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Klempnertreff am See 

Was bleibt: Nur ein QR-Code!?

Der 29. Klempnertreff im März dieses Jahres war unter anderem geprägt vom Thema Digitalisierung. Vincent Fanenbruck und Lisa Brunner vom Fachverband SHK BW waren federführend für die Organisation der Veranstaltung in Titisee verantwortlich, und als Neuerung gab es zum ersten Mal keinen Ordner mit ausgedruckten Seminarunterlagen, sondern einen QR-Code, mit dem jeder Teilnehmer Zugriff auf die Unterlagen bekam. Dies brachte Robert Smejkal, Fachgruppenleiter Klempnerei, in seiner Begrüßungsrede auch zu der Aussage: „Was bleibt: Nur ein QR-Code.“

Gleich der erste Referent, Andreas Seltmann (Autor, Unternehmer und Redner, Denzlingen), stellte sich dem Thema Fachkräftemangel mit seinem Vortrag „Der Weg zum Chef, bei dem alle bleiben wollen“. Er legte mit einfachen Formeln anschaulich dar, dass der Weg zu zufriedenen Mitarbeitern ein Buffet aus unterschiedlichen Faktoren ist und es vor allem auf die Kultur des Miteinanders ankommt. Die Willkommenskultur im Betrieb, also wie neue Mitarbeiter begrüßt und integriert werden, ist dabei genauso wichtig wie sich (hoffentlich nie, aber wenn, dann wertschätzend) von ihnen zu trennen. Er unterstrich, wie wesentlich Ehrlichkeit sowie Authentizität sind und dass immer gesprochen wird, über alles was wir tun und was wir nicht tun. Es folgte der Vortrag von Ruben Kaltenbach (Kaufmännischer Leiter, Kempf GmbH & Co. KG und akkr. Berater, Schonach im Schwarzwald): „Erst denken, dann klicken – wie Struktur statt Software dein Handwerk nach vorne bringt“. Mittels einer digitalen Umfrage bei den Teilnehmern ermittelte Kaltenbach, wo die Herausforderungen der Digitalisierung in den Betrieben liegen. Die Erkenntnis, dass die meisten Probleme durch fehlende Struktur und nicht durch die Software entstehen, führt unweigerlich dazu, Abläufe, Schnittstellen und Zuständigkeiten klar zu definieren. Digitalisierung beginnt im Büro und kann dann durchgehend auf den Baustellen für mehr Transparenz sorgen. Wenn das System nicht funktioniert, macht Digitalisierung alles nur schneller, auch das Chaos.

Diskussion mit Überraschung

Das Finale des ersten Veranstaltungstages markierte die Podiumsdiskussion zum Thema Digitalisierung im Klempnerhandwerk unter der Leitung von BAUMETALL-Chefredakteur Andreas Buck. Die Diskutanten waren neben Ruben Kaltenbach (s. o.) als Software-Experte auch der „Innovator“ Michael Kirchen (Ferisol S.àr.l., Rosport-Mompach, Luxemburg) und Thorsten Haas (Prokurist des Handelshauses Gustav Barth GmbH, Renningen) als Praktiker. Anhand von fünf steilen Thesen wurde erörtert, ob sich Digitalisierung auch für kleine Betriebe lohnt, welche Vorteile und Herausforderungen sich daraus ergeben und wie motivierend sie für Mitarbeiter und wie attraktiv sie für Kunden sein kann. Einig waren sich alle darüber: „Man muss es vorleben und wollen!“ Schlussendlich bat Andreas Buck Hannes Gayer (Krehle GmbH, Landsberg am Lech) spontan auf das Podium, um über einen organischen Baukörper zu berichten, bei dem alle Gewerke ausschließlich digitale Daten aus einer Punktwolke nutzten, um mit festgelegten Toleranzen schon vor Baubeginn zu fertigen. Auf der Baustelle selbst fand ausschließlich die Montage statt. Laut Gayer ist Handwerk Fingerfertigkeit. Kommt Digitalisierung hinzu, böten sich ungeahnte neue Wege.

Informationen an Tag zwei

Der Freitag begann mit einem Vortrag von Joachim Jäger (BG Bau, Freiburg) über sicheres Arbeiten, Absturzschutz und Gerüste. Anschaulich berichtete er über die geltenden Vorschriften sowie die Notwendigkeit ihrer Einhaltung und Überprüfung zur Vermeidung von Unfällen. Untermalt wurde der Vortrag von Videosequenzen zur Befestigung von Fangnetzen. Explizit verwies der Referent auf für Mitglieder kostenfrei erhältliche Merkblätter sowie auf Arbeitsschutzprämien als Zuschüsse für geprüfte Arbeitsmittel.

