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Gewerke-Bündelung wird zum Sanierungs-Turbo

Detailverliebt ins große Ganze

In der Sanierung ist Vielseitigkeit gefragt: Spengler, die sich rein auf Metallarbeiten konzentrieren, sind oft mit mangelhaften Vorleistungen oder entsprechend hohem Planungsaufwand konfrontiert. Wer Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten generalisiert oder im eigenen Haus ausführt, behält die Kontrolle über die konstruktive Ausführung. Dies ist zum Beispiel für die fachgerechte Bekleidung von Dachgauben oder Giebeln entscheidend: Nur dann, wenn die Holz-Unterkonstruktion exakt auf die Ansprüche des Spenglers abgestimmt ist, entstehen schadensfreie und ästhetisch anspruchsvolle Lösungen. Die Prozesskette sollte folglich gestrafft – das Risiko langwieriger Abstimmungen zwischen den Gewerken verringert werden.

Wertschöpfung durch Systemkompetenz

Darüber hinaus ist die Erweiterung des Portfolios ein direkter Hebel für mehr Wirtschaftlichkeit. Anstatt nur die „letzten Meter“ eines Projekts zu übernehmen, steuert der fachübergreifend agierende Betrieb den gesamten Ausbau.

Um auch in der Kundenberatung als Experte für Werterhalt zu punkten, verknüpfen breit aufgestellte Dachhandwerker das Zusammenspiel der Gewerke zum ganzheitlichen Designkonzept. Diese Systemkompetenz schafft Vertrauen beim Bauherrn und ermöglicht es, hochwertige Materialkombinationen anzubieten. Nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch.

Strategische Positionierung

Der Schritt zum Generalisten für das Dach erfordert eine klare strategische Planung. Neben der gewerberechtlichen Eintragung steht die Qualifikation des Teams im Vordergrund. Für den modernen Dach-Fachbetrieb bedeutet dies, Mitarbeiter zu Multitalenten zu entwickeln, die sowohl den Umgang mit der Kantbank als auch den Abbund kleinerer Holzkonstruktionen beherrschen. Alternativ hilft der Aufbau entsprechender Fachabteilungen weiter. Die Positionierung ist klar: Man liefert keine Einzelteile, sondern ein sicheres, gedämmtes und ästhetisch vollendetes Dach aus einer Hand. Wer diese Flexibilität besitzt, wird für Architekten, Planer und Energieberater zum unverzichtbaren Partner für das Bauen im Bestand.

Diskussion eröffnet

Die Erweiterung zum Generalisten ist kein Abschied vom klassischen Spenglerhandwerk, sondern dessen konsequente Aufwertung. Wer Leistungen aus Holzbau und Dachdeckung integriert, schützt seine eigenen Metalldetails durch eine perfekte Basis und sichert sich darüber hinaus den Platz als Hauptauftragnehmer am Dach. Wie denken Sie darüber? Wie ist Ihr Fachbetrieb aufgestellt und in welchen Bausegmenten sehen Sie die besten Zukunftschancen?

Spengler

Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com, BAUMETALL / Picard

Spengler
Dachdecker

Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com, Picard

Dachdecker
Zimmerer

Bild: Werner - stock.adobe.com, Ralf Kalytta - stock.adobe.com

Zimmerer

Das Dach aus einer Hand

Schnittstellenoptimierung:
Minimierung von Wartezeiten und Abstimmungsfehlern durch gewerkeübergreifende Baustellenorganisation.

Ganzheitliche Gewährleistung:
Der Fachbetrieb ist alleiniger Ansprechpartner.

Wirtschaftliche Synergien:
Logistik, Gerüste und Krane werden effizienter genutzt. Der Umsatz pro Baustelle steigt.

Ästhetischer Mehrwert:
Hochwertige Materialkombinationen lassen sich gestalterisch aus einem Guss umsetzen.

Organisationen & Ansprechpartner

  • Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH): erste Adresse für fachliche Regelwerke und die Organisation der Dachgewerke.
  • Holzbau Deutschland (Bund Deutscher Zimmermeister): fachliche Unterstützung für die Integration von Holzbau- und Abbundleistungen.
  • Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): zuständig für das Klempner- bzw. Spenglerhandwerk; bietet Beratung zur gewerblichen Abgrenzung und Ausbildung.
  • Regionale Handwerkskammern (HWK): Die Betriebsberater der Kammern unterstützen bei der Eintragung in die Handwerksrolle (HWB-Verordnung) und bei strategischen Wachstumsplänen.

Drei Schritte zur Umsetzung:

  • Rechtlicher Check: Rücksprache mit der HWK zur Eintragung der Zusatzgewerke.
  • Qualifikation: gezielte Weiterbildungen des Teams
  • Netzwerk: Kooperation mit Partnerbetrieben, aber auch mit Energieberatern unterstreicht die Relevanz als Komplettanbieter

Bild: Getty Images/GreenTomato

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