Mitten in Kempten entsteht derzeit ein anspruchsvolles Sanierungsprojekt, das technische Präzision, handwerkliches Können und architektonischen Gestaltungswillen miteinander verbindet: die energetische Sanierung des Hotels Peterhof. Das Gebäude aus dem Jahr 1967 prägt mit seinen sieben Stockwerken seit Jahrzehnten das Stadtbild. Nun erhält es eine vollständig neue Gebäudehülle – mit neuer Dämmung, neuer Fassadengestaltung und einer neuen Flachdachabdichtung inklusive Dachbegrünung. Ausgeführt werden die Arbeiten an Dach und Fassade von der Lerchenmüller Spenglerei und Flachdachbau GmbH.
Das Familienunternehmen aus Dietmannsried besteht seit 1928 und hat sich vom einstigen Ein-Mann-Kesselflickerbetrieb zu einem spezialisierten Fachbetrieb für Dach, Wand, Fassade und Flachdach im Industrie- und Gewerbebau entwickelt. Heute beschäftigt Lerchenmüller rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist für Kunden in der gesamten Region Allgäu unterwegs.
Anspruchsvolle Fassade als neues Gesicht des Gebäudes
Mittelpunkt der Sanierung ist die neue Fassade. Der Bauherr legte von Beginn an großen Wert auf eine hochwertige Optik und präzise ausgeführte Details. Die Gestaltung stammt von Architektur & Raum aus Kempten und setzt auf individuell entwickelte Kantteile, klare Linien und eine besondere Farbgebung. Gerade diese Farbgebung macht die neue Fassade zu einem Blickfang und verleiht dem Gebäude eine zeitgemäße, eigenständige Erscheinung. Auch der Umgang mit der bisherigen Marmorfassade ist Teil des nachhaltigen Sanierungskonzepts. Die vorhandenen Marmorplatten werden von einem ortsansässigen Steinmetz demontiert, überarbeitet und anschließend an einem anderen Gebäude wiederverwendet. Damit verbindet das Projekt energetische Modernisierung mit einem verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Materialien.
Für Lerchenmüller ist die Umsetzung technisch überaus anspruchsvoll. Neben den gestalterischen Anforderungen sind unter anderem Prüfstatik, Hochhausstatik und Brandschutz zu berücksichtigen. Hinzu kommt die besondere Situation auf der Baustelle: Während das Hotel geschlossen ist, bleiben ein ansässiges Bildungszentrum und diverse Büroflächen im Gebäude weiterhin geöffnet. Lärm, Montagezeiten und Bauabläufe müssen deshalb besonders präzise geplant und koordiniert werden.
Bilder: Lerchenmüller
Fassadenlösung mit praxisnaher Unterkonstruktion
Im Zuge der Projektentwicklung wurden verschiedene Fassadenlösungen geprüft. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Frage nach einer geeigneten Unterkonstruktion, da sie bei einem Projekt dieser Größenordnung und Komplexität großen Einfluss auf Montageablauf, Genauigkeit, Wirtschaftlichkeit und Bauzeit hat. Die gewählte Lösung ergab sich schließlich über einen Messekontakt. Prokurist Alexander Stadler kam dort mit Vertretern der Gramm Profiltechnik GmbH aus Friedrichshafen ins Gespräch. Das Unternehmen stellte dort sein Pro+ Fassadensystem mit dazugehöriger Unterkonstruktion vor. Geschäftsführer Michael Jung und sein Pro+ Team bringen langjährige Praxiserfahrung aus dem Spengler- und Fassadenhandwerk mit. Für Lerchenmüller passte dieser Ansatz sehr gut zum Projekt Peterhof. Die technische Lösung der Unterkonstruktion bot die Möglichkeit, die Anforderungen an Gestaltung, Montagefreundlichkeit und Präzision sinnvoll miteinander zu verbinden. Daher schlug Lerchenmüller dem Bauherrn, der Gutmann Gruppe, vor, das Fassadensystem von Pro+ einzusetzen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Ausführung der Unterkonstruktion. Durch das System können die Halter in größeren Abständen an der Betonkonstruktion befestigt werden. Für die Baustelle bedeutet das einen reduzierten Bohr- und Montageaufwand, geringere Lärmbelastung für weiterhin geöffnete Nutzungsbereiche und eine gute Grundlage für die Herstellung geforderter Fassadenebenen.