Felix Bunhold (VektorNode Design AG, Zürich) zeigte in seinem Vortrag „Digitale Werkzeuge im Spenglerhandwerk“ anhand von herausragenden Bauten mit spektakulärer Optik, welche Möglichkeiten in Design und Fertigung sich bei der Verwendung von Punktwolken ergeben. Er verschwieg dabei nicht die Herausforderungen wie hohe Anschaffungskosten, große Datenmengen etc., stellte jedoch die zahllosen Vorteile für die schnelle Erfassung komplexer Geometrien, hohe Präzision, Flexibilität bei Änderungen, parametrische Designs und nahtlose Integration in CAD und Fertigung gegenüber.

Der Sachverständige Stefan Holz (Metallbüro Holz GmbH, München) zeigte den Zuhörern anhand von vier gut bebilderten und beschriebenen Beispielen Schadensfälle an Dächern und Fassaden. Dabei erklärte er, wie schon kleine Fehler bei der Ausführung zu massiven Schäden führen können. Holz ging außerdem auf die möglichen Regelungen in Schadensfällen ein.

Den letzten Vortrag der Veranstaltung hielten Michael Kirchen und Gerhardt Schuler (GSP Dachtechnik GmbH & Co. KG, Pliening). Kirchen stellte zunächst seine Firma vor, die er bereits seit zehn Jahren durchgängig digitalisiert hat. Dann präsentierte er einige seiner Projekte, die ohne Digitalisierung nicht möglich gewesen wären. Die besondere Spenglerarbeit, die Realschule Grafing bei München, wurde gemeinsam mit Gerhardt Schuler realisiert. An diesem Projekt war Ferisol für die Bauleitung verantwortlich – Vorfertigung und Montage lagen bei GPS-Dachtechnik. Das Besondere: Fassade und Decke aus Cortenstahl 1,0 mm vorbewittert, ohne sichtbare Verschraubungen, sollten mit normalen Spengler-Skills und vorhandenem Maschinenpark vor Ort anzupassen und zu montieren sein. Trotz aller logistischen Herausforderungen berichteten die beiden von der inspirierenden firmenübergreifenden Kooperation, die das besondere Projekt erst ermöglicht hat. Vincent Fanenbruck setzte den Schlusspunkt, indem er auf den Azubi-Tag am 26. Juli 2026 im Europapark und das anvisierte Datum für den 30. Klempnertreff in Titisee vom 11. bis 12. März 2027 hinwies.

Robert Smejkal

Bild: Klaus Walter

Robert Smejkal
Vincent Fanenbruck

Bild: Klaus Walter

Vincent Fanenbruck
Andreas Seltmann

Bild: Klaus Walter

Andreas Seltmann
Auf dem Podium: Lisa Brunner, Andreas Buck, Thorsten Haas, Ruben Kaltenbach, Michael Kirchen und Vincent Fanenbruck

Bild: Klaus Walter

Auf dem Podium: Lisa Brunner, Andreas Buck, Thorsten Haas, Ruben Kaltenbach, Michael Kirchen und Vincent Fanenbruck
Andreas Buck im Gespräch mit Thorsten Haas, Ruben Kaltenbach, Michael Kirchen und Hannes Gayer

Bild: Klaus Walter

Andreas Buck im Gespräch mit Thorsten Haas, Ruben Kaltenbach, Michael Kirchen und Hannes Gayer
Ruben Kaltenbach

Bild: Klaus Walter

Ruben Kaltenbach
Michael Wolff

Bild: Klaus Walter

Michael Wolff
Martin Fischer

Bild: Klaus Walter

Martin Fischer

Der Klempnertreff wird von einer Fachausstellung und Newsflashs entsprechender Hersteller begleitet

Martin Fischer vom M.A.S.C.-Team in Vöhringen stellte ein Reinigungsgel für Metalloberflächen, ein Gel zur Taubenabwehr sowie ein Koffer-Set mit Schleifutensilien zum Aufrauen beschichteter Materialien vor.

Frieder Zaiß von Prefa präsentierte neue Well- und Zackenprofile. Zudem verwies er auf die neue Stierpost mit Sonderausgabe Fassade sowie auf neue Prefa-Schulungsvideos.

Bruno Rösch von Rimex hob mit seinem Vortrag auf die neuartige Möglichkeit ab, Edelstahldecken mit Magneten und Sicherungsseilzug zu montieren.

Nico Weber von VM-Zink stellte das Produkt AZENGAR3R vor, als nachhaltiges, aus Produktionsabfällen hergestelltes Recyclingmaterial mit matter, heller, spiegelfreier Oberfläche.

Michael Wolff von Enke eröffnete mit der Frage, wie viele Auszubildende beim Klempnertreff anwesend seien, und zeigte anhand von Videos über das Enke-Impuls-Camp, wie Nachwuchs-Akquise und -Förderung nachhaltig gelingen können.

Jörg Gutmann von Alwitra berichtete über die Umweltproduktedeklaration (EPD) für die Dachbahnen Evalon und Evafol mit dem Blauen Engel sowie die hybride Dämmung, mit der sehr viel Gewicht eingespart werden kann.

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