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Zahlenspiele

Bild: Getty Images

Bild: lookatbuck

Sieben Eine Ziffer gibt uns Struktur. Sie unterteilt die Woche in sieben Tage. Sie zählt gleich sieben Weltwunder auf und sie könnte mich dabei inspirieren, einen strukturierten Kommentar für die siebte BAUMETALL dieses von Krisen geplagten Jahres zu verfassen. Fragen kommen auf. Etwa die, ob der Themenschwerpunkt um strukturierte Metallfassaden das Interesse der Leserinnen und Leser wecken wird. Oder ob es Sinn macht, über die Feierlichkeiten zum 25. Bestehen des Klempner- und Kupferschmiede-Museums zu berichten. Vielleicht sollte ich würfeln, denn bekanntlich ist die Summe sich gegenüberliegender Augenzahlen eines Spielwürfels – richtig: sieben.

Ohrwurm Aus heitererem Himmel habe ich plötzlich dieses Lied im Ohr, pfeife die Melodie von „Du kannst nicht immer 17 sein“ vor mich hin und denke: Was soll’s! Man ist bekanntlich immer so alt, wie man sich fühlt. Stimmt! Vorausgesetzt, diese Weisheit wird nicht aufs körperliche Wohlbefinden bezogen. Doch wie steht es um die Zukunftsfähigkeit oder Aufgeschlossenheit jedes Einzelnen von uns? Was ist mit unserer Bereitschaft, frische beziehungsweise moderne Sichtweisen auf die Klempnerwelt zuzulassen? Wie gehen wir auf 17-jährige Personen zu? Ist der Umgang mit den Jungen tatsächlich so schwierig? Und warum ist es so problematisch, junge Menschen für unsere Traditionen und speziell für das Museum in Karlstadt zu begeistern?

Spoiler Was für ein Fest! Die Gründerväter unseres Museums hätten ihre wahre Freude gehabt. Zwei Tage vor Druckabgabe fand die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Museumsgebäudes statt. Ja, BAUMETALL berichtet in der nächsten Ausgabe ausführlich darüber – zeigt auf, was Klempner mit vereinten Kräften zu leisten vermögen. Soviel vorab: Unser Museum ist weit mehr als „nur“ ein Gebäude für Exponate aus der Vergangenheit. Auch ist aus dem Museum in Karlstadt inzwischen eine mit Leben erfüllte Begegnungsstätte unseres Handwerks geworden. Das ist wirklich toll.

Siebzig Weniger schön ist das Durchschnittsalter aktiver Museumsfreunde. Die Anzahl der 70-Jährigen ist inzwischen deutlich höher als die der 17-Jährigen. Und auch ich trage nicht mehr wesentlich dazu bei, den Altersdurchschnitt zu senken. Für sich genommen ist es natürlich sehr begrüßenswert, wenn langjährige Wegbegleiter gemeinsam erbrachte Leistungen gebührend feiern. Für das Vorankommen der Branche muss es jedoch deutlich mehr sein als nur das!

Verjüngungskur Warum ist es so schwierig, Menschen für eine gemeinsame Sache, ein Vorhaben oder eben eine Institution zu begeistern? Der Begeisterungsgrund „Museum“ hat mehr Beachtung verdient – trägt augenscheinlich dazu bei, die gesamte Branche voranzubringen. Doch wo sind sie – die jungen Berufskolleginnen und -kollegen? Wo ist unser Nachwuchs? Oder warum ist es derart mühsam, genau diesen Nachwuchs für die gemeinsame Sache zu gewinnen? Allen Unkenrufen zum Trotz blieb das Museum NICHT in der Vergangenheit stecken. Es ist auch kein Relikt, das lediglich an alte Vorgehensweisen oder Techniken erinnert. Vielmehr ist es genau das Gegenteil: ein Ort, der aufzeigt, wie sich unsere Berufsgruppe entwickelt. Es ist ein bedeutender Wegweiser in die Zukunft der gesamten Branche. Und genau das gilt es JETZT zu unterstützen. Engagiert und am besten bevor die Würfel gefallen sind.

Herzlichst Ihr

Klempnermeister Andreas Buck
(Chefredakteur)

Andreas Buck
Chefredakteur, Klempnermeister