Ein altes Kalenderblatt aus den 90er-Jahren, das Meisterprüfungsstücke kunstvoll in Szene setzte, legte den Grundstein für eine ganz besondere Leidenschaft. Die des CAD-Zeichners Joerg Hoyer aus Brandenburg. „Es war die Abbildung eines gedrehten Wasserfangkastens, die meine Faszination auslöste“, erinnert sich Hoyer. Die stimmigen Abmessungen, das zeitlose Design und die meisterhafte Ausführung warfen jedoch eine fundamentale Frage auf: Wie lassen sich solche in sich verdrehten Flächen mit absoluter Genauigkeit auf ein Zeichenblatt transformieren? Damals gab es weder YouTube noch entsprechende Fachliteratur zu diesem hochkomplexen Thema. „Selbst ist der Mann“, dachte sich der metallbegeisterte Kupferfachmann und legte los. Doch erste ambitionierte Versuche mit klassischem Zeichenpapier und Bleistift scheiterten. Zu groß war das unentwirrbare Chaos aus zahllosen Linien, die sich ihrem angedachten Zweck schon nach kurzer Zeit nicht mehr zuordnen ließen. Die erlösende Wende brachte der Einzug moderner Technologie in Form von 3D-fähigen CAD-Programmen. Sie erlauben es Hoyer, mathematisch komplexe Aufgaben in kurzer Zeit und mit maximaler Präzision zu lösen. „Ein digitales 3D-Modell vereint alle erforderlichen Ansichten – von der Draufsicht über die Seitenansichten bis hin zu Isometrien“, sagt Hoyer. Außerdem lässt sich die Darstellung beliebig im Raum drehen und von allen Seiten betrachten. Heute lassen sich die zur Übertragung auf das Blech notwendigen Längen exakt extrahieren und direkt an moderne Fertigungsmaschinen für den Zuschnitt weitergeben. „Meine ersten Gehversuche im CAD bestanden noch aus reinen Liniennetzen“, so Hoyer. Erst die bewusste Zuweisung realer Blechstärken brachte den entscheidenden Durchbruch zu echten Volumenkörpern – ein Schritt, der die exakte Betrachtung von Biegeradien und Gehrungsschnitten sowie das frühzeitige Erkennen von Konstruktionskonflikten durch ungewollte Überschneidungen erlaubt. Zudem ebnen Volumenkörper heute den Weg für den 3D-Druck von physischen Schablonen und Stützen, die in der Werkstatt als unverzichtbare Hilfsmittel bei der Formgebung dienen.
Galaktische Inspiration
Doch damit nicht genug. Fotorealistische CAD-Renderings werden als Anschauungsobjekte zu Präsentationszwecken genutzt. „Das Entwerfen, Drehen und Konstruieren im virtuellen Raum als Vorgriff auf die reale Ausführung ist an Faszination kaum zu übertreffen“, schwärmt Hoyer und schlägt die Brücke auf die Brücke des Spenglerraumschiffs. Die spektakuläre Live-Herstellung des Titanzinkobjekts am BAUMETALL-Messestand der Dach + Holz 2026 zündete bei Hoyer den kreativen Funken für sein aktuelles CAD-Modell: Die fließenden, organischen Linien der geschwungenen Untertassensektion und der turbinenartig ineinandergedrehten metallischen Segmente auf der Unterseite spiegeln unverkennbar die galaktische DNA der Spengler-Enterprise wider. Entstanden ist ein futuristisches Designobjekt, das Hoyers Spezialdisziplin der mathematisch gedrehten Mantelflächen in völlig neue Sphären katapultiert.
Zum Workshop beamen?
Eins steht fest: Keine Maschine und keine künstliche Intelligenz wird in absehbarer Zeit dazu in der Lage sein, derart präzise Kanten für Stehfalze an verdrehte Blechsegmente anzuformen, wie es erfahrene Klempner und Spengler mit ihren Händen tun. Das Handwerk bleibt unersetzbar und Joerg Hoyer fragt zu Recht: „Haben Sie Lust, diese meisterhafte Symbiose aus digitaler 3D-Planung und anspruchsvoller handwerklicher Praxis selbst zu erleben? Und besteht in der BAUMETALL-Leserschaft womöglich Interesse an der Organisation eines exklusiven Workshops, um dieses galaktische Modell gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen?“ Falls ja, dann schreiben Sie uns!
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