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15 Jahre nach Fukushima

Challenge für Dachhandwerker

Vor 15 Jarhen erschüttern die Bilder der Dreifachkatastrophe im japanischen Fukushima die Welt. Auch im deutschen Klempnerhandwerk ist die Bestürzung riesig. Doch statt ohnmächtig zuzusehen, entstand in der Community eine Idee, die bald die ganze Spenglerwelt erfassen und zusammenschweißen sollte: 1000 Kraniche für Fukushima.

Heute, eineinhalb Jahrzehnte nach dem Start dieser beispiellosen Aktion, ist der gefaltete Metall-Vogel längst kein reines Hilfs(pr)ojekt mehr. Er hat sich zu einem zeitlosen Symbol für exzellente Spenglerkunst entwickelt. Ein echtes Kultobjekt, das einen festen Platz in jeder Werkstatt und auf jedem Meisterbüro-Schreibtisch verdient hat. Warum? Weil in diesem kleinen Blechvogel einfach alles steckt, was unser Gewerk ausmacht.

Das Meisterstück von So Iwamoto wurde mit dem Goldenen Meisterhammer ausgezeichnet

KD Busch / BAUMEATLL

Das Meisterstück von So Iwamoto wurde mit dem Goldenen Meisterhammer ausgezeichnet

Vom Meisterstück zur Branchen-Legende

Die DNA dieses Kultobjekts basiert auf einer handwerklichen Meisterleistung. Der japanische Klempnermeister So Iwamoto tüftelte an der Robert-Mayer-Schule in Stuttgart so lange, bis ihm das Unmögliche gelang: Er faltete einen filigranen Origami-Kranich aus einem einzigen Stück Kupferblech. Kein Löten. Kein Nieten. Kein Falzen.
Die spektakuläre Arbeit, wurde damals bei der Erstauflage des BAUMETALL-Leserwettbewerb „Meisterstück des Jahres“ ausgezeichnet. Verdient!

Als kurz danach Fukushima bebte, machten So Iwamoto, Kupfer-Spezialist Berthold Zürn und Ausbilder Gert Brenner zusammen mit dem BAUMETALL-Team aus der Kunst eine Mission. Inspiriert von der japanischen Tradition, wonach demjenigen ein Herzenswunsch erfüllt wird, der 1000 Papierkraniche faltet, riefen sie die Spengler-Community dazu auf, 1000 Kraniche aus Metall zu falten.

Dachhandwerk im Blechfaltfieber

Im Jahr 2012 wurde die Fachmesse Dach+Holz in Stuttgart von der Idee des Kupferkranichs regelrecht beflügelt. Zahlreiche Messestände, darunter die von KME, der Robert-Mayer-Schule und natürlich von BAUMETALL, wurden zu regelrechten Origami-Meeting-Points. Dabei ging es nicht nur um die Präsentation einer großartigen Idee, sondern vor allem darum, aktive Mitstreiter zu begeistern, um gemeinsam die magische Marke von 1000 gefalteten Kranichen zu knacken. So Iwamoto war persönlich vor Ort und zeigte zusammen mit angehenden Meisterschülern, frischgebackenen Klempnermeistern und dem Meistermacher der Blechmasters Gert Brenner, wie aus Blech Hoffnung gefaltet wird.

Auf der Dach+Holz lernt eine Schülerin das Kranichfalten von So Iwamoto

BAUMETALL

Auf der Dach+Holz lernt eine Schülerin das Kranichfalten von So Iwamoto

Der Effekt war beeindruckend: Hunderte Messebesucher bestellten Faltvorlagen, um in zahlreichen dezentralen Aktionen öffentlichkeitswirksam Kraniche zu falten. Ob vor den Toren des Hamburger Michels oder auf einem Stadtfest, beim Tag der offenen Tür oder im Rahmen einer Infoveranstaltung zur Nachwuchsgewinnung – überall entstanden die glänzenden Vögel. Unter der Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann weckte die Kranich-Community das öffentliche Interesse. So erschienen zum Beispiel zahlreiche Artikel in unterschiedlichen Regionalzeitungen.
Der enorme Einsatz hat sich gelohnt: Neben der offiziellen Übergabe des symbolischen 1000. Kranichs an den japanischen Generalkonsul reiste So Iwamoto im Nachgang persönlich in die Katastrophenregion. In Fukushima übergab er die stolze Spendensumme von über 12 000 Euro an die Kinderkrippe Aoba-Gakuen und lieferte so den Beweis dafür, dass die Hilfe des deutschen Handwerks ohne Umwege ankommt.

Deine Reifeprüfung
Warum der Kranich in jede Werkstatt gehört

Wer einmal versucht hat, ein Stück Blech ohne einen einzigen Schnitt in die grazile Form eines Vogels zu zwingen, der weiß: Das ist die Königsdisziplin der Materialbeherrschung. Genau deshalb hat der Kranich nach dem Ende der Hilfsaktion eine zweite, grandiose Karriere hingelegt: Er ist das ultimative Übungsstück für Baumetaller und Auszubildende geworden.

Beim Falten wird vermittelt, was keine Maschine der Welt simulieren kann: Gefühl für Materialspannung; wann fließt das Metall; wann droht es zu reißen; wann muss man vorsichtig nachhelfen? Denn nur wenn die ersten Kantungen absolut symmetrisch sitzen, stimmt am Ende die Geometrie der Flügel. Darüber hinaus verlangt die filigrane Ausformung des Kopfes extremes Fingerspitzengefühl und absolute Geduld. Fakt ist: wer diesen Vogel meistert, beweist, dass er das Material wirklich versteht. Er zeigt, dass Metall-Handwerk eben nicht nur auf dem Dach und an der Fassade stattfindet, sondern auch Kunst, Präzision und pure Leidenschaft transportiert!

Zeigt uns eure Kraniche!
#BaumetallKranich

Der Kranich lebt weiter und er gehört auf deine Werkbank. Vielleicht besitzt der eine oder andere Leser noch einen der originalen Kraniche aus der damaligen Aktion. Oder gibt es sogar Kollegen, die Azubis gerade mit dem Faltklassiker herausfordern? BAUMETALL freut sich auf entsprechende Beweisfotos von Metall-Kranichen (egal ob aus Kupfer, Zink oder Aluminium). Passende Bilder können zum Beispiel auf Instagram oder Facebook mit dem Hashtag #BaumetallKranich und mit der Verlinkung @baumetall gepostet werden. 

JETZT Spengler-Königsdisziplin challengen 

Faltvorlage: Die Biegelinien lassen sich zum Beispiel mit einem Kerbstahl ins Metall prägen 

BAUMETALL / Brenner 

Faltvorlage: Die Biegelinien lassen sich zum Beispiel mit einem Kerbstahl ins Metall prägen 

Wer den Kranich falten möchte findet hier den kostenlosen Download der originalen BAUMETALL-Faltanleitung als PDF.

Infos zu den Partnern der ersten Stunde: 

Gefaltet wurde damals aus Aluminium, Kupfer und Zink. Tatkräftig unterstützt wurde das Projekt von namhaften Unternehmen der Branche wie Forstner, KME, Nedzink, Novelis, Prefa, Trumpf oder VM-Zinc.