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Flüssigkunststoff-Sockel mit flachem Metalldach

Weder Berliner noch Besucher der Hauptstadt entdecken den Pavillon von der Straße aus. Die Alte Post in Berlin-Neukölln ist dagegen äußerst präsent im Stadtbild und aufgrund ihrer zentralen Lage im historischen Kern des Bezirks auch sehr bekannt. Während des Umbaus des denkmalgeschützten Gebäudes wurde die Bestandsarchitektur verändert und ein neuer Innenhof unter freiem Himmel konzipiert. Die filigrane Glaskonstruktion bildet den Mittelpunkt des Innenhofs, der nur vom zweiten Stockwerk aus zugänglich ist. Das Berliner Unternehmen R & P Dachbau deckte das Dach des Pavillons und beschichtete Bereiche des Laubengangs mit Flüssigkunststoff der Marke Enke.

Zunächst wird die Enkopur-Beschichtung aufgebracht

Bild: Enke

Zunächst wird die Enkopur-Beschichtung aufgebracht

Gefalztes, flach geneigtes Dach

Die Bauweise des Pavillons ist genauso interessant wie seine Lage. Das oval geformte, flach geneigte Metalldach wird in der Mitte von einer Lichtkuppel durchbrochen. Rund um die Kuppel verlegte das Team von R & P-Dachbau-Geschäftsführer Sebastian Reinhardt gefalzte, fächerförmige Titanzink-Scharen mit gerundeten Kanten. Die Eindeckung wurde auf einer Stahlrahmenkonstruktion montiert, die das Tragwerk des Pavillons bildet. Die ovale Dachform, die Lichtkuppel und die Pfosten zwischen den Glaswänden sind in diesem Gerüst bereits vorkonstruiert, während die Dachfläche zwischen den Stahlträgern mit Querstreben ausgesteift wurde. Anspruchsvoll war auch die Ausführung der vertieft angeordneten und ebenfalls oval verlaufenden Kastenrinne. Der 2009 gegründete Handwerksbetrieb hat sich auf Dacheindeckungen sowie den Bereich Bauklempnerei spezialisiert, sodass die Verlegung von Metalldächern aus Aluminium, Kupfer und Zink zum Kerngeschäft gehört. Außerdem führt das Unternehmen, das in Berlin und Brandenburg arbeitet, Zimmerer- und Gerüstbauarbeiten aus.

Anschließend erfolgen die Ver­arbeitung von Enketop und das Einstreuen der Kunststoffchips

Bild: Enke

Anschließend erfolgen die Ver­arbeitung von Enketop und das Einstreuen der Kunststoffchips

Flüssiger Kunststoff

Der Stil des Laubengangs, ursprünglich ein überdachter Gang in historischen Gebäuden, wurde neu interpretiert. R & P Dachbau beschichtete den Gang im Bereich vor den Glaswänden mit Enkopur, Enketop und dunkelgrauen Kunststoffchips. Das Material, das flüssig mit der Lammfellrolle, Glättkelle oder Zahnkelle aufgetragen wird, bindet bei 20 °C nach wenigen Stunden ab. Danach ist der Untergrund optimal vor eindringender Feuchtigkeit geschützt. Witterungsbedingten Schäden durch UV-Strahlung, ­Niederschläge, Frost und Hitze ist langfristig somit vorgebeugt. Weil die Polyurethanbeschichtung (PUR-Prepolymere) von minus 30 °C bis 80 °C temperaturbeständig ist, verhindert sie die Bildung von Rissen, Bruchstellen und Leckagen. Der chemikalienbeständige Flüssigkunststoff schützt auch diffizile Kanten effektiv vor Nässe, sodass er sich deshalb für die Stufe am Fuß des Laubengangs eignete. Mit dem Enkopur/Enketop-System können nicht nur Flachdächer, Balkone und Terrassen, sondern auch Treppen wirksam abgedichtet werden. Die Kunststoffchips des Herstellers ermöglichen es, den originalen grauen Farbton der Beschichtung zu variieren. Der Laubengang setzt somit einen deutlichen optischen Akzent im Hof – nicht nur wegen der ovalen Form und der erhöhten Lage, sondern auch aufgrund der Haptik des Kunststoffs und des dunklen Grautons.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Bild: Enke

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Schichtsystem mit Enkopur

Zur Verarbeitung von Enketop schreibt Enke die vorherige Abdichtung des Untergrundes mit Enkopur vor. Diese kombinierte Verarbeitung schützt die Bausubstanz noch besser vor Feuchtigkeit und stehendem Wasser. Die fachgerechte Verarbeitung schließt zudem das Aufbringen eines Voranstrichs (Universal Voranstrich 933 oder Universal Primer 2k) und die Verwendung des Enke-Polyflexvlieses mit ein. Enke empfiehlt den Einsatz des Enkopur/Enketop-Systems insbesondere auf Balkonen, Terrassen, Loggien oder Treppenanlagen.

An der Alten Post war die Abdichtung des Sockels am Pavillon eine der abschließenden Arbeiten im Jahr 2019. Das 1906 errichtete Gebäude, das nach dem Auszug der Post rund 15 Jahre leer stand, erhielt durch den Umbau ein neues Nutzungskonzept. Dieses vitale Konzept mit Wohnungen, Büros, Gastronomie-, Sport- und Verkaufsflächen wird der Innenstadtlage an einer der Haupteinkaufsstraßen des Bezirks gerecht. Der konstruktive Rückbau mehrerer Gebäudeteile schaffte den Freiraum für den Innenhof mit dem Pavillon.

Das historische Postgebäude im Stadtteilzentrum von Berlin-Neukölln

Bild: Rasch

Das historische Postgebäude im Stadtteilzentrum von Berlin-Neukölln

Bautafel

Projekt: Pavillon mit gefalztem Dach und beschichtetem Laubengang im Innenhof der sanierten Alten Post, Berlin-Neukölln

Bauherr: Commodus Asset Management GmbH / Commodus Real Estate Capital GmbH, Berlin – München

Architektur: Koch + Partner Architekten, München

Fachbetrieb: R & P Dachbau, Berlin

Material: Flüssigkunststoff-System Enkopur/Enketop mit Chips im Farbton Dunkelgrau

Hersteller: Johannes Enke GmbH & Co. KG, Düsseldorf

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