In Antholz dreht sich alles um Metalle. Und zwar vor allem um die der ganz edlen Sorte: Gold, Silber und Bronze. Damit durften sich dort im Februar Athleten für Spitzenleistungen im olympischen Wintersport schmücken. Der kleine Ort mit nur knapp 3000 Seelen beherbergt die Südtirol-Arena, ein Biathlon-Stadion auf 1600 m Höhe, schön gelegen am Ende eines Alpentals, mitten im Naturpark Rieserferner-Ahrn, unweit des Antholzer Sees. Hier werden unter anderem Weltcup-Turniere ausgetragen. Während der Wettkämpfe fiebern und jubeln nicht nur die Zuschauer vor Ort und an den Fernsehbildschirmen rund um die Welt mit, sondern auch die Kommentatoren, die live berichten. Dafür stehen seit dieser Saison eigens 42 Kabinen bereit – mit bestem Blick auf das Stadion mit den Schießständen, direkt gegenüber der Publikumstribüne mit rund 3000 Sitzplätzen. Genau wie die siegreichen Athleten schmückt sich auch die Fassade dieses Servicegebäudes mit Metall: Sie ist mit Aluminium in edlem Anthrazit bekleidet.
Matt satinierte Oberflächen für trendige Architektur
Das vorlackierte Material zur Herstellung der Scharen stammt von Tresoldi Metalli, einem Lieferanten aus Padua. Das Material lässt sich leicht bearbeiten und ist laut Hersteller dank seiner Ausfertigung kratzfest, pflegeleicht, langlebig und korrosionsbeständig. Die matte, satinierte Ausfertigung, die „schon etwas gebraucht und griffig“ anmutet, eignet sich perfekt für trendige architektonische Lösungen.
Ausgeführt wurde die Fassade vom Fachbetrieb Dachservice Seyr GmbH aus dem Nachbarort Rasen, etwa auf halbem Weg zwischen Toblach und Bruneck. „Für das Projekt wurden nur lokale Unternehmen engagiert“, erzählt Anna Seyr, die aktuell ihre Lehre im väterlichen Unternehmen abschließt. In früheren Jahren wurden im Stadion in der Wintersportsaison immer Container aufgebaut, in denen die Kommentatoren und Reporter untergebracht waren – bis sie endlich das neue, wohnliche und elegante Servicegebäude beziehen konnten.
Exakte Einteilung der unterschiedlichen Zuschnitte
An den Bauaufgaben war der Familienbetrieb Seyr von Ende Juni bis Anfang September 2025 beteiligt – mit kleinen Unterbrechungen. Anna Seyr erinnert sich: „In der Zeit gab es hin und wieder Schießtraining. An diesen Tagen durfte aus Sicherheitsgründen keiner auf die Baustelle.“ Das Projekt war keine alltägliche Routineaufgabe, denn die Gebäudehülle besteht aus unterschiedlich langen und breiten Scharen, die am Ende ein leicht aufgelockertes Muster ergeben. Die Zuschnitte variieren zwischen 200 und 500 mm Breite.
Zuerst mussten die Südtiroler Dach- und Fassadenprofis also die Scharen exakt planen und einteilen. Anschließend wurden die Profile nach Plan montiert. Hier war höchste Sorgfalt geboten, da die Schareinteilung vom Dach in die Fassade zu übertragen war und dessen Linien eingehalten werden mussten. Hinter der matt schimmernden Metallfront mit den klaren Linien verbergen sich eine massive Stahlbetonwand und eine 25-mm-Holzschalung sowie die 50 mm breite Lüftungsebene. Für die gesamte Unterkonstruktion galt eine spezielle Vorgabe: Sie muss durchschusssicher sein!
Schön fürs Auge und gleichzeitig funktional
Auf dieser Unterkonstruktion haben die Blechprofis von Seyr eine Fläche von insgesamt 533 m² bekleidet. Die Fassade ist 59 m lang und im Schnitt 9 m hoch. Sie wurde mit Winkelstehfalzen sowie mit einfachen Falzen an den Querverbindungen ausgeführt. Hinzu kamen noch die Arbeiten an Mauerabdeckungen, Fensterlaibungen, Fenstersimsen, Sockelblechen sowie an allen anderen An- und Abschlüssen an der Fassade. Nicht zu vergessen ist die anspruchsvolle Bekleidung der Portale vor den Toren.
„Die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken wie Zimmerern und Schlossern hat in diesem Projekt sehr gut funktioniert“, lobt Anna Seyr. Und sie freut sich über das hochwertige Ergebnis, das auch für das Auge etwas bietet: „Optisch bilden die Anthrazit-Profile einen tollen Kontrast zu den beige-grünen Streckmetallplatten in der Fassade. Das Material schützt außerdem gut vor Witterungseinflüssen und ist wartungsarm.“ Ein weiteres Extra: In die Fassade wurde eine 320-kWp-Photovoltaikanlage integriert. BAUMETALL meint: eine olympiareife Leistung!