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Enke Impuls-Camp 2026

Mit Vollgas auf das Dach

Die meisten Autos haben ein Blechdach. Doch ist das wirklich die einzige Schnittmenge mit dem Dachhandwerk? Auf den ersten Blick schon. Wer jedoch genauer hinsieht, entdeckt überraschende Parallelen. Zum Beispiel beim Besuch der ADAC Nürburgring Classic – des spektakulären Race-Events für Old- und Youngtimer. Dass das Enke Impuls-Camp im Juni 2026 direkt am legendären Grand-Prix-Kurs stattfindet, kann kein Zufall sein. Im Gegenteil! Beide Welten teilen weit mehr, als der erste Blick vermuten lässt:

  • Präzision: Beim Abstimmen eines historischen Motors sowie bei der Montage einer Dacheindeckung ist perfekte Fingerfertigkeit erforderlich.
  • Materialbeherrschung, denn Blechkarossen und Dacheindeckungen müssen extremen Belastungen standhalten
  • Faszination, weil Oldtimer-Liebhaber das technische Erbe der Vergangenheit bewahren und der Nachwuchs des Dachhandwerks Werte schafft, die Generationen überdauern.

„Ihr habt euch einen Beruf ausgesucht, der Zukunft hat. Jetzt liegt es an euch, etwas daraus zu machen.“

Dirk Bollwerk

Bild: BAUMETALL

Herzlichen Glückwunsch: Ihr seid im geilsten Job von allen unterwegs!

Mit diesen Worten startete Dirk Bollwerk die Vortragsreihe des 5. Enke Impuls-Camps im Pressezentrum des Nürburgrings. Der Präsident des ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks) informierte die Auszubildenden aus dem Dachdecker- und Klempnerhandwerk sowie dem Fachhandel über ihre hervorragenden Karrierechancen. Ob Kolonnenführer, Gründach- und Photovoltaikmanager, Meister oder Chef eines eigenen Unternehmens sei zweitrangig. Wichtig sei, dass die Arbeit Sinn stifte – Sinn für jeden Einzelnen, für die Umwelt, die Tierwelt und die gesamte Gesellschaft. „Genau das trifft auf das Dachhandwerk zu“, ist Bollwerk überzeugt und gibt dem Branchen­nachwuchs noch etwas mit auf den Weg: „Unser Job ist KI-sicher und ­krisenfest!“

Bollwerk, der auch Präsident der IFD (Internationale Föderation des Dachdeckerhandwerks) ist, ließ es sich nicht nehmen, einige Zahlen zu präsentieren. Zum Beispiel die 8939. Die Ziffer entspreche exakt der Anzahl an Azubis, die aktuell im Dachdeckerhandwerk ausgebildet würden. Und der kontinuierlich steigende Anteil der Dachdeckerinnen liege bei 407. „Machen ist wie Wollen – nur krasser!“, sagte Bollwerk und belegte auch das mit einer Zahl: „Der Umsatz im deutschen Dachdeckerhandwerk lag 2025 bei 13,5 Milliarden Euro.“ Natürlich sprach Bollwerk auch über den Verband und dessen Aufgaben – zum Beispiel als Sprachrohr für politische Themen oder bei der Organisation der deutschen und der internationalen Meisterschaften.

Neben allen offiziellen Aufgaben erdet sich Bollwerk immer wieder in seinem eigenen Unternehmen – einem Dachdecker-, Klempner- und Zimmerermeisterbetrieb (Joh. Bollwerk Bedachungen GmbH) im niederrheinischen Rees-Haldern. Wer den Dreifachmeister fragt, warum er Dachhandwerker geworden ist, erhält die einzig richtige Antwort: „Weil es mich unheimlich stolz macht, an einem Turm oder an einem Dach vorbeizufahren und zu sagen: ‚Das habe ich gemacht‘, selbst wenn die Arbeit schon über 30 Jahre her ist.“

