Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch
Nachwuchskräfte

Jeder dritte Azubi bricht ab: so gelingt der Start

Ausbildungs-Workshop im Europäischen Klempner- und Kupferschmiede-Museum.

Gemini AI für Baumetall

Ausbildungs-Workshop im Europäischen Klempner- und Kupferschmiede-Museum.

Der Workshop „Startklar“ der Hand­werks­kammer Konstanz ver­mit­telt Azubis wich­ti­ges Know-how für die ers­ten Schritte im Arbeitsleben.

Ein guter Start in die Ausbildung entscheidet mit darüber, wie die Zusammenarbeit künftig im Betrieb läuft. „Viele Schwierigkeiten können vermieden werden, wenn gleich zu Beginn klar kommuniziert wird“, sagt Katja Haid, Ausbildungsbegleiterin bei der Handwerkskammer Konstanz. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Alexandra Hagen-Ettl bietet sie deswegen einen Workshop an, der die Auszubildenden vorbereitet. „Viele Konflikte entstehen, weil den Azubis nicht klar ist, wie sie sich verhalten sollen, oder was von ihnen erwartet wird. Unser Angebot entlastet die Betriebe und schafft eine gute Basis“, so Haid. So schaffen Betriebe und Azubis einen guten Start.

Abbrüche vermeiden – früh Orientierung geben

Fast 30 % der Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2026 der Bundesregierung hervor. „Meist hat das keine fachlichen Gründe. Eher fühlen sich die Jugendlichen unsicher wegen der Abläufe, sind mit den Erwartungen an sie überfordert oder kommen mit den Rollen innerhalb des Betriebs nicht klar“, erklärt Alexandra Hagen-Ettl. Der Workshop vermittelt wichtige Grundlagen und Umgangsformen.

„Aber Betriebe sollten gleich am Anfang deutlich klären, welche Erwartungen an die Azubis gestellt werden. Sonst scheitert die Ausbildung nicht am Können, sondern am Miteinander.“ Für die Auszubildenden sei das in der Regel der erste Kontakt mit dem Arbeitsleben. „Sie kommen in eine ganz neue Rolle. Betrieb, Berufsschule, ÜBA – alles ist neu. Auch der Ortswechsel erfordert ein wenig Planung", gibt sie zu bedenken. „Da braucht es manchmal vielleicht ein bisschen mehr Betreuung am Anfang.“

Motivation und Bindung gezielt stärken

Ein guter Start entscheidet oft darüber, ob ein Azubi engagiert ist – oder innerlich schon nach wenigen Wochen abschaltet. Wer sich ernst genommen und vorbereitet fühlt, identifiziert sich schneller mit dem Betrieb. „Azubis, die strukturiert starten, sind nachweislich motivierter und bleiben länger", erklärt Katja Haid.

Sie rät dazu, auch vor dem Ausbildungsstart schon Kontakt mit dem Azubi aufzunehmen. „Schicken Sie einen Brief mit den wichtigsten Informationen. Wann geht es am ersten Tag los? Wer ist mein Ansprechpartner? Was muss ich mitbringen? Wo soll ich mich melden? Das sorgt für Sicherheit, und die Jugendlichen fühlen sich willkommen. Sie können den Auszubildenden mit seinen Eltern auch zum Betriebsbesuch nach der Vertragsunterzeichnung einladen.“

Das Team sollte außerdem informiert sein, wann der Auszubildende kommt. Liegt die Arbeitskleidung bereits am ersten Tag bereit, vermittelt das Wertschätzung und stärkt das Teamgefühl. Ebenso sollte das Berichtsheft vorbereitet sein.

Klare Verhaltensregeln schaffen Sicherheit im Betrieb

Die Ausbildungsbegleiterinnen raten dazu, Verhaltensregeln im Betrieb schriftlich zu fixieren. „Pünktlichkeit, Umgangston, Auftreten gegenüber Kunden, Verhalten im Team – vieles wird vorausgesetzt, aber nicht erklärt“, beobachtet Katja Haid immer wieder. Das führt zu Reibereien. „Vor allem Handynutzung und Raucherpausen sorgen für Konflikte.“ Katja Haid empfiehlt, die Regeln bei Minderjährigen von den Eltern unterschreiben zu lassen.

Probleme früh ansprechen

Fehlende oder falsche Kommunikation gehört zu den häufigsten Ursachen für Konflikte und Ausbildungsabbrüche. „Die Azubis lernen in unserem Workshop auch, wie sie Probleme im Betrieb ansprechen“, ergänzt Alexandra Hagen-Ettl. So könne vermieden werden, dass sich Frust aufbaut, und Ausbilder erhalten schneller Rückmeldungen. Die Ausbildungsbegleiterin empfiehlt, eine Person zu benennen, die sich um die Anliegen der Azubis kümmert.

Startklar-Workshops

Die Startklar-Workshops der Handwerkskammer Konstanz vermitteln Grundlagen, die im Betrieb täglich gebraucht werden: Verhalten, Kommunikation und Selbstorganisation. Betriebe können ihre Auszubildenden für einen von fünf Terminen Anfang September in Rottweil, Singen, Waldshut, Tuttlingen und Villingen anmelden.

Anmeldung

Kontakt Ausbildungsbegleitung:

Katja Haid (Landkreise Konstanz, Rottweil, Tuttlingen): 07531/ 205 346, katja.haid@hwk-konstanz.de

Alexandra Hagen-Ettl (Landkreise Waldshut, Schwarzwald-Baar), 07721/ 998 815, alexandra.hagen-ettl@hwk-konstanz.de

Quelle: HWK Konstanz / ml