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Lässt Tradition genügend Platz für Zukunft?

Blechhandwerk hat Tradition und das ist gut so.  Gut ist auch, dass so viele junge Dachhandwerkerinnen und Baumetaller in den sozialen Medien stolz von ihrer Arbeit berichten. Da wird gefalzt. Blech von Hand mit der Durchlaufschere geschnitten. Und mit dem Zollstock an der Oberwange der Schwenkbiegemaschine werden unterschiedlichste Profile produziert. Eigentlich ist das heute noch genauso wie während meiner Ausbildung im Jahr 1982. Der einzige Unterschied: Wir hatten damals weder Knieschoner noch Ohrstöpsel.

Keine Zukunft ohne Herkunft Ja, nö, ist klar! Aber nur Herkunft mit viel Tradition und dafür fast ohne Zukunft macht mir Bauchschmerzen! Bitte nicht falsch verstehen: Aus meiner Erfahrung heraus frage ich mich immer öfter, wo denn die zukunftsorientierten Handwerker in den sozialen Medien sind. Ich meine die Typen, die mit dem Handy alles Mögliche machen. Die mit vernetzten Maschinen arbeiten. Die selbst in den komplexesten Punktwolken die Orientierung und den Durchblick behalten. Und: Wie kann es sein, dass unser Handwerk bei unzähligen Junghandwerkern (immer mehr Menschen suchen explizit nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk) noch immer genauso funktioniert wie vor 40 Jahren?

Hand aufs Spenglerherz Ich fand es schon 1982 uncool, auf den Knien rutschend Bleche zuzuschneiden oder auf der Baustelle mit der Deckzange Profilabschlüsse aufzustellen. Umso mehr Respekt habe ich vor Kolleginnen und Kollegen, die mit erstaunlicher Fingerfertigkeit Bleche bearbeiten. Handwerk eben! Eine Frage muss dennoch erlaubt sein: Wird es nicht höchste Zeit, der Welt da draußen zu zeigen, was innovatives Handwerk heute wirklich ausmacht? Und dass es neben der Beherrschung von Handwerkzeugen auf das Know-how rund um Digitalisierung und Logistik ankommt? Ich finde schon! Und ich ärgere mich darüber, dass Fachbetriebsinhaber, die entsprechend modern und dadurch extrem leistungsfähig unterwegs sind, von den Wettbewerbern regelmäßig angefeindet werden.

Zurück in die Zukunft In dieser Gemengelage ist es umso wichtiger, altes Handwerkswissen richtig und mit den korrekten Fachbegriffen weiterzugeben. Damit das gelingt, hilft der Blick in bewährte Fachliteratur wie das Fachbuch von Herbert Schlenker. Die meisten Details haben noch heute Berechtigung. Wer es darüber hinaus schafft, das alte Fachwissen mit den modernen technischen Möglichkeiten zu kombinieren, ist ganz weit vorn. Genau aus diesem Grund hat BAUMETALL den alten Schlenker in die Gegenwart geholt – als PDF-Buchversion und dazu passend auch als kommentierte Fortsetzungsreihe in Ihrer Fachzeitschrift. Und noch etwas: Wer Tradition und Zukunft pragmatisch miteinander verbinden möchte, entdeckt in der BAUMETALL-Online-Rubrik „BM digital“ viele inspirative Ideen.

Herzlichst Ihr

Klempnermeister Andreas Buck
(Chefredakteur)

Andreas Buck
Chefredakteur, Klempnermeister