Dach + Holz Die Neuausrichtung des wichtigsten Branchenevents wurde von zahlreichen Branchenvertretern mit anfänglicher Skepsis beobachtet. Während manche den Standpunkt vertraten, dass es wenig Sinn mache, einer etablierten Fachausstellung mehr Eventcharakter einzuhauchen, waren andere besorgt, inwiefern die Weitergabe hochwertiger Fachinformationen darunter leiden würde. Wieder andere fragten sich, wie gut das neue Messekonzept bei den Fachbesuchern ankäme oder ob diese der Veranstaltung in Scharen den Rücken kehren würden. Inzwischen wissen wir: Nichts davon ist eingetreten. Im Gegenteil!
Überraschungsei Die Veranstalter sind begeistert. Sie feiern die am besten besuchte Messe seit Bestehen der Dach + Holz. Dazu passend berichten etliche Aussteller von endlosen Besucherströmen sowie von pausenlos beschäftigtem Standpersonal. Sie nahmen aber auch zur Kenntnis, dass neben den Entscheidern aus Industrie und Handwerk vor allem Junghandwerker in den Hallen unterwegs waren. Entsprechend groß war das Interesse an Systemen, Werkzeugen, Kleinmaschinen oder neuen Produkten, die das Handwerkerleben auf der Baustelle vereinfachen. Kurz: Gefragt war, was den Arbeitsalltag spürbar erleichtert.
Die fantastischen drei Ein Highlight dieser Rekord-Messe ist das spürbare Zusammenrücken der drei Dachgewerke – ein Signal für die gesamte Branche. Schnittstellen werden inzwischen seltener als Grenzen wahrgenommen. Stattdessen feiert das Handwerk ein neues Wir-Gefühl zwischen Dachdeckern, Zimmerern und Klempnern und sorgt dadurch für reibungslose Abläufe. Oder anders formuliert: Wo früher jeder für sich werkelte, wird heute gemeinsam konstruiert, produziert und ausgeführt.
Starkes Fundament, gemeinsame Zukunft Dort, wo anfangs noch über die Erfolgsaussichten der Messeneuausrichtung mit stärkerem Eventcharakter debattiert wurde, steht heute eine Branche, die sich ständig neu erfindet. Anstatt Entwicklungen nur zu beobachten, agiert sie selbstbewusst, entschlossen und proaktiv. Vor allem die Junghandwerker nehmen diesen Drive wahr – lassen sich begeistern und sind bereit, die gemeinsame Neuausrichtung aktiv mitzugestalten. Daraus folgt die zentrale Erkenntnis dieser Tage: Erst wenn Jung und Alt, wenn Meister, Azubi, Vorarbeiter und Planer einander auf Augenhöhe begegnen, entfaltet das Handwerk seine volle Schlagkraft. Hersteller und Aussteller, die diesen Move verstehen, sind klar im Vorteil. Sie holen das Handwerk ab und sichern sich einen Vorsprung, indem sie Teil einer Community mit Zukunft werden.
Ü-Ei geknackt Die Neuausrichtung der Dach + Holz war kein Wagnis. Sie war die heiß ersehnte Antwort auf eine der wichtigsten Zukunftsfragen eines Dachhandwerks, zu dem eben auch Klempner und ihre Lötlampen gehören.
Herzlichst Ihr
Klempnermeister Andreas Buck
(Chefredakteur)