Mein Weg von der Hauptschule zur Dachdeckermeisterin

Coletta Giltz wollte nie beweisen, dass Frauen Handwerk können. Sie wollte beweisen, dass sie es kann. Mit einem sehr persönlichen Vortrag fesselte die Dachdeckermeisterin aus Xanten am Niederrhein das Impuls-Camp-Publikum. Anstatt eine klassische Lobeshymne anzustimmen, schilderte sie ungeschönt ihren oft steinigen Weg: „Mit 16 wusste ich noch nicht, wo es beruflich hingehen soll. Was ich aber wusste: Wer Talent hat, kann besser werden.“

Dieses Prinzip hatte die Handwerkstochter schon früh verinnerlicht: Bereits ab dem neunten Lebensjahr saß sie im Rennkart. Als Kind hieß es bei ihr: lieber Kartbahn als Barbiepuppen, lieber draußen als drinnen. Wenn damals jemand zu ihr sagte: „Das kannst du nicht!“, war das für die heutige Dachdeckermeisterin kein Dämpfer, sondern der ultimative Ansporn. Das blieb bis heute so – galt im Job der Kinderpflegerin ebenso wie in der Ausbildung zur Zierpflanzengärtnerin. „Nicht jeder Umweg ist ein Fehler“, sagt Giltz, die im Bereich der Zierpflanzen extrem viel gelernt hat und dieses Fachwissen heute perfekt bei der Pflege und Gestaltung von Gründächern einsetzen kann. „Die meisten Grenzen in unserem Leben entstehen in unserem Kopf“, betonte sie und hatte zum Abschluss noch einen wertvollen Tipp für die Auszubildenden im Gepäck: „Engagiert euch ehrenamtlich – ob in der Innung oder wie ich bei den Dachdeckermädelz!“

„Lass niemals andere Menschen entscheiden, was du kannst, und glaub an dich!“

Coletta Giltz

Bild: BAUMETALL

Traumreise aufs Dach

Maximilian Schmitz ist Hauptgeschäftsführer des Dachdecker-Verbandes Nordrhein und alles andere als fantasielos. Seinen Vortrag begann er mit einer Traumreise: „Stellt euch vor, ihr habt alle den Gesellenbrief in der Hand und seid bereits auch schon Meister. Was kann der nächste Schritt sein? Logisch. Ihr werdet selbstständig! Es läuft gut. Ihr habt viele Mitarbeiter und sogar schon ein paar Azubis eingestellt. Einen Sportwagen als Firmenwagen habt ihr auch. Damit das alles genau so klappt, benötigt ihr außer eurem handwerklichen und wirtschaftlichen Know-how vor allem eins: die Hilfe der Innungen und Landesverbände.“ Dann wurde Schmitz nachdenklich und sagte: „Mal ehrlich. Bis hierhin und auch danach läuft nicht immer alles glatt. Aber ihr seid nicht allein. Euer Verband und eure Innungen sorgen dafür, dass ihr euch auf das Wesentliche konzentrieren könnt: die Arbeit auf dem Dach!“ Dann informierte Schmitz über die zahlreichen Vorteile, die Berufsorganisationen bieten. Er stellte dazu acht wesentliche Situationen vor und nannte entsprechende Beispiele aus dem Berufsalltag:

  • Fachtechnik
  • Baurecht
  • Arbeitsrecht
  • Betriebswirtschaft
  • Information
  • Politik
  • Netzwerk
  • Nachwuchs & Marketing

„Gemeinsam oben aus Leidenschaft.“

Maximilian Schmitz

Bild: BAUMETALL

Fahrt in die digitale Zukunft des Dachhandwerks

Felix Moll unternahm mit den Teilnehmern eine rasante Fahrt in die digitale Zukunft des Handwerks. Dem innovativen Dachdeckermeister gelang dabei ein beeindruckender Turnaround vom Zollstock zum digitalen Aufmaß, vom Notizblock zur App und weiter zu KI-Tools, die helfen, die Baustelle besser zu organisieren. „Die Realität verändert sich gerade komplett“, sagte Moll und nannte als Beispiele Drohnen auf Baustellen, digitale Aufmaße oder die KI-gestützte Planung. Moll ließ keinen Zweifel daran, dass Handwerk zunehmend an Bedeutung gewinnt und dass Smartphones mitunter die besten Werkzeuge überhaupt sind! Sie steuern zum Beispiel Drohnen, wobei keine Drohne der Welt einen Dachstuhl bauen könnte. „Eure Hände und euer Talent werden gebraucht und auf absehbare Zeit auch nicht von Robotern ersetzt. Aber ein Handwerker ohne digitale Hilfsmittel und ohne KI-Kenntnis wird in absehbarer Zeit abgehängt werden“, ist Moll überzeugt. Dann stellt er die nächste Frage: „Und wer treibt all das voran?“ Die Antwort scheint klar. Moll nimmt sie dennoch vorweg: „Ihr!“ Seine Aussagen untermauert er mit praktischen Bildern. Sagt, dass eine Bitumenbahn nicht wirklich oft neu erfunden werden kann. Und dass Handwerk früher nur für die Ausführung zuständig war: „Heute kümmert sich das Handwerk um Technik, Problemlösung, Kommunikation und Markenbildung.“ Laut Moll ändert sich die Art zu arbeiten rasant. Nicht zuletzt, weil der Nachwuchs den digitalen Wandel antreibt. Argumente liefert er gleich mit, denn:

  • Azubis von heute lernen schneller digital,
  • denken moderner,
  • hinterfragen Prozesse
  • und sie verstehen es, sichtbar zu sein.

Ist deine Karriereleiter vielleicht keine Leiter, sondern ein Seil?

Die Dachhandwerker Marc Peschel und Falk Kirchner berichteten über die Faszination des Industriekletterns. Aus erster Hand gaben die beiden Vollprofis zahlreiche Hinweise und machten vor allem eines deutlich: Das Dachhandwerk ist extrem vielseitig! Mit beeindruckenden Einsatzfotos von Reparaturen an Türmen, Sanierungsaufgaben an Schornsteinen oder dem Anbringen riesiger Werbebanner brachten die Industriekletterer ihren Berufsalltag mit auf den Nürburgring. Doch damit nicht genug: Im Rahmen der sich anschließenden Impuls-Camp-Wettbewerbe unterwiesen sie die Auszubildenden im freien Klettern am Seil.

Weitere praktische Herausforderungen warteten auf die Auszubildenden zum Beispiel beim Bau von Spenglerpfeifen aus Aluminium oder beim eindeutigen Zuordnen unterschiedlicher Werkzeuge aus dem Dachhandwerk. Kalkulationsaufgaben wurden von den Wettkampfteams ebenfalls gelöst und dazu passende theoretische Fragen souverän beantwortet. Eine ebenfalls anspruchsvolle Aufgabe war das Beschichten eines Flachdachmodells mit Flüssigkunststoff. Neben der Geschwindigkeit wurde auf die Qualität der Abdichtung mit dem Flüssigkunststoff Enkolan großer Wert gelegt.

„Die Zukunft des Handwerks ist heute hier versammelt. Ihr seid die Generation, die das Handwerk neu definieren wird.“

Felix Moll

Bild: BAUMETALL

Perfektes Sinnbild für ein perfektes Event

Das emotionale Finale der Wettkämpfe bildete schließlich das Seilziehen der Teams. Das Enke Impuls-Camp am Nürburgring hat eindrucksvoll bewiesen: Der Branchennachwuchs steuert mit maximalem Tempo in die Zukunft und egal, ob angehende Spengler, Dachdecker oder Partner aus dem Fachhandel: Im Dachhandwerk ziehen alle gemeinsam an einem Strang.

Das Röhren historischer Rennwagen lieferte den unverwechselbaren Sound dieses Treffens. Enke-Prokurist Max Kainzinger fasste die Stimmung des Wochenendes abschließend so zusammen: „Ich danke allen Teilnehmern, Enke-Mitarbeitern und Referenten für ihren Einsatz. Nehmt bitte zur Kenntnis, dass alle Experten ehrenamtlich hierhergekommen sind, um euch zu informieren und zu begeistern.“ Unter dem tosenden Applaus der über 130 Auszubildenden wiederholte der Junior-Fabrikant die Kernbotschaft des Camps: „Das Dachhandwerk hat eine großartige Zukunft!“ 

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