regelmäßig Veranstaltungen durch und ermöglicht Flüchtlingen Schnupperlehren in den verschiedenen Berufen seines Unternehmens.

Perspektiven schaffen

Aktuell beschäftigt er zwei Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Beat Scherrer: „Diese Lehrlinge sind hochmotiviert und begabt. Dennoch fordern sie von den Ausbildern ein beachtliches zusätzliches Engagement. Nicht zuletzt ist es die Sprache, die oft schwierige Situationen schafft, was von beiden Seiten Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert.“

Der Verein ist Unternehmern wie Beat Scherrer dankbar, dass er und seine Mitarbeiter in ihren Betriebsräumen Berufserkundungstage möglich machen. ROBIJ vertritt die Auffassung, dass sich junge Geflüchtete besser in der Schweizer Berufslandschaft orientieren können, wenn sie Lehrberufe anschaulich vermittelt bekommen. Mit einem Ziel vor Augen gehe es dann auch besser mit dem Erlernen der neuen Sprache und der beruflichen Integration in der Schweiz.

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