Die historische Arnulfpost – der sogenannte Postpalast in der Arnulfstraße 62 – zählt zu den markanten denkmalgeschützten Gebäudeensembles der bayrischen Metropole. Errichtet 1926 als Paketpostamt, wurde das Bauwerk ab 2011 als außergewöhnlicher Veranstaltungsort für Präsentationen, Filmpremieren, Konzerte und weitere Events genutzt. Architektonisch steht der Komplex exemplarisch für die bayrische „Postbauschule“ (1920–1934), die seinerzeit neue Maßstäbe in Ingenieurskunst und Gestaltung setzte.
An der Umsetzung des Projekts waren fünf internationale Architekturbüros, über 60 Bauleiter sowie zahlreiche Dienstleistungsunternehmen beteiligt. Nach dem Erwerb der Arnulfpost durch Google Ende 2019 folgten in den Jahren 2020/2021 die Entwurfs- und Konzeptphase. Mitte 2021 begannen die Bauarbeiten, der Rohbau wurde 2024 fertiggestellt, die Innenausbaufertigstellung ist für 2026 geplant. Gaass war dabei fast zwei Jahre lang mit umfangreichen Spenglerarbeiten betraut.
Hightech-Campus mit Fokus auf IT-Sicherheit
Im Jahr 2026 präsentiert sich das Areal als moderner Hightech-Campus von Google mit Schwerpunkt IT-Sicherheit. Ziel der Umnutzung ist es, das historische Erbe zu bewahren und zugleich zeitgemäße Arbeits- und Begegnungsräume zu schaffen – mit regelmäßigen Events, begrünten Flächen und öffentlich zugänglichen Bereichen. Emissionsarme Materialien, optimierte CO₂-Bilanz sowie die Echtzeitüberwachung des Energieverbrauchs sichern einen langfristig ressourcenschonenden Betrieb.
Bild: Cidan Machinery Group
Thalmann-Doppelbieger macht den Unterschied
Die Qualitäts- und Präzisionsanforderungen von Google und den verantwortlichen Architekten bewegten sich auf allerhöchstem Niveau. Vor diesem Hintergrund entschied sich Geschäftsführer Florian Gaass für die Investition in den TD Doppelbieger von Thalmann: „Mit unserer bisherigen Maschine ließen sich die geforderten Standards und teils komplexen Profilgeometrien nicht mehr umsetzen. Davon abgesehen stand der TD Doppelbieger schon länger auf unserer Wunschliste, nicht zuletzt aufgrund klarer Empfehlungen von Branchenkollegen. Heute ist die Maschine unser bestes Pferd im Stall: schnell, präzise und leistungsstark. In Kombination mit den hilfreichen Automationseinheiten und der einfachen Bedienbarkeit macht die Arbeit damit auch einfach Freude.“
Unerwarteterweise stellte die Beschaffung der rund 55 t Kupfer eine besondere Herausforderung dar. Das Material musste über rund 40 Einzelbestellungen bei verschiedenen Händlern koordiniert und beschafft werden. Die aufwendige Unterkonstruktion für die konischen Trapezbleche bestand aus etwa 70 t Stahlblech in Form komplexer Profile. Bemerkenswert ist, dass auf den reinen Arbeitsaufwand für die Kupferarbeiten lediglich rund 20 % entfielen, während etwa 80 % in Planung und vorbereitende Maßnahmen investiert wurden.
Höchste Sicherheits- und Logistikstandards
Vor Ort galten auf der Baustelle höchste Sicherheits- und Logistikstandards. Zahlreiche Sicherheitsbeauftragte überwachten die Abläufe streng, der Zugang erfolgte ausschließlich über drei große Einfahrtstore innerhalb fest definierter, zwei Tage im Voraus zugeteilter Zeitfenster. Löten war grundsätzlich untersagt, zudem war eine automatische Löschanlage installiert. Unter der Woche wurden die Gaass-Mitarbeiter in einem nahegelegenen, komfortablen Hotel vor Ort untergebracht: „Ja, die Hotelkosten haben ein kleines Vermögen gekostet“, berichtet Florian Gaass mit einem Augenzwinkern. „Aber keine Frage: Die Entfernung zwischen Grainet und München war schlicht zu groß. Und letztlich ist das Wohlergehen unseres Teams entscheidend für gute Stimmung – und damit für tadellose Arbeitsergebnisse. So einfach ist das.“
Qualitätshandwerk aus Bayern
Seit 1986 ist die Gaass Florian GmbH im Spengler-, Dachdecker- und Zimmererhandwerk sowie im Bereich anspruchsvoller Fassaden- und Metallarbeiten tätig. Der Firmensitz befindet sich in Grainet im südöstlichen Bayerischen Wald, rund 20 Kilometer von den Grenzen zu Tschechien und Österreich entfernt; bis in die Münchner Innenstadt sind es etwa 220 km. Mit einem rund 50-köpfigen Team verfügt der renommierte Handwerksbetrieb über die nötige Expertise und personelle Stärke, um auch komplexe Großprojekte erfolgreich umzusetzen: „Traditionsreiches Handwerk im Einklang mit anspruchsvoller Ästhetik – dafür stehen wir. Wir verfügen über viel Erfahrung in der Umsetzung komplexer Großprojekte, über fundiertes technisches Know-how sowie einen hohen Qualitätsanspruch. Gleichzeitig bringen wir ein feines Gespür für Architektur und Design mit. Projekte wie der neue Google-Campus mit seinen speziellen Anforderungen passen daher ideal zu unserem Profil – genau unsere Kragenweite“, so Florian Gaass, Geschäftsführer und Spenglermeister.