Präzision durch Laservermessung und Vorfertigung
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projekts ist die exakte Vorbereitung. Zunächst wurde in der Lerchenmüller-Werkstatt ein Fassadenmodell gebaut. An diesem Mockup konnten Anschlussdetails und das Kantteil-Design schon vor der Ausführung exakt abgestimmt werden. Parallel dazu sorgt eine moderne Laservermessung auf der Baustelle für hohe Fertigungs- und Montagegenauigkeit. Gerade bei großformatigen Metallprofilen und individuell geplanten Fassadendetails ist diese Präzision entscheidend. Die großformatigen Profile, sogenannte Sidings, werden für das Projekt von Pro+ vorbereitet und geliefert. Die Einfassungen der 310 Fenster fertigt Lerchenmüller im eigenen Haus. Dafür kommt unter anderem die neue Laserschneidmaschine des Unternehmens zum Einsatz. Die große Anzahl an Fenstern war ein wichtiger Anlass für die Investition in diese Technologie. Damit Sidings und Fenstereinfassungen optisch und materialtechnisch ein einheitliches Erscheinungsbild ergeben, hat Lerchenmüller die Blechcoils für das Projekt direkt bei Pro+ bezogen. So stammen die sichtbaren Fassadenkomponenten aus demselben Vormaterial. Diese Vorgehensweise unterstützt die gestalterische Einheitlichkeit und erleichtert darüber hinaus die Abstimmung der Details.
Auch bei der Wärmedämmung kommen ausnahmslos hochwertige Materialien zum Einsatz, sodass die Fassade nach der Sanierung nicht nur energetisch und brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand ist, sondern das Gebäude auch architektonisch aufwertet.
Bilder: Lerchenmüller
Neues Dach mit Dämmung, Abdichtung und Begrünung
Außer der Fassade wird auch das Flachdach eines großen, zum Gesamtkomplex Peterhof gehörenden Gebäudeteils umfassend saniert. Es erhält eine neue Wärmedämmung, eine zweilagige Bitumenabdichtung sowie eine extensive Dachbegrünung. Auch damit verbessert sich die energetische Qualität des Gebäudes. Zugleich leistet die Maßnahme einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gebäudenutzung, denn die Dachbegrünung kann Niederschlagswasser zurückhalten und die Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen sowie mechanischer Beanspruchung schützen. Außerdem wirken sich genannte Maßnahmen positiv auf das Mikroklima aus, wovon insbesondere darunterliegende Ladenräume profitieren.
Bilder: Lerchenmüller
Handwerk mit Haltung seit 1928
Für Lerchenmüller gehört die Verbindung von Spenglerarbeiten, Flachdachabdichtung und Fassadenbau zum täglichen Leistungsspektrum. Gerade bei Projekten wie dem Hotel Peterhof zeigt sich der Vorteil eines Fachbetriebs, der die Schnittstellen zwischen Dach, Wand, Fensteranschluss und Abdichtung ganzheitlich betrachten und ausführen kann. Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit 1928 hat sich der regional verwurzelte Fachbetrieb kontinuierlich weiterentwickelt. Heute steht Lerchenmüller für handwerkliche Qualität, technische Weiterentwicklung und ein partnerschaftliches Miteinander auf der Baustelle. Mit modernsten Blechbearbeitungsmaschinen wie Einfach- und Doppelbiegern sowie der neuen Laserschneidmaschine ist die Lerchenmüller-Werkstatt perfekt ausgestattet. Gleichzeitig legt das Unternehmen traditionell großen Wert auf eine gute Aus- und Weiterbildung: Bereits seit 1963 bildet Lerchenmüller Fachkräfte aus. Außerdem verfügt der Betrieb mit dem eigenen Lerchenmüller Campus über eine innovative und mit flexibel anpassbaren Dachmodellen ausgestattete Lehrwerkstatt. Auszubildende werden dort praxisnah an typischen Aufgabenstellungen trainiert. Was Lerchenmüller darüber hinaus ausmacht, beschreibt das Unternehmen mit seinem klaren Werteverständnis: Gute Projekte entstehen nicht allein durch Fachwissen und Erfahrung, sondern durch ein gutes Miteinander. Fairness, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikation auf Augenhöhe prägen die Zusammenarbeit mit Bauherren, Planern, Partnern und Mitarbeitenden.
Beim Hotel Peterhof wird dieses Selbstverständnis sichtbar. Die Sanierung verbindet anspruchsvolle Fassadengestaltung, energetische Optimierung, moderne Fertigungstechnik und präzise Montage unter besonderen Rahmenbedingungen. Aus einem Gebäude der 1960er-Jahre entsteht somit Schritt für Schritt eine Landmarke mit zeitgemäßer Gebäudehülle – technisch leistungsfähig, markant und handwerklich bis ins Detail durchdacht.