Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Bedroht Digitalisierung bewährtes Handwerk?

Einer der ersten großen Alien-Invasionsfilme war die George-Pal-Produktion „Kampf der Welten“. Der aus dem Jahr 1953 stammende Kinofilm basiert auf dem Roman „Der Krieg der Welten“ von H. G. Wells: Einwohner einer kalifornischen Kleinstadt beobachten, wie ein meteorähnliches Objekt zu Boden stürzt. Auch die herbeigerufenen Polizisten und Feuerwehrleute halten das glühende Objekt für einen Meteor. Anstatt sich jedoch näher mit der Situation zu befassen, denken sie darüber nach, wie der noch glühende Steinklotz vermarktet werden könnte. Ein zufällig in der Gegend Urlaub machender Physiker ist skeptisch. Er beschließt, das Objekt in abgekühltem Zustand genauer zu untersuchen, doch dazu kommt es nicht mehr. Nach dem Absinken der Temperatur öffnet sich am „Stein“ ein Deckel. Ein schlängelndes Metallobjekt mit rotem Kameraauge kommt zum Vorschein und verbrennt alle sich nähernden Personen mit „Todesstrahlen“ zu Asche.

Sei wachsam!

Im Film entgeht der Physiker nur um Haaresbreite dem sicheren Untergang. Er war weitsichtig genug, die neue Situation kritisch und mit dem nötigen Sachverstand zu analysieren. Ein bisschen erinnert mich der geschilderte Sachverhalt an das „plötzliche“ Auftauchen der Digitalisierung im Handwerk. Anstatt Todesstrahlen bedrohen Einsen und Nullen traditionelle Vorgehensweisen. Verständlich, dass die meisten Kollegen abwinken und klassischen bewährten Techniken den Vorrang lassen. Frei nach dem Motto: „Ich bewundere alle Spengler, weil sie Arbeiten ausführen, die für Roboter schlichtweg zu gefährlich sind.“ Aber die Tage der Traditionalisten scheinen gezählt zu sein.

Lötest du noch oder macht das dein Roboter?

In meinem Betrieb erledigt ein Roboter alle Abdichtungsarbeiten, nicht weil wir verlernt haben, wie es geht, sondern weil meine Mitarbeiter in der gleichen Zeit andere Aufgaben erledigen können. Zugegeben: Roboter, die löten oder Flachdächer abdichten können, wurden noch nicht erfunden. Stolze Klempner und Spengler erledigen das noch immer selbst. In Handarbeit und das ist auch gut so. Doch wie lange noch?

Chancen durch Digitalisierung nutzen

Um es vorweg zu nehmen: Handwerkliche Fähigkeiten – besonders die gut ausgebildeter Spengler – werden immer gebraucht. Der Fachkräftemangel und damit zusammenhängender Preis- und Termindruck bringen die Fachbetriebe jedoch zusehends unter Druck. Auf der Suche nach Wegen aus der Misere müssen Fachbetriebsinhaber zwangsläufig erfinderisch werden. Während einige ihr Heil in der Verlagerung ihrer Tätigkeitsschwerpunkte suchen, setzen andere auf den Einsatz moderner Hilfsmittel. Und genau dabei können digitalisierte Vorgänge entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern. Damit das gelingt, ist es wichtig, sich mit neuen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Genau das hat der Physiker in eingangs geschilderter Filmszene getan und dadurch sein Überleben gesichert.

Seit 2018 hat sich viel getan

Erinnern Sie sich noch? Anfang 2018 veranstaltete BAUMETALL den Workshop „Disrupt your own Business“. Damals diskutierte Workshopleiter Christian Bredlow (https://digitalmindset.de) mit den Teilnehmern über Zukunftsszenarien wie die Vermarktung von Fassadensystemen, die ihre Farbe ändern können. Das Besondere daran ist, dass solche Fassaden für den Hausbesitzer zukünftig kostenfrei zur Verfügung gestellt werden könnten. Aber auch greifbarere Themen wurden behandelt:

  • Wie können beispielsweise digitale Produkte schon heute Freiräume und somit mehr Zeit für produktive Tätigkeiten im Betrieb schaffen?
  • Welche Wettbewerbssituation könnte die Digitalisierung für das Klempnerhandwerk hervorbringen?
  • Bergen neue Fertigungsmethoden wie der 3D-Druck womöglich Gefahren für die traditionelle Klempnertechnik?
  • Workshopleiter Christian Bredlow hatte nicht nur auf fast alle Fragen der Teilnehmer die passende Antwort parat, sondern schaffte es darüber hinaus, deren Zukunftsfantasie anzuregen. Die aus Handwerk, Zuliefererindustrie oder Dienstleistungsbereich kommenden Workshopper versetzte Bredlow in die Situation, ihr jeweiliges Betätigungsfeld durch die digitale Brille zu betrachten. Erstaunlich dabei war, wie schnell das vorverurteilte Digitalisierungsmonster gezähmt wurde. Anfängliche Skepsis verwandelte sich in Neugierde, was dazu führte, dass im Handumdrehen durchaus praktikable Zukunftschancen zutage gefördert wurden. Den entsprechenden Fachbericht aus BAUMETALL-Ausgabe 4/2018 finden sie frei zugänglich im  Online-Extra bzw. über den Suchbegriff Digitalisierungsmonster auf www.baumetall.de.

    Und heute? In modernen Werkstätten sind Maschinenvernetzung und digitale Auftragserfassung gang und gäbe. Aber auch der Datenaustausch zwischen Planern, Fachbetrieben und Lieferanten wird zusehends wichtiger. Aktuell bemühen sich immer mehr Unternehmen um den problemlosen Datentransfer – auch und gerade über unterschiedliche Herstellerfabrikate hinweg. BAUMETALL bietet dazu einen neuen und maßgeschneiderten Workshop für interessierte Leser an (siehe nebenstehendes Angebot). Außerdem finden Sie auf den folgenden 17 Druckseiten aktuelle Informationen zu Themen wie Robotik und Vernetzung von Maschinen sowie zu aktuellen Werkzeugen und Maschinen die u. a. auf der Dach+Holz in Stuttgart vorgestellt wurden. 

    Jetzt weiterlesen und profitieren.

    + BM E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
    + Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
    + Themenhefte
    + Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
    uvm.

    Premium Mitgliedschaft

    2 Monate kostenlos